Lt. Wikipedia trug die Landwirtschaft (Forstwirtschaft und Fischerei) in Thailand rd. 12% zum Bruttoinlandsprodukt bei, die Industrie erwirtschaftete rd. 45% und der Dienstleistungsbereich rd. 43% (2010).
Die Landwirtschaft trug im Jahr 2006 weniger als 10 % zum Bruttoinlandsprodukt bei, sie beschäftigten aber etwa 39 % der Arbeitskräfte. 1960 hingegen waren noch 82 % der Arbeitskräfte in diesen Sektoren beschäftigt und sie erwirtschafteten 38 % des BIP.
Die Arbeitslosigkeit im Lande ist niedrig und der Arbeitsmarkt des Landes ist für die Bewohner der Nachbarländer sehr attraktiv.
Die Löhne im Lande sind, verglichen mit denen von Industrieländern, sehr niedrig. Die Vermögen sind sehr ungleich verteilt. Die Einkommen (wahrscheinlich) auch.
Soweit die Ausgangslage.
Ganz gleich, was man von den Eliten Thailands hält, ganz so schlecht wurde wohl nicht gewirtschaftet. Ich bin mir auch sicher, dass die wissen, Geschäfte kann man nur mit Leuten machen, die Geld haben, so dass die kein „natürliches“ Interesse an der Armut der Bevölkerung haben.
Aus diesen Zahlen wird deutlich, das ganz großes Problem Thailands ist die Landwirtschaft. Dort sind zu viele Menschen beschäftigt, die pro Kopf gesehen zu wenig produzieren. Kompliziert wird das Problem dadurch, dass diese Landwirtschaft vor allem Güter produziert, die auf den Weltmärkten eher gering bewertet und auf das Reichlichste angeboten werden.
Ich vermute mal, dass der Streit darüber, was hier zu tun ist, der tiefere Grund für die politische Spaltung Thailands ist. Ich mag hier völlig danebenliegen, denn merkwürdigerweise wird dies nicht offen diskutiert. Aber das kann auch daran liegen, dass es hier wohl keinen Königsweg gibt sondern nur mehr oder weniger unangenehme Lösungen und damit lässt sich keine Wahl gewinnen.
Die groben Linien werden dann wohl so verlaufen, die einen betrachten das Ganze eher als ein soziales Problem und sehen dann Umverteilung als die Lösung an. Andere werden der Meinung sein, dass Landwirtschaft, wie sie traditionell in Thailand betrieben wird, in einer Industriegesellschaft wirtschaftlich längerfristig nicht überleben kann und meinen, die Mittel des Landes seien vor allem zu seiner Industriealisierung und/oder für eine Umstrukturierung der Landwirtschaft einzusetzen.
Die meisten mit „gesundem Menschenverstand“ werden nun nach einer Kompromisslösung rufen. Aber auch da gilt, Geld, das für A ausgegeben wird, steht für B nicht mehr zur Verfügung.
Ich weiß zwar nicht, wie das Ganze ausgehen wird, aber spannend wird es auf jeden Fall.