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Autor Thema: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java  (Gelesen 11169 mal)

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wufgaeng

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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #45 am: 10. Januar 2014, 17:02:13 »

Menjangan, die Insel der Hirsche

Schon bei der Ankunft am Landungssteg der Insel Menjangan begrüßt uns ein Hirsch, der am Strand anscheinend ein Bad genießt. Menjangan heißt auf deutsch "Hirsch". Die Insel ist demnach so genannt, weil sie voll mit Hirschen und Rehen besiedelt ist. Menjangan gehört zum National Park, eine Jagd auf Tiere ist damit dort tabu. Dies scheint auch der Grund zu sein, warum die Tiere fast keine Scheu zeigen, sich fotografieren zu lassen. Ein Mal sogar in offensichtlicher Pose: Ein Hirsch kam aus dem Gebüsch und sah mich an, ich erst knips - und dann geht er weiter.
 :-)

Ein betonierter Fußweg führt zu einem Hindutempel, der oft von Balinesen aus allen Teilen der Insel Bali besucht wird. Für mich aber kein besonders lohnender Besuch, denn die heilige Stätte gleicht derzeit mehr einer verlassenen Baustelle. Es gibt viel schönere und interessantere Ziele auf Bali, als dass man nur zum Tempelbesuch nach Menjangan kommen soll.

Wir nützen den Besuch auf der Insel für einen Rundgang während einer notwendigen Oberflächenpause zwischen zwei Tauchgängen. Die Landschaft ist schön, die Aussichten von den Kliffs beeindruckend und wegen den Begegnungen mit den Hirschen lohnt sich ein Rundgang auf der Insel allemal.

Die Taucher und Schnorchler kommen, um die Unterwasserwelt zu bewundern, davon berichte ich das nächste Mal.


Begrüßung eines Hirsches am Landungssteg von Menjangan.


Begegnung während eines Rundgangs auf der Insel.


Ohne Scheu ziehen Hirsche und Rehe an uns vorbei.


Der Tempel Pura Taman Beji auf der Insel Menjangan.
Ein Besuch lohnt sich nur für gläubige Hindu-Pilger.


Mittagspause am Landungssteg von Menjangan.
Noch zwei Tauchgänge stehen bevor.

Unter Wasser habe ich bei den sechs Tauchgängen bei Menjangan über 300 Fotos geschossen, 30 davon heraus selektiert.
Ich arbeite noch dran und einige werden hier folgen.
 :)
« Letzte Änderung: 10. Januar 2014, 17:08:00 von wufgaeng »
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schiene

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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #46 am: 10. Januar 2014, 18:27:22 »

Echt super Reisebericht   {* {* {*
Auf diesem Weg ein dickes Dankeschön und ich freue mich schon auf die Fortsetzung  [-]
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wufgaeng

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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #47 am: 10. Januar 2014, 20:10:42 »

ich danke Dir @schiene und freue mich wie immer, wenn die anderen Foristen ihre Freude an meinem Reisebericht finden. Ich habe noch mehr "auf Lager", bevor ich zum Abschluss komme und ein anderes Land finde, über das ich wieder erneut berichten kann.
Jetzt geht es hier mal weiter . . .

Unter Wasser bei Menjangan

Die schönste Sicht unter Wasser ist immer bis zu einer Tiefe von 20 Metern, denn tiefer unten verlieren sich nach und nach die Farben. Schon nach 5 Metern Tiefe verliert sich die Farbe Rot, bei 15 Metern geht Orange verloren, bei 30 Meter Gelb und bei 50 Meter Grün. Noch weiter unten in Tiefen, wo Sporttaucher nicht mehr kommen, sieht man alles nur noch blau und grau.
Tauchphysik, die jeder Gerätetaucher schon am Anfang lernt. Unter dem Begriff Tauchphysik werden alle Bedingungen der unbelebten Natur zusammengefasst, denen ein Taucher unter Wasser ausgesetzt ist und die sich von denen über Wasser unterscheiden.
UW-Fotografen können den Farbverlust mit einer entsprechenden Blitz- oder Flutlicht-Ausstattung ausgleichen, wir Taucher nennen das "Lightshow". Mit meiner kleinen Fuji ohne Lightshow sind damit Grenzen gesetzt, aber am Computer kann ich vieles nachkorrigieren.

In allen Foren, bei denen es um Unterwasserfotografie geht, bin ich als User einer der unteren Klasse, denn von der Meisterfotografie bin ich weit entfernt. Trotz allem setze ich hier wieder ein paar UW Fotos und ich freue mich, wenn auch Ihr Eure Freude beim Betrachten findet.


Das Foto zeigt mich selbst, ich danke meinen Freund Michael für diesen Schnappschuss.


Farbige Unterwasserwelt bei der Insel Menjangan in etwa 15 Meter Tiefe.


Eine große Vielzahl von verschiedenen Korallenarten sind bei Menjangan besonders auffallend.


Michael bei Fotografieren der jungen nachwachsenden Korallenspitzen.
Die Pracht der Farben ist in diesen Gewässern noch nicht verloren gegangen.


Entlang einer Korallenwand am Riff bei Menjangan. In und zwischen den Korallen ist viel von UW-Kleintier zu entdecken.
Mehr davon im nächsten Beitrag.
(Mein wiederholter Dank an Tauchfreund Michael für diesen fabelhaften UW-Fotoschuss.)

Ein paar weitere UW-Fotos werden noch folgen, Bali hat auch unter Wasser viel zu bieten.
 ;) :-)

« Letzte Änderung: 10. Januar 2014, 20:48:49 von wufgaeng »
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wufgaeng

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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #48 am: 11. Januar 2014, 22:56:34 »

Unter Wasser bei Menjangan

Mit meinen Unterwasser-Fotos könnte ich nun endlos fortsetzen. Fünf will ich hier noch zeigen, bevor wir die Rückfahrt zur Hauptinsel Bali antreten.

Es sind immer nur wenige Meter, die unser Boot vom Anlegesteg der Insel Menjangan zu einem abfallenden Riff steuert, wo wir uns samt Ausrüstung rücklings ins Wasser fallen lassen. Das Meer ist ruhig, aber eine heftige Strömung sieht man bereits über Wasser. Sogenannte Drift-Tauchgänge stehen uns bevor. Unter Wasser lassen wir uns treiben und werden über einen Kilometer entfernt von unserem Bootsskipper wieder herausgefischt, vorausgesetzt, er weiß, wo wir wieder auftauchen. Dazu hilft uns ein Elefantenkondom. Ein nützliches Tauchutensil, das jeder Gerätetaucher in seiner Tauchweste mitführen sollte. Der Riesenkondom, wie wir ihn nennen, ist eine unter Wasser aufblasbare, ein Meter fünfzig lange, knallrote Säulen-Boje, die vor dem Auftauchen unter Wasser mit Luft gefüllt wird und dadurch an der Oberfläche senkrecht aus dem Wasser ragt. Selbst bei leichten Wellengang kann der Bootsskipper die Boje von weiter Ferne aus erkennen und das Ziel der Taucher ansteuern.
Wir Taucher haben eine Regel, die lautet: Niemals ohne Kondom - Safety first. ;D

Bei Drift-Tauchgängen läßt man sich im Wasser treiben und genießt, ohne viel Zutun, die darunter vorbeiziehende Unterwasserwelt, wie ein Vogel im Wind. Für mich sind das oft die schönsten Erlebnisse unter Wasser. Es kommt ein Gefühl auf, als säße man im IMEX Kino.


Fächerkorallen am abfallenden Riff.



Lebhaftes Treiben von zahllosen kleinen Fischen in und um den Fächerkorallen.




Michael fotografiert aus dem Meeresboden herausragende Miniaale.
Sobald man näher kommt - schwups habe sie sich ins Loch zurück gezogen.


Ein Blaupunkt-Rochen über dem Meeresboden.
Diese Stachelrochen (Stingrays) haben einen sehr giftigen Dorn am Schwanzende und können damit schmerzhaft zustechen.
Das Gift des Blaupunktrochens ist für Menschen nicht tödlich, wenn diese keine Allergiker sind.

Im Thread sind wir auf Bali, die Unterwasserbilder könnten jedoch von vielen Gegenden sein und verfehlen ein bisschen das Thema.
Trotzdem will ich auch die Faszination von Balis Unterwasserwelt vermitteln, wie ich es bereits in den vorausgegangenen Berichten (Tulamben und Menjangan) getan habe.
Demnächst verlassen wir Menjangan und fahren zurück nach Sukawati-Gianyar, wo es dann wieder ganz balinesisch weiter geht.
 {{
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #49 am: 11. Januar 2014, 23:12:24 »

Super

klasse Bericht und Bilder
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #50 am: 12. Januar 2014, 12:49:46 »

Zurück von Menjangan

Am letzten Tag bei der Insel Menjangan haben wir noch drei Tauchgänge. Erst am späten Nachmittag fahren wir zurück zur Trima Bucht, wo die Boote bei Ebbe wieder auf dem schwarzen Strand liegen.
Die Erlebnisse sind die drei Tage wert, die wir im Nordwesten der Insel Bali verbringen. Auch wenn in diesem Teil der Insel von balinesischer Kultur nicht viel zu sehen ist, von der umwerfend schönen Natur auf Bali dafür umso mehr. Naturliebhaber haben dort ihre große Freude, Kulturfreunde finden mehr im Osten der Insel ihr Gefallen. Besucher mit viel Zeit sollten jedoch beides wählen.
 
Vor unserer Rückfahrt nach Denpasar noch ein paar Bilder, die eine ruhige, entspannte Atmosphäre zeigen.


Begegnung mit einem anderen Tourist am Landungssteg von Menjangan.
Nicht jeder kommt nur zum Tauchen. Menjangan ist auch Ziel von Ausflüglern, die auf der kleinen Insel nur wandern wollen.
Eine Übernachtung jedoch ist dort nicht möglich.


Das Meer ist ruhig, als wir zum Ausgangspunkt nach Trima Bay zurückfahren.


Noch ist Flut in der Bucht, manche Bäume stehen voll im Wasser.


Idylle vor der Ebbe am schwimmenden Landungssteg.


Trima Bay im Trockenen.

Die Rückfahrt nach Denpasar dauert 5 Stunden. Wir wählen wieder die Strecke entlang der Nordküste durch die gebirgige Landschaft von Buleleng, die Provinz in der sich auch die ehemalige Hauptstadt Singaraja befindet.


Landschaft in der Provinz Buleleng. Eine malerische Gegend in der sich nur wenige Touristen "verirren".

Demnächst besuchen wir den königlichen Besitz in Sukawati-Gianyar. Die royalistische Familie pflegt mit Liebe die balinesische Kultur, ich treffe einen großen Meister in der Handwerkskunst der Maskenherstellung.
 C--
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #51 am: 14. Januar 2014, 11:54:40 »

Im Anwesen der königlichen Familie Satriya

Anfänglich möchte ich unbedingt darauf hinweisen, dass ich für alle Fotos in diesem Forum eine Berechtigung habe, diese zu posten.

Schon in einem vorausgegangenen Thread habe ich über die Beziehung und langjährige Freundschaft zur Familie Bandem berichtet, diesmal sollte ich noch noch mehr erfahren, mein Freund Kardita machte mich mit der königlichen Familie bekannt und führte mich zu ihrem fabelhaft schönen balinesischen Anwesen:
Seit der holländischen Kolonialherrschaft im Jahre 1908 hatte jeglicher balinesischer Royalismus sein Ende gefunden. Im Jahre 1906 gingen Soldaten der Kolonialmacht in Sanur an Land und vertrieben den Royalismus, der letzte Raja beging darauf mit seiner Gefolgschaft den Freitod (Puputan). Die exekutive Macht der Rajas war für immer beendet.

Wie auch in anderen Ländern genießen aber heute die nachfolgenden Generationen und Familien der Rajas noch hohe Anerkennung unter dem Volk. Große Meister sind unter ihnen zu finden, unter anderem auch der Großmeister der Maskenherstellung I Wayan Tangguh. Die königliche Familie achtet sehr auf den Erhalt der balinesischen Kultur und Tradition und wollte, dass sich Strukturen, wie in den touristischen Hochburgen Kuta oder Legian, in der Künstlerstadt Ubud und im kulturellen Zentrum von Sukawati-Gianyar nicht entwickeln.


I Made Kardita auf seinem Anwesen in Sukawati-Gianyar.


Im Dorf von Sukawati-Gianyar.


Sukawati-Gianyar ist umgeben von Reisfeldern, Entenzucht als Zusatzeinkommen der ansässigen Reisbauern.


Eingang zum königlichen Anwesen in Sukawati-Gianyar.



Im Innenhof des königlichen Anwesens, I Made Kardita mit dem Jüngsten der Familie.



Freund Kardita zeigt mir die Arbeitsstätten der Maskenherstellung und bald darauf werde ich als Gast von der Familie dazu eingeladen, an ihrem alltäglichen Leben teilzuhaben.
Davon mehr in den nächstfolgenden Berichten.
« Letzte Änderung: 18. Januar 2014, 20:37:09 von Kern »
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #52 am: 14. Januar 2014, 16:18:05 »

Im Anwesen der königlichen Familie Satriya

Während der niederländischen Kolonialherrschaft wurde die politische Bedeutung der balinesischen Aristokratie zersetzt. Dennoch haben Mitglieder der ehemaligen feudalen Familienzweige immer noch eine gesellschaftliche Bedeutung auf Bali erhalten.
Die Holländer waren sehr schockiert, als während ihrer Kolonialisierung auf der Insel Bali fast die gesamte aristokratische Gesellschaft den Freitod suchten und fanden (Puputan).  Sie sprachen daraufhin Bali einem Sonderstatus zu, bei dem das Weiterleben der nachfolgenden Generationen bei den Royals nichts mehr im Wege stand. Später, im Jahre 1918, gab es sogar ein Gesetz zum Schutz der Insel Bali vor fremder Ausbeutung und die Royals hatten wieder moralischen und kulturellen Einfluss.

Ich spaziere mit Kardita von Haus zu Haus, von Feld zu Feld und durch mehrere Dörfer. Sofort possieren sich Kinder für einen Fotoschuss, es sind die Geschwister Nengah und ihr Bruder Nyoman aus der Familie der Satriya.  Kardita erzäht mir viel aus der balinesischen Geschichte, wie man sie nicht in den Büchern liest. Trotz allen Niederlagen - erst die Holländer 1846 bis 1908, dann Japaner 1942, ständige Versuche, die Insel moslemisch zu bekehren, schließlich, am 12. Oktober 2002, das Balibombing, verursacht durch Ratten in Menschenform (wie balinesische Moslems! diese extremen Übeltäter nennen) - Bali hat immer einen Weg gefunden, seine kostbare Kultur zu erhalten.
Allesamt Themen, die ich diesmal aus Sicht meines Freundes, eines Balinesen, zu hören bekomme und darauf hin auch meine eigene Meinung ändere.


Am balinesischen Hof der königlichen Familie Satriya.


Nengah und ihr Bruder Nyoman aus der Familie Satriya.
Nengah ist die Zweitgeborene, Nyoman der Drittgeborene in der Familie.


Arbeitsraum des Maskenherstellers.


Halbfertige Maske für den Topeng Sida Karya
Als letzter Dämon beendet der Träger mit so einer Maske das Mecaru Fest.


Andere Dämonenmaske in Produktion. Nach jedem Arbeitsgang wird die Maske an der Luft getrocknet.
Bei einer Glanzlackierung fahren sie hinaus aufs offene Meer, frei von jeglichen Staub.

Fahren wir fort im nächsten Bericht
« Letzte Änderung: 14. Januar 2014, 17:19:54 von wufgaeng »
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #53 am: 15. Januar 2014, 16:53:58 »

Beim Großmeister I Wayan Tangguh

Ein Treffen mit dem großen Meister der Maskenherstellung sollte ich nicht verpassen, sagt mir mein Freund Kardita und führt mich in das Haus von I Wayan Tangguh. Ein grandioses Treffen, das mir immer in Erinnerung bleiben wird. Meister I Wayan Tangguh ist Maskenhersteller sein ganzes Leben lang und lehrt die Kunst an seine balinisische Zöglinge, alle aus der Kaste der Brahmanen. Seine Verarbeitungstechnik erinnert ein bisschen an die Herstellung von Nang Yai, der thailändischen Kunstform der Schattenfiguren. Büffelleder, wird sorgfältig gegerbt, fein und kunstvoll gestanzt und dann bemalt und vergoldet. Diese Lederkunstwerke dienen dann als zusätzliche Verziehrungen an den Masken aus Holz oder Metall.
Stunden werden zu Minuten, als ich dem Meister bei der Arbeit zusehe und ohne Zögern führt mich Kardita in seine Arbeitsräume. Unzählige Kunstwerke, einige davon hier in diesem Bericht. Wenn man bedenkt, dass in jedem Prachtwerk meist einige hundert Stunden Arbeit stecken, sehe ich das Resultat von tausenden Stunden und eines ganzen Lebens.
Den Namen I Wayan Tangguh kann man so übersetzen, wie "Der starke Erstgeborene."

Auch hier würde es im Beitrag den Rahmen sprengen, würde ich all meine Fotos setzen. Die folgenden geben einen Einblick in die Arbeitsweise und die penible Fertigung der Meisterstücke.


Großmeister I Wayan Tangguh im Gespräch mit I Made Kardita.
An der Leine hängen mehrere Teile der fertigen, oder halbfertigen Büffelhäute, die dann zur weiteren Verarbeitung an die Masken verwendet werden.
("I" ist immer den Namen eines männlichen Nachwuchs vorgesetzt, "Wayan", der Erstgeborene, Made, der Zweitgeborene)


Großmeister I Wayan Tangguh.



Masken der mystischen Hexe Rangda. Die goldenen Verzierungen sind aus gestanzter und mit Blattgold belegter Büffelhaut gefertigt.


Die böse Hexe Rangda ist auf Bali eine der zwei Hauptdarsteller im Barong-Tanz.
Der Tanz stellt den Kampf zwischen Gut und Böse dar, wobei Barong der Vertreter des Guten ist und die Hexe Rangda ist der böse Part.
Letztendlich ist Rangda die Hexe schlechthin, mit vorstehenden Augen, wilder Mähne, großen Zähnen und leuchtend roter Zunge in einem weit aufgerissenen Maul, mit schlaffen Brüsten.


Eine Maske vom Barong, diesmal in Form eines Schweinekopfes.
Ich war sehr verwundert, dass man auf Bali den Barong nicht nur in Form des mysthischen Löwen, sondern manchmal auch als mysthisches Schwein darstellen kann.
Der Barong ist normalerweise ein Fabelwesen, halb zotteliger Hund, halb Löwe, der von zwei fantasievoll kostümierten Männern dargestellt wird, die das Fabeltier mit rhythmischen Bewegungen zum Leben erwecken.


Eine Barong-Maske ist der bekannten Ausführung, wie die Besucher auf Bali sie beim bekannten Barong-Tanz zu sehen bekommt.

Wir bleiben noch im Dorf und hören von weitem die Klänge eines Gamelan-Orchester.
Eine Schule, in der schon die Jüngsten in die balinesische Musik und ihren Instrumenten eingeführt und unterrichtet werden.
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #54 am: 16. Januar 2014, 19:36:43 »

Dem Chaos in Bangkok gerade noch entgangen, sitze ich wieder zuhause und kann mich weiter dem Forum widmen:

Unterricht in einer Gamelan Schule

Wir spazieren weiter in Sukawati-Gianyar. I Made Kardita führt mich durch die ganze Siedlung, vorbei an einem uralten heiligen Banyan-Baum, der über 800 Jahre alt sein soll. Eine Gruppe von Schülern aus der Ruang Sukawati High School haben dort ihr Treffen für ein Volleyballspiel, das sie auf einem anliegenden Spielfeld veranstalten.


Schülertreffen unter einem uralten heiligen Banyan-Baum.
Besonders auf Bali bildet dieser weitausladende Baum, der hier über 800 Jahre alt soll, häufig das Zentrum von Dörfern, wo er als zentraler Sammelplatz dient.
Bei den Balinesen gilt der Banyan-Baum als Sitz von Dämonen und Göttern.

Von der Ferne klingen die unverwechselbaren Töne einer Gamelanmusik. Ich bitte Kardita zu einem Besuch des Orchesters werde aber belehrt: Es sei nicht das gewohnte Gamelanorchester, das man sonst auf Bali überall von einem Tempelfest zu hören bekommt. Es ist eine Schule mit 14 oder 15 Jungen, die für die Gamelan Musik und an den Instrumenten unterrichtet werden.
Ein kleines Mädchen ist auch dabei, obwohl sie scheinbar nicht zur Schule gehört, sondern nur ab und zu einen Schlag auf dem Kenong abgibt.
Ein Kenong sind mehrere kesselförmige Gongs in verschiedenen Stimmlagen, die auf einem flachen Holzrahmen liegen und durch Schnüre gehalten werden.


Ein Gamelan Orchester mit 14 (oder waren es 15?) Schülern.
In der vorderen Reihe spielen 3 Jungen und das Mädchen auf dem Kenong.

Das ganze Ensemble besteht aus Metallophonen mit Klangplatten aus Gongs und Trommel. Dazu kommt je nach Stil auch Angklung, Flöte, Rebab, Xylophon und ein oder mehrere Sänger. Nur die solistisch eingesetzten Instrumente improvisieren über die Kernmelodie, die von den Metallophonen vorgetragen wird. Die Kernmelodie besteht aus Patterns, die umspielt werden. Das Zusammenklingen von Kernmelodie und Auszierung wird als „innere Melodie“ aufgefasst.


Der Lehrer gibt mit der Kendhang-Trommel den Zeittakt an.
Die Kendhang ist eine zweiseitige Trommel mit einer großen und einer kleinen Trommelfläche, die auf einer speziellen Halterung liegt und wird mit der bloßen Hand gespielt.
Im Hintergrund ist ein Kempul, ein Set aus Gongs, die allerdings weitaus kleiner als die großen Gongs Ageng oder Sukuwan sind, die ich bei diesem Ensemble nicht vorfand.


Der Junge spielt das Gambang. (Sein Outfit passt eher zur Techno Dröhnmusik.)
Das Gambang ist ein Xylophon-ähnliches Instrument und eines der wenigen mit hölzernen Klangstäben.


Er schlägt das Kethuk Kempyang.
Es besteht aus jeweils 1-2 kesselförmigen Gongs, dem Kethuk und dem Kempyyang die, wie auch die Kessel des Kenong, auf einem Holzrahmen liegen.
Im Hintergrund die Gender-Spieler. Das Gender ist ein Metallophon-artiges Instrument mit 10-14 Klangstäben und kann somit über zwei Oktaven reichen.


Normalerweise besteht ein Gamelan-Ensemble nur aus männlichen Musikern, die Mädchen und Frauen tanzen zur Musik.

Ich vermisse die Flöten, die Suling und die Schellen, den Bedhug, eine hängende Trommel, und auch die Rehab, ein zweisaitiges Streichinstrument mit einem herzförmigen Holzkorpus. Und auch die Celempung feht hier, sie ist der chinesischen Zither Ghuzeng sehr ähnlich.

Nicht jedes Ensemble besteht aus allen der üblichen Instrumenten für ein Gamelanorchester. Das Resultat der musizierenden Schüler aber klingt für mich wie eines der Profis.
Die Gamelan-Musik illustriert die Gemütszustände und Handlungsmotive der tanzenden Figuren bei einem der vielen Feste auf Bali. Sie stellem meist Götter und Dämonen dar. Die Klänge von Gamelan sind auf Bali nicht mehr wegzudenken, jeden Tag und zur jeder Zeit hört man sie von irgendwo.

Am Tag darauf fahren wir über Land zum Gunung Batur und genießen einen wohltuenden Tag im Batur Natural Hotspring, dem einzigen One Healing Spa auf Bali.
 :-)
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Kern

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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #55 am: 16. Januar 2014, 21:10:27 »

Hallo Wolfgang


Wenn man solche Reiseberichte liest (und mittendrin steckt), dann hofft man, dass Deine Reise nie endet.


Beste Grüße   Achim
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #56 am: 17. Januar 2014, 13:25:16 »

Es geht leider schon dem Ende zu, lieber Achim, danke für Dein Interesse und Deine immer wieder benötigte Hilfe bei notwendigen nachträglichen Korrekturen in einigen meiner Beiträge. Es ist nicht immer leicht, alles gleich richtig zu schreiben und zu setzen. Zwar bleibt mir nach dem Posting immer noch eine Stunde Zeit, erkannte Fehler selber zu korrigieren, aber Du weiß ja selber, wie das oft abläuft: Da ruft die Frau zum Essen, da kommt ein Anruf, da bellt der Hund und will raus, flusch wieder mal Stromausfall usw. usw.
Eine Stunde ist da schnell vorbei.

Noch ein paar Beiträge kommen, bevor ich Bali und Java für längere Zeit verlasse. Ein nächste Tour dorthin ist noch nicht geplant. :'(
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #57 am: 17. Januar 2014, 13:50:11 »

Hundzucht in Kintamani

Bali hat launische Wetterbedingungen, ganz besonders in der Zeit im November und Dezember. Manchmal gießt es in Strömen, dann wieder Sonne und wieder Regenwolken, die sich lange in den Bergen festhängen. Mein Freund Anom, Sohn von Kardita, fährt mich an einem düsteren Tag zum Gulung Batur, diesmal auf die andere Seite des Batursees, wo wir am Fuß des Vulkanes in einem Thermalbad genüssliche Stunden verbringen werden.

Vorher jedoch will ich hier unseren Hundefreunden eine Freude machen und über eine ganz spezielle Zuchtform berichten, die Rasse der Kintamanihunde.

Zum Anfang etwas Süßes:



Der Kintamani ist ein beliebter Haushund unter den Balinesen. Es wird angenommen, dass die Rasse ihren Ursprung um das Dorf Kintamani am Gunung Batur Vulkan hat, wo sie mit den Straßenhunden Balis zusammen leben.

Anom erklärt mir, der Ursprung dieser Hunderasse läge wahrscheinlich im 15. Jahrhundert und begann mit einem Chow Chow, der einem reichen Chinesen gehörte. Dieser hatte sich damals in die königliche Familie von Raja Jaya Pangus eingeheiratet und sich daraufhin mit seiner Frau in der Bergregion von Gunung Batur im Dorf Kintamani niedergelassen. Der Chow Chow hat sich der Überlieferung zufolge mit den örtlichen Straßenhunden gepaart, wodurch die Kintamani-Rasse entstanden ist.

So erzählt man es mir, aber die Geschichte ist offenbar falsch, denn als ich darüber recherchierte, kam ich zu einem anderen Ergebnis:  
Der Ursprung des Kintamanihundes geht offensichtlich aus der Paarung von wildlebenden balinesischen Hunden hervor. So hatte man es wissenschaftlich aus den Genen festgestellt. Obwohl die balinesischen Straßenhunde eine höhere Vielfalt an äußerlichen Merkmalen als der der Kintamanihunde besitzen, sind insgesamt alle Merkmale dieser Tierart in der Population verwilderter balinesischer Hunde vorhanden.

Die Züchtung der Hunde entspricht nicht der gewohnten, wie in westlichen Ländern, üblichen Weise. Hündinnen wird erlaubt sich frei mit den Rüden der Region zu vereinen, wodurch die Selektion auf ein bestimmtes Aussehen hauptsächlich die Weibchen betrifft. Das unterscheidet die Züchtung von westlichen Hunderassen, die auf nur wenige Gründerindividuen zurückgehen und wo der Einfluss einiger weniger Rüden übermäßig groß ist.



Zugegeben, die niedlichen Fotos sind diesmal wieder NICHT von mir, aber mein Beitrag soll ein kleiner Anreiz sein. Vielleicht hat einer mal Lust, sich so einem lieben und treuen Hausfreund anzunehmen und sich sein Herrchen oder Frauchen zu nennen. Wenn der süße Beißer aus dem Welpenalter heraus ist und das Heimatland kein großes Trara mit seiner Einfuhr macht, wäre das ein nettes Vorhaben.
 ??? :D

Aber jetzt gehts dann weiter ins Thermalbad, wir können es gar nicht mehr erwarten.
 8)
« Letzte Änderung: 17. Januar 2014, 14:02:18 von wufgaeng »
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #58 am: 17. Januar 2014, 17:55:06 »

Ein Bad im Batur Natural Hot Spring

Wer auf Bali im Spätherbst unterwegs ist, muss immer wieder mit heftigen Regen rechnen, doch so schlimm, wie in D, in A oder in der CH ist es dann doch nicht. Es ist nicht kalt und der Regen dauert keine Wochen.
 --C

Jedenfalls will mir mein Freund Anom was Gutes tun und bringt mich in die Region des Vulkans Gunung Batur zu den heißen Quellen. Wenn man schon nass vom Regen ist, kann man auch noch nässer werden und es sich dabei wohlergehen lassen.
 ;D

Es gibt mehrere Hot Springs mit unterschiedlichen Eintrittspreisen, das Wasser aber ist überall gleich. Anom wählte die Batur Natural Hot Spring Anlage in der Ortschaft Toya Bungkha Kintamani direkt am Westufer des Lake Batur.
Nur wenige westliche Besucher verirren sich in diese abgelegene Gegend, es sein denn man ist auf Abenteuer aus und hat vor den Batur zu erklimmen. Abseits von allem Trubel in den Ferienburgen findet man an diesen Ort eine wohltuende Entspannung.

Die Batur Natural Hot Springs sind auch für Bali einzigartig. Aus vollkommen natürlichen heißen Quellen vulkanischen Ursprungs fließt das Wasser direkt in die Pools. Es ist ein Heilbad auf Bali und wird von vielen Badegästen wegen der rapiden Linderung der Krankheitssymptome bei vielen verschiedenen Krankheiten, wie Arthritis, Neurodermitis, Bronchalastma, Psoriasis, Rheuma, Allergien und diversen Hautkrankheiten sehr geschätzt.
Im einem Becken stürzt das warme Quellwasser 2 m tief herab und bietet eine wohltuende Nacken- oder Rückenmassage. Ebenso wird die Durchblutung der Haut angeregt.

Das Ambiente aber bietet mehr als nur ein Bad:

Balinesische und westliche Küche in einem guten Restaurant
Poolbar mit Musik und nicht zuletzt
Balinesische Massagen am ganzen Körper - überall, zum Abschluss fast endlose Kopf und Gesichtsmassage, ausgeführt von geschulten Balinesinnen viereinhalb Stunden 740.000 Rupies, das sind gerade mal 45 Euro. Auf die Kur abgestimmte Drinks, ein komplettes leichtes Mittagessen, alle Cremes und Säfte, Maniküre und Pediküre inbegriffen. Eine Wohltat, die ich lange nicht vergessen werde. Gschamig darf man bei der Massage nicht sein, die Balinesinnen sind es auch nicht.
 {;

Viele der Individualurlauber bleiben dort mehrere Tage und verbinden dies mit wunderschönen Wanderungen, Reiten, Biken, Fischen und Rudern auf dem Lake Batur. Eine Tour auf die andere Seite des Batur Lake, zum Bali Aga Dorf Trunyan lässt sich gut organisieren und man wird von den Dorfbewohnern für die Fahrt zum Verwesungsfriedhof nicht so abgezockt, wie es mir vor drei Jahren geschah (mein Bericht im Thread "Bali und das Nyepi Fest", Antwort #66 am: 11. April 2013).


Die Fahrt nach Toya Bungkah Kintamani, vorbei an den Lavaausläufen, die der Vulkan nach dem Ausbruch in den Jahren 1999 und 2000 hinterlassen hat.


Der Gunung Batur Vulkan, heftige Regenwolken verhüllen die Spitze und den Krater.


Das Batur Natural Hot Spring Restaurant mit einer Aussichtsplattform über dem Batur Lake.


Der Batur Lake. Auf der anderen Seite ist das Bali Aga Dorf Trunyan zu erkennen, ganz links der Verwesungsfriedhof.
(In meinem Bericht über Bali und das Nyepi Fest habe ich letztes Jahr im April Näheres darüber berichtet.)


Die Pools der Badeanstalt der Batur Natural Hot Springs.
Jedes Becken hat eine andere Wassertemperatur, von warm bis 40 Grad heiß.
An den Ausläufen kann man sich genussvoll den Rücken (oder was Anders) massieren.

In Thailand sagt man Sabei sabai = auf balinesisch bermanfaat ...
… ich sage: deees tuat ma guat
 :-) ;D ;]
« Letzte Änderung: 17. Januar 2014, 18:08:38 von wufgaeng »
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #59 am: 18. Januar 2014, 15:36:21 »

Ein Bad im Batur Natural Hot Spring

Das Dorf und die Gegend von Kintamani mit den heißen Vulkanquellen ist seit dem 9. Jahrhundert bekannt und gehört zum ältesten Königreich auf Bali. Seit jeher leben dort und rund um den Batur Lake die Ureinwohner der Insel, die Bali Aga people. Wie auch woanders bei Ureinwohnern überall auf der Welt, wurden auch sie früher auf Bali als rückständig angesehen, heute ist das kaum mehr deutlich. Es gelang diesem Volk, durch strikte Abschottung über Jahrhunderte hinweg ihre kulturellen und religiösen Traditionen zu bewahren. Neben der traditionellen Landwirtschaft, die überwiegend auf den fruchtbaren Außenhängen der Caldera des Gunung Batur betrieben wird, ist der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle geworden. Aber dieser hält sich dort in Grenzen, denn nur Induvidualisten, Sportler, Wanderer, Bergsteiger, Rucksackreisende, Landschaft- und Kulturliebhaber und Touristen mit Insiderwissen finden meist das notwendige Interesse für einen Ausflug in diese Gegend. Der Name Kintamani hat eine wunderschöne Bedeutung: er bedeutet Cinta = Liebe und aus dem Sanskrit Mani = Juwel.

Wir verbringen einen ausgiebigen Tag in den Batur Natural Hot Springs und beschließen den Ausflug mit einem Besuch im Pura Tuluk Biyu.


Ausblick von der Restaurant-Terrasse.
Ein Fischer auf dem Batur Lake in seinem Einbaumboot.


Eingang zum Restaurant.
Das von den Pools bequem erreichbare Restaurant serviert Drinks und Speisen, die auf eine Thermalbad-Kur abgestimmt sind.


Unter mehreren hochgelegenden Wasserausläufe kann man sich lange im Wasserstrahl massieren.
Das Wasser kommt direkt aus der Thermalquelle unweit des Vulkanes.
Die Temperaturen sind erträglich warm.


Anom (ich kenne Anom nun seit 12 Jahren, damals als Schuljunge, jetzt als liebenswerter Freund und Reiseführer.

Wir müssen das Bad beenden, bevor wir aufweichen wie ein Brötchenteig für Semmelknödel. Eine Stunde Rückweg und es gießt wieder in Strömen.
Die Götter stimmten uns gut, denn unser Aufenthalt in Kitamani war weitgehend vom Regen verschont geblieben.
Einen besonders vernichtenden Wirbelsturm muss ich am letzten Tag erleben, darüber werde ich noch schreiben.
Es gab Tote, zahllose Verletzte und einen immensen Schaden bei hunderten Häusern.


Pura Tuluk Biyu temple in Toya Bungkah Kintamani.
Zum Abschluss unseres Thermabad-Vergügens ist für Anom ein Besuch des Tempels angesagt.
Dieser Tempel liegt genau neben den Thermalbad-Anlagen am Fuß des mächtigen Gunung Batur.

Die letzten Tage noch auf Bali. Anom und seine Freundin Koming wollen mir diese zum Abschluss noch besonders schön gestalten.
Ein paar Berichte folgen.

« Letzte Änderung: 18. Januar 2014, 16:26:00 von wufgaeng »
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