Dem Chaos in Bangkok gerade noch entgangen, sitze ich wieder zuhause und kann mich weiter dem Forum widmen:Unterricht in einer Gamelan SchuleWir spazieren weiter in
Sukawati-Gianyar. I Made Kardita führt mich durch die ganze Siedlung, vorbei an einem uralten heiligen
Banyan-Baum, der über 800 Jahre alt sein soll. Eine Gruppe von Schülern aus der
Ruang Sukawati High School haben dort ihr Treffen für ein Volleyballspiel, das sie auf einem anliegenden Spielfeld veranstalten.

Schülertreffen unter einem uralten heiligen
Banyan-Baum.Besonders auf Bali bildet dieser weitausladende Baum, der hier über 800 Jahre alt soll, häufig das Zentrum von Dörfern, wo er als zentraler Sammelplatz dient.
Bei den Balinesen gilt der
Banyan-Baum als Sitz von Dämonen und Göttern.
Von der Ferne klingen die unverwechselbaren Töne einer
Gamelanmusik. Ich bitte Kardita zu einem Besuch des Orchesters werde aber belehrt: Es sei nicht das gewohnte Gamelanorchester, das man sonst auf Bali überall von einem Tempelfest zu hören bekommt. Es ist eine Schule mit 14 oder 15 Jungen, die für die
Gamelan Musik und an den Instrumenten unterrichtet werden.
Ein kleines Mädchen ist auch dabei, obwohl sie scheinbar nicht zur Schule gehört, sondern nur ab und zu einen Schlag auf dem
Kenong abgibt.
Ein
Kenong sind mehrere kesselförmige Gongs in verschiedenen Stimmlagen, die auf einem flachen Holzrahmen liegen und durch Schnüre gehalten werden.

Ein
Gamelan Orchester mit 14 (oder waren es 15?) Schülern.
In der vorderen Reihe spielen 3 Jungen und das Mädchen auf dem
Kenong.Das ganze Ensemble besteht aus Metallophonen mit Klangplatten aus Gongs und Trommel. Dazu kommt je nach Stil auch
Angklung, Flöte, Rebab, Xylophon und ein oder mehrere Sänger. Nur die solistisch eingesetzten Instrumente improvisieren über die Kernmelodie, die von den Metallophonen vorgetragen wird. Die Kernmelodie besteht aus Patterns, die umspielt werden. Das Zusammenklingen von Kernmelodie und Auszierung wird als „innere Melodie“ aufgefasst.

Der Lehrer gibt mit der
Kendhang-Trommel den Zeittakt an.
Die
Kendhang ist eine zweiseitige Trommel mit einer großen und einer kleinen Trommelfläche, die auf einer speziellen Halterung liegt und wird mit der bloßen Hand gespielt.
Im Hintergrund ist ein
Kempul, ein Set aus Gongs, die allerdings weitaus kleiner als die großen Gongs
Ageng oder
Sukuwan sind, die ich bei diesem Ensemble nicht vorfand.

Der Junge spielt das
Gambang. (Sein Outfit passt eher zur Techno Dröhnmusik.)
Das
Gambang ist ein Xylophon-ähnliches Instrument und eines der wenigen mit hölzernen Klangstäben.

Er schlägt das
Kethuk Kempyang. Es besteht aus jeweils 1-2 kesselförmigen Gongs, dem
Kethuk und dem
Kempyyang die, wie auch die Kessel des
Kenong, auf einem Holzrahmen liegen.
Im Hintergrund die
Gender-Spieler. Das
Gender ist ein Metallophon-artiges Instrument mit 10-14 Klangstäben und kann somit über zwei Oktaven reichen.

Normalerweise besteht ein Gamelan-Ensemble nur aus männlichen Musikern, die Mädchen und Frauen tanzen zur Musik.
Ich vermisse die Flöten, die
Suling und die Schellen, den
Bedhug, eine hängende Trommel, und auch die
Rehab, ein zweisaitiges Streichinstrument mit einem herzförmigen Holzkorpus. Und auch die
Celempung feht hier, sie ist der chinesischen Zither
Ghuzeng sehr ähnlich.
Nicht jedes Ensemble besteht aus allen der üblichen Instrumenten für ein Gamelanorchester. Das Resultat der musizierenden Schüler aber klingt für mich wie eines der Profis.
Die
Gamelan-Musik illustriert die Gemütszustände und Handlungsmotive der tanzenden Figuren bei einem der vielen Feste auf Bali. Sie stellem meist Götter und Dämonen dar. Die Klänge von Gamelan sind auf Bali nicht mehr wegzudenken, jeden Tag und zur jeder Zeit hört man sie von irgendwo.
Am Tag darauf fahren wir über Land zum
Gunung Batur und genießen einen wohltuenden Tag im
Batur Natural Hotspring, dem einzigen
One Healing Spa auf Bali.
