Kein sicherer Platz für Anleger und UnternehmerEin Kritiker bleibt draußen, anderer stirbtDenn nachdem Browder seinen eigenen Hedgefonds gegründet hatte, verteidigte er als aktivistischer Investor in Russland die Rechte von Minderheitsaktionären - gegen Oligarchen und korrupte Funktionäre. Zeitweise verwaltete er Milliarden und verdiente selbst Millionen Dollar.
Als er sich aber mit seiner Kritik gegen Putins Politik wandte, verweigerte ihm Moskau 2005 die Wiedereinreise. Sein Anwalt Sergei Magnitsky wurde in Untersuchungshaft in Moskau gefoltert und starb dort 2009. Browder hat alle Fakten über seinen Kampf und den Mord an seinem Anwalt in dem jüngst erschienenen Buch “Red Notice: Wie ich Putins Staatsfeind Nr. 1 wurde“ zusammengefasst.
http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/boerse-russland-ein-kritiker-bleibt-draussen-anderer-stirbt/11910366-2.htmlKorruption und StrafsteuernSein Buch empfiehlt Browder allen Politikern, Investoren und Unternehmen, die in Russland Geschäfte machen wollen. „Wer die Vorgänge kennt, der kann dort nicht investieren. Das gelte sogar, wenn es Unternehmen geben sollte, die sehr gut geführt würden und sehr günstig bewertet wären. „Es besteht die große Gefahr, dass durch politische Einflussnahme plötzlich Geld aus dem Unternehmen gezogen wird, entweder durch Korruption oder durch Strafsteuern“, sagt Browder. Es gäbe keinen Grund für Unternehmen, sich mit einer aktionärsfreundlichen Unternehmensführung besonders hervorzutun, aufgrund der schwierigen Lage Russlands, würden sie an der Börse stets mit einem Kursabschlag gehandelt.
Stopp für Swift-System gefordertDie westlichen Sanktionen, die im Zuge der Ukraine-Krise eingeführt wurden, seien verheerend und schwächten das Land. Ein wirksameres Mittel, um Putin zum Einlenken zu bringen, könnte ein Stopp von Geldüberweisungen per Swift-System sein, das in Russland sehr stark in Anspruch genommen werde, weil es als verlässlicher gilt, als andere Übertragungswege. Dies sei auch im Fall des Iran am wirksamsten gewesen. Der frühere russische Finanzminister Alexej Kudrin hatte auf diese Variante einer Sanktion im vergangenen Jahr hingewiesen.