Am 14.11.2014 versprach ich (für die Diabetiker unter den Lesern), die Wirkstoffe bekanntzugeben, die derzeit in Deutschland eingesetzt werden (die Daten wurden dem Arzneiverordnungs-Report 2010 entnommen - im Internet leider nicht abrufbar).
Im Jahr 2009 wurden zur Diabetes-Therapie folgende Wirkstoffe (als Generikum von verschiedenen Lieferanten zu unterschiedlichen Preisen lieferbar) und patentierte Medikamente (alle Apotheken liefern das Medikament zum gleichen Festpreis des Herstellers, der das Patent auf den jeweiligen Wirkstoff hat):
Tagesdosen
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Humaninsuline (kurzwirksame Insuline, Verzoegerungsinsuline, Mischinsuline) 491 Mio.
Insulinanaloga (kurzwirksame Insuline, langwirksame Insuline) 316 Mio.
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sämtliche Insuline insgesamt 807 Mio. x 1,47 Euro
Metformin 507 Mio. x 0,30 Euro
Sulfonylharnstoffe
Glibenclamid 99 Mio. x 0,23 Euro
Glimeperid 368 Mio. x 0,17 Euro
Gliquidon (als "Glurenorm" patentiert) 3,8 Mio. x 0,75 Euro
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sämtliche Sulfonylharnstoffe insgesamt 471 Mio. x 0,18 Euro
Patentierte Diabetes-Medikamente zum Festpreis des Herstellers
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Markenname Tagesdosis Tagesdosen/Jahr
Glurenorm 0,75 Euro 3,8 Millionen
Novonorm 1,29 31,6
Glucobay 1,47 13,3
Diastabol 1,59 1,1
Avandia * 1,73 7,4 - *2010 Vertriebseinstellung auf Weisung des Bundesamtes für Arzneimittel
Starlix 1,86 4,1
Actos 1,91 31,6
Januvia 1,97 18,7
Xelevia 1,97 8,4
Janumet 1,98 11,7
Velmetia 1,99 10,9
Competact 2,01 12,8
Eucreas 2,01 6,3
Avandamet * 2,33 15,3 - *2010 Vertriebseinstellung auf Weisung des Bundesamtes für Arzneimittel
Byetta 3,26 7,7 - 13.05.2011 Kritik Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Pankreaskarzinome!
Victoza 4,00 1,9 - Empfehlung des arznei-telegramm 09/2009: Nicht verordnen! GLP1-Analog.
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insgesamt 183 Mio. Tagesdosen
2009 wurden insgesamt 2.008 Mio. Tagesdosen Diabetes-Medikamente von oeffentlichen Apotheken geliefert = 5,5 Mio. Diabetiker.
Die Medikamente "Byetta" und "Victoza" sind zwei neue Wirkstoffe, die in Kombination mit Metformin und/oder Sulfonylharnstoffen verwendet werden, wenn die Behandlung mit letzteren Wirkstoffen zusammen mit Diät und mehr Bewegung keine ausreichende Blutzuckersenkung bewirken konnte. Außerdem versprechen die Hersteller der neuen Wirkstoffe eine Gewichtsreduktion bei Problempatienten mit sehr hohem Übergewicht.
Diese neuen überteuerten Medikamente werden in den Markt gedrückt mittels sogenannter "Anwendungsbeobachtungen". Der verordnende Arzt erhält von dem Pharma-Unternehmen für die Verordnung des neuen Wirkstoffes einen bestimmten Betrag pro Patient (nicht unter 100 Euro pro Patient), damit er die Anwendung des neuen Wirkstoffs "beobachtet" und moegliche negative Nebenwirkungen meldet.
Einige Ärzte lehnen diese fragwürdigen Anwendungsbeobachtungen ab und verordnen neue Wirkstoffe erst 2-3 Jahre nach deren Einführung, weil dann auch sämtliche negativen Nebenwirkungen dieser neuen Medikamente bekannt sind. So fragt man sich beispielsweise, ob die neuen Medikamente "Byetta" und "Victoza" vor deren Einführung von den Herstellern auch ausreichend geprüft wurden (wurden genügend Patienten über einen längeren Zeitraum untersucht?).
Interessehalber fragte ich meinen Stammapotheker, mit welchen Arzneimittelkosten der Diabetiker in Thailand rechnen muss. Der Wirkstoff Metformin 500 mg kostet bei ihm 80 Baht/100 Stück und das Glukose-Messgerät "Akku Chek Roche" 1.300 Baht plus Teststreifen, die bei jeder Glukosebestimmung erforderlich sind. Nach weiteren Preisen für andere Wirkstoffe habe ich nicht gefragt, da die Preisermittlung nicht so einfach ist wie in Deutschland. Über einen Computer und ein Programm, welches alle lieferbaren Wirkstoffe enthält, verfügt diese Apotheke nicht.
Viel Metformin verkauft diese Apotheke nicht, da die Diabetiker zumeist die Medikamente im Staatlichen/Städtischen Krankenhaus kostenlos erhalten.