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Autor Thema: Wichtig: Epidemie Diabetes  (Gelesen 7005 mal)

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Expat Charly

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Wichtig: Epidemie Diabetes
« am: 14. November 2014, 22:11:22 »

Am 14. November ist seit einigen Jahren "Welt-Diabetes-Tag" (www.welt-diabetes-tag.de), auf den ich hiermit aufmerksam machen moechte. Die Begriffe Epidemie oder Seuche wurden in jüngster Zeit überwiegend in Verbindung mit der Virus-Erkrankung "Ebola" in den Medien verwendet, mit denen Angst und Panik verbreitet wurde. Dabei rückte in den Hintergrund, dass die Menschheit weltweit von einer anderen gefährlichen Krankheit bedroht wird.

Wie man der Übersicht www.dzd-ev.de/diabetes-die-krankheit/zahlen/index.html entnehmen kann, ist Diabetes eine globale Massenerkrankung mit steigender Tendenz. In Deutschland leben laut Robert Koch Institut 6 Mio. Menschen mit Diabetes (Stand: 06.05.2011), laut Versorgungs-Report 2013/2014 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK 7,6 Mio. Menschen mit Diabetes (Stand: 14.04.2014). Aufgrund der geschätzten Dunkelziffer von 2-3 Mio. sind es vermutlich 10 Mio. Diabetes-Erkrankte in Deutschland, d. h. mehr als 10%. In Thailand dürfte der Prozentsatz nicht geringer sein.

Robert Koch Institut, 14.06.2012: "Wie hoch ist die Zahl der Erwachsenen mit Diabetes":
Frauen:  50-59 J. 4,0% -- 60-69 J. 10,7% -- 70-79 J. 21,8%.
Männer: 50-59 J. 7,3% -- 60-69 J. 17,0% -- 70-79 J. 22,0%.

Bei www.sanego.de lagen 580 Patienten-Berichte am 13.11.2014 zu der Krankheit Diabetes Typ 2 vor:
Anteil: Frauen 44%, Männer 56% -- durchschnittliche Groeße: Frauen 167 cm, Männer 179 cm -- durchschnittliches Gewicht: Frauen 94 kg, Männer 103 kg -- durchschnittliches Alter: Frauen 53 J., Männer 61 J.

Im Durchschnitt wird nach einer etwa 8-10 Jahre langen Tabletteneinnahme (zumeist der Wirkstoff Metformin) eine Insulintherapie notwendig, da nach diesem Zeitraum die Bauchspeicheldrüse oftmals nicht mehr ausreichend Insulin produzieren kann.

Der Gesundheitsbericht 2010 gibt einen Überblick über die Häufigkeit des Auftretens von Begleit- und Folgekrankheiten (nach 11 oder mehr Jahren) bei betreuten Typ-2-Diabetikern: 80,1% Bluthochdruck -- 24,1% Diabetische Retinopathie -- 23,0% Neuropathie -- 12,1% periphere Arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) -- 11,1% Herzinfarkt -- 9,7% Diabetische Nephropathie (Niereninsuffizienz) -- 7,4% Schlaganfall -- 4,9% Diabetisches Fußsyndrom -- 1,7% Amputation -- 0,6% Erblindung.

Zur Bestimmung von Diabetes ist die N mellüchternwert-Bestimmung nicht so aussagefähig wie der "orale Glukosetoleranz-Test" (Zuckerbelastungstest, kurz auch oGTT), weshalb dieser empfohlen wird. Der Test dient dem Nachweis einer gestoerten Glukoseverwertung und der  Diagnostik des Diabetes mellitus. Die WHO empfiehlt den oGTT allgemein als diagnostisches Mittel. Begründet wird dies mit der schlechten Sensitivität einer reinen Nüchternzuckerwert-Bestimmung - ca. 30% der Diabetiker werden hierdurch nicht detektiert (Quelle: Wikipedia).

Mit nur 8 einfachen Fragen kann man ein moegliches Risiko, in den nächsten 10 Jahren an Diabetes Typ 2 zu erkranken, vorhersehen. Hier ist der Test: www.diabetes-risiko.de. Was die Fettverteilung im Koerper angeht, so unterscheidet man die Birnenform (Fett an den Hüften) von der Apfelform (vermehrt Bauchfett), wobei die letztere kritisch beurteilt wird.

Im nächsten Beitrag führe ich einige sehenswerte und lesenswerte Beiträge zum Thema Diabetes auf.
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Expat Charly

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Re: Wichtig: Epidemie Diabetes
« Antwort #1 am: 14. November 2014, 23:05:10 »

Nachstehend die angekündigte Übersicht sehenswerter und lesenswerter Beiträge zum Thema Diabetes:

1) Menschheitsgeißel Diabetes - Macht uns das gute Leben krank (2013) 23:36 -
2) Diabetes - Planet Wissen (2013) - 58:31 -
3) Diagnose Zuckerkrank/Diabetes - Quarks & Co. (2002) - 43:44 -
4) Zucker - süße Lust oder ungesundes Laster - Quarks & Co. (2012) - 44:30 -
5) Die Tricks der Zuckertäuscher (2013) - 2:37 -
6) Überflüssiger Zucker - Süßen mit System - 5:04 -
7) Zucker macht süchtig und krank (2014) - 8:22 -
8) Diabetes - Weg von der Insulinspritze - 6:09 -

Audio über Diabetes: Interview Bayerischer Rundfunk mit Dr. Marianne Koch am 07.06.2014
(16.05.2014: Diabetes-Bericht Bayern: Weit über eine Million Zuckerkranke im Freistaat
07.06.2014: Mindestens 200.000 Menschen in Bayern haben Diabetes - und wissen nichts davon!)
www.br.de/radio/bayern2/wissen/gesundheitsgespraech/diabetes-108.html - 53:25

SPIEGEL-Beiträge von Joerg Blech (bei Google abrufbar):
27.09.2007 - Heilung durch Aktivität: Das Wundermittel namens Bewegung
02.01.2008 - Heilung durch Aktivität: Bewegung schlägt Zucker-Medikamente

Fischer-Taschenbuch, Auflage 5 (2008)
Joerg Blech: Heilung mit Bewegung - Wie Sie Krankheiten besiegen und Ihr Leben verlängern - 8,95 Euro (Amazon: Auslandsversand plus 10 Euro)

Morgen werde ich für moegliche Diabetes-Patienten die Wirkstoffe bekanntgeben, die derzeit in Deutschland eingesetzt werden.

Nachdem ich längere Zeit am Computer gesessen habe, muss ich nun aufstehen und mich auf meinem Laufband etwas bewegen, da vermutlich mein Blutglukose-Wert durch das pausenlose Sitzen ebenfalls wie im folgenden Beitrag von 100 auf 150 mg/dl gestiegen ist.

Video: Pausenloses Sitzen - wie ungesund ist es? - 6:18 -
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udo50

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Re: Wichtig: Epidemie Diabetes
« Antwort #2 am: 15. November 2014, 07:20:54 »

Moin Charly.
Mein lieber Scholli da hast du dir aber Mühe gemacht mit deinem Beitrag.Hoffentlich lesen die in Frage kommenden Mitglieder das auch komplett.

  Wahrscheinlich ist bei vielen Betroffenen Diabetikern die Einstellung wie bei den Alkoholikern. Insgeheim wissen sie schon das sie gesundheitliche Probleme haben .Reden sich die Problematik aber selber schön und klein , um den ach so geliebten und ungesunden Lebenswandel nicht um zu stellen
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Gruß Udo

drwkempf

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Re: Wichtig: Epidemie Diabetes
« Antwort #3 am: 15. November 2014, 10:54:57 »

Der Volksmund sagt dazu:

WEM NICHT ZU RATEN IST, DEM IST AUCH NICHT ZU HELFEN!

Unser expat charly hat sich wirklich große Mühe gemacht, wahrscheinlich ist er selbst nicht einmal betroffen.
Hut ab davor

Wolfram
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Tommi

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Re: Wichtig: Epidemie Diabetes
« Antwort #4 am: 15. November 2014, 11:27:01 »

Nun, ich ordne das Problem indirekt in die Rubrik "Sucht" ein.
Alles, was nur langsam krank macht und nicht gleich weh tut,
wird ignoriert. So ist der Mensch, so sind viele Menschen.

Ein Beinbruch, eine entzündliche Gallenblase - wir suchen nach
schneller Hilfe, weil es sofort und akut Schmerzen verursacht.

Rauchen          ---->  Lungenkrebs - das dauert meist viele Jahre und trifft eh nur die anderen.
Alkohol            ---->  Abhängkeit und alle Nebenwirkungen - nichts davon kommt über Nacht.
Fettsucht         ---->  Am Anfang steht das "süsse" Bäuchlein - das künstliche Kniegelenk lässt sich Zeit.
Diabetes          ---->  Schokolade schmeckt - Impotenz, Nierenschäden, langsame Erblindung - alles irgendwann.

Und nun soll "Mensch" auf Zigaretten, Alkohol und was weiss ich verzichten. Fest steht, bei Diabetes ist es am
schwersten, denn du verzichtest auf viele Dinge, nicht nur auf den einen "Problemstoff". Und schaut man sich
um, geraten wird der Verzicht (oft genug) von Ärzten, die sich offenkundig selbst nicht optimal im Griff haben.

Trotzdem, es lohnt sich zu kämpfen, achtet auf euch, besonders eure Liebsten werden es euch danken!
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Suksabai

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Re: Wichtig: Epidemie Diabetes
« Antwort #5 am: 15. November 2014, 11:53:21 »

Und nun soll "Mensch" auf Zigaretten, Alkohol und was weiss ich verzichten.
Trotzdem, es lohnt sich zu kämpfen, achtet auf euch, besonders eure Liebsten werden es euch danken!

Momentan (wahrscheinlich) noch kerngesund, möchte ich doch noch ein Argument aufwerfen:

Was ist wichtiger: Qualität oder Quantität????

Ich persönlich bin der Meinung, ein langes Leben in Selbstkasteiung kommt für mich nicht in Frage. Ich will damit nicht behaupten dass mein Lebenswandel exzessiv ist, aber Genuss ist ein wichtiger Bestandteil meines Erdendaseins.

Klar, jetzt kommt die Entgegnung, im Nachhinein würde ich es bereuen, ich kann es nicht 100% ausschliessen, aber würde ich vielleicht nicht auch bereuen, die durch Verzicht entgangenen Genüsse nicht erlebt zu haben???

Das muss jeder für sich selbst entscheiden C--

lg
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Ich kann, wenn ich will. Und wer will, dass ich muss, der kann mich mal !

Tommi

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Re: Wichtig: Epidemie Diabetes
« Antwort #6 am: 15. November 2014, 12:09:26 »

Das muss jeder für sich selbst entscheiden C--

Deine Meinung ist vollkommen in Ordnung. Jeder, wie er mag, ich bin dafür! ;}
Aber, für Leute, die ihre "Lebensqualität" vor ihre Gesundheit stellen, sind die
lieb gemeinten Ratschläge von @Expat Charly ja auch nicht wirklich gedacht.
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volkschoen

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Re: Wichtig: Epidemie Diabetes
« Antwort #7 am: 15. November 2014, 12:15:23 »

Zitat
Hoffentlich lesen die in Frage kommenden Mitglieder das auch komplett.

Hallo Charly,

Vielen, vielen Dank fuer deinen so wichtigen Beitrag. Ich kann das nicht an einem Stueck lesen, sondern auch immer der Reihe nach.

Ich seit einigen Monaten betroffen, aber ich konnte den Hebel umschalten. Kein Alkohol, anderen Speiseplan, mehr Bewegung usw.

Auf diesen Tag habe ich aber gewartet, denn ich bin erblich belastet. Deshalb war nach der Untersuchung sofort klar, sofort das Leben aendern.
Natuerlich gibt es auch manchmal einige kleinen Tiefen, aber das ist nur kurzzeitig.

Ich bin aber froh hier in Thailand zu leben. Hier faellt es mir leichter auf viele Sachen zu verzichten. Gerade wenn ich an die Vorweihnachtszeit denke und da habe ich ja das Marzipan, den Stollen usw, in mich hineingestopft. So etwas gibt es eben in meiner Pampa nicht und das ist gut so.

     
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Tommi

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Re: Wichtig: Epidemie Diabetes
« Antwort #8 am: 15. November 2014, 12:23:35 »

@volkschoen, super, darum geht es, um eine Hilfe zur Selbsthilfe!  ;}

Mir geht es wie dir, nur ist mein "Aha" schon drei, vier Jahre her.
Ohne dir den Mut nehmen zu wollen, eher soll es Wachsamkeit
erhalten - man muss sich auch später immer wieder hinterfragen.
Lässt der erste Schock nach, wird man gern etwas leichtsinniger. :'(
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Expat Charly

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Re: Wichtig: Epidemie Diabetes
« Antwort #9 am: 15. November 2014, 20:45:22 »

Zehn häufige Diabetes-Irrtümer (www.fr-online.de/gesundheit/zehn-haeufige-diabetes-irrtuemer,3242120,20858810.html)

Sollte einige Leser meines Beitrags nun der Meinung sein, sie müssten zur Aufrechterhaltung ihrer Gesundheit auf alle Annehmlichkeiten des Lebens verzichten, so sollten sie sich einmal über die häufigsten Diabetes-Irrtümer informieren:

Irrtum: Diabetiker dürfen keine Süßigkeiten essen.

Falsch! Genau wie bei gesunden Menschen sollte eine gesunde Ernährung und ein aktiver Lebensstil den Konsum von Süßigkeiten begleiten. Dann steht dem Genuss nichts mehr im Wege.

Irrtum: Diabetiker sollten nur kleine Mengen stärkehaltiger Lebensmittel essen.

Falsch! Grundnahrungsmittel wie beispielsweise Kartoffeln, Reis oder Müsli sind zwar sehr kohlenhydratreich. Deshalb kann der Eindruck entstehen, Diabetiker sollten sie moeglichst meiden.
 
Doch die Nahrungsmittel treiben den Blutzucker nicht so in die Hoehe wie zuckerhaltige Getränke. Denn stärkehaltige Produkte erhoehen den Blutzucker nur langsam. Stärke besteht aus langkettigen Zuckern, sogenannten Mehrfachzuckern.

Der Koerper muss die Mehrfachzucker zunächst in kleine Glukosebausteine aufspalten. Dann erst gelangt die Glukose ins Blut. In Kartoffeln und Reis sind außerdem Ballaststoffe enthalten. Sie wirken zusätzlich ausgleichend auf den Blutzuckerspiegel.

Auch ein Gläschen Alkohol hin und wieder ist durchaus erlaubt, sofern man den Willen besitzt, es bei dem einen Gläschen Alkohol pro Tag zu belassen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es oft bei dem einen Gläschen nicht bleibt. Bis vor 3 Jahren habe ich über 50 Jahre regelmäßig geraucht und Alkohol getrunken und weiß somit, wovon ich rede.

Dann habe ich von heute auf morgen diese Gewohnheit beendet. Wenn ich nun einmal ein Gläschen Bier trinke, welches selten vorkommt, bin ich gleich beschwipst. Früher brauchte ich mehrere Gläser aufgrund des regelmäßigen Genusses von Alkohol (allerdings nur am Wochenende), um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Im übrigen ist Alkohol in kleinen Mengen für den Koerper mit gesunder Leber sicherlich nicht schädlich, denn er weitet die Gefäße im Gegensatz zu Nikotin, welches die Gefäße verengt. Allerdings ist Alkohol ein hoher Energieträger: Eiweiß und Kohlenhydrat 4 kcal/g, Alkohol 7 kcal/g, Fett 9 kcal/g. Deshalb kann regelmäßiger Genuss von Bier (Kohlenhydrat und Alkohol) zu einer Erhoehung des Koerpergewichtes führen (Fett am Bauch oder den Hüften - Muskelaufbau erfolgt durch Bewegung).

Beim Genuss von Alkohol und Süßigkeiten sowie den übrigen Nahrungsmitteln sollte man immer an die Erkenntnis von Paracelsus vor 500 Jahren denken: "Allein die Menge macht das Gift!"


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Expat Charly

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Re: Wichtig: Epidemie Diabetes
« Antwort #10 am: 16. November 2014, 00:10:00 »

Am 14.11.2014 versprach ich (für die Diabetiker unter den Lesern), die Wirkstoffe bekanntzugeben, die derzeit in Deutschland eingesetzt werden (die Daten wurden dem Arzneiverordnungs-Report 2010 entnommen - im Internet leider nicht abrufbar).

Im Jahr 2009 wurden zur Diabetes-Therapie folgende Wirkstoffe (als Generikum von verschiedenen Lieferanten zu unterschiedlichen Preisen lieferbar) und patentierte Medikamente (alle Apotheken liefern das Medikament zum gleichen Festpreis des Herstellers, der das Patent auf den jeweiligen Wirkstoff hat):

                                                                                                                                     Tagesdosen
                                                                                                                                     -------------
Humaninsuline (kurzwirksame Insuline, Verzoegerungsinsuline, Mischinsuline)                        491 Mio.
Insulinanaloga (kurzwirksame Insuline, langwirksame Insuline)                                             316 Mio.
                                                                                                                                        ---------
sämtliche Insuline                                                                                              insgesamt 807 Mio. x 1,47 Euro

Metformin                                                                                                                         507 Mio. x 0,30 Euro

Sulfonylharnstoffe                                                                                                             

   Glibenclamid                                                                                                                   99 Mio. x 0,23 Euro
   Glimeperid                                                                                                                    368 Mio. x 0,17 Euro
   Gliquidon (als "Glurenorm" patentiert)                                                                              3,8 Mio. x 0,75 Euro
                                                                                                                                       ---------
sämtliche Sulfonylharnstoffe                                                                               insgesamt 471 Mio. x 0,18 Euro
   
Patentierte Diabetes-Medikamente zum Festpreis des Herstellers
------------------------------------------------------------------------
Markenname          Tagesdosis  Tagesdosen/Jahr
Glurenorm              0,75 Euro       3,8 Millionen
Novonorm              1,29             31,6
Glucobay                1,47             13,3
Diastabol                1,59              1,1
Avandia *               1,73              7,4 - *2010 Vertriebseinstellung auf Weisung des Bundesamtes für Arzneimittel
Starlix                    1,86              4,1
Actos                     1,91              31,6
Januvia                  1,97              18,7
Xelevia                   1,97                8,4
Janumet                 1,98              11,7
Velmetia                 1,99              10,9
Competact              2,01              12,8
Eucreas                  2,01                6,3
Avandamet *          2,33              15,3 - *2010 Vertriebseinstellung auf Weisung des Bundesamtes für Arzneimittel
Byetta                    3,26                7,7 - 13.05.2011 Kritik Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Pankreaskarzinome!
Victoza                   4,00                1,9 - Empfehlung des arznei-telegramm 09/2009: Nicht verordnen! GLP1-Analog.
                                                  --------
                                  insgesamt 183 Mio. Tagesdosen

2009 wurden insgesamt 2.008 Mio. Tagesdosen Diabetes-Medikamente von oeffentlichen Apotheken geliefert = 5,5 Mio. Diabetiker.

Die Medikamente "Byetta" und "Victoza" sind zwei neue Wirkstoffe, die in Kombination mit Metformin und/oder Sulfonylharnstoffen verwendet werden, wenn die Behandlung mit letzteren Wirkstoffen zusammen mit Diät und mehr Bewegung keine ausreichende Blutzuckersenkung bewirken konnte. Außerdem versprechen die Hersteller der neuen Wirkstoffe eine Gewichtsreduktion bei Problempatienten mit sehr hohem Übergewicht.

Diese neuen überteuerten Medikamente werden in den Markt gedrückt mittels sogenannter "Anwendungsbeobachtungen". Der verordnende Arzt erhält von dem Pharma-Unternehmen für die Verordnung des neuen Wirkstoffes einen bestimmten Betrag pro Patient (nicht unter 100 Euro pro Patient), damit er die Anwendung des neuen Wirkstoffs "beobachtet" und moegliche negative Nebenwirkungen meldet.

Einige Ärzte lehnen diese fragwürdigen Anwendungsbeobachtungen ab und verordnen neue Wirkstoffe erst 2-3 Jahre nach deren Einführung, weil dann auch sämtliche negativen Nebenwirkungen dieser neuen Medikamente bekannt sind. So fragt man sich beispielsweise, ob die neuen Medikamente "Byetta" und "Victoza" vor deren Einführung von den Herstellern auch ausreichend geprüft wurden (wurden genügend Patienten über einen längeren Zeitraum untersucht?).

Interessehalber fragte ich meinen Stammapotheker, mit welchen Arzneimittelkosten der Diabetiker in Thailand rechnen muss. Der Wirkstoff Metformin 500 mg  kostet bei ihm 80 Baht/100 Stück und das Glukose-Messgerät "Akku Chek Roche" 1.300 Baht plus Teststreifen, die bei jeder Glukosebestimmung erforderlich sind. Nach weiteren Preisen für andere Wirkstoffe habe ich nicht gefragt, da die Preisermittlung nicht so einfach ist wie in Deutschland. Über einen Computer und ein Programm, welches alle lieferbaren Wirkstoffe enthält, verfügt diese Apotheke nicht.

Viel Metformin verkauft diese Apotheke nicht, da die Diabetiker zumeist die Medikamente im Staatlichen/Städtischen Krankenhaus kostenlos erhalten.


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volkschoen

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Re: Wichtig: Epidemie Diabetes
« Antwort #11 am: 16. November 2014, 09:23:33 »

ExpatCharly, wieder von mir ein dickes Lob und vielen Dank.  }}
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Re: Wichtig: Epidemie Diabetes
« Antwort #12 am: 17. November 2014, 16:48:32 »

SPIEGEL 17.11.2014: "Abnehmen - Sport allein macht nicht schlank"

Täglich stelle ich fest, wie viel oder vielmehr wie wenig Kalorien ich auf meinem Laufband durch Bewegung verbrauche. Und dennoch ist die Bewegung außerordentlich wichtig, da bei unzureichender Bewegung Muskelmasse abgebaut wird. Dagegen produziert Bewegung neue Muskelmasse, und die Muskeln schütten die sogenannten "Myokine" aus, die für die Aufrechterhaltung der Gesundheit sehr wichtig sind.

Weitere Infos:

Planet Wissen "Muskeln - Mehr als nur stark!" (www.planet-wissen.de/sendungen/2012/02/01_muskeln.jsp) sowie
Video bei www.dailymotion.com "Planet Wissen: Muskeln - Mehr als nur stark!" 58:39 Min.
Thema bei hitec/3sat: "Das wichtigste Stoffwechselorgan" (www.3sat.de/page/?source=/hitec/144772/index.html)

Der obige SPIEGEL-Beitrag endet mit folgenden Ausführungen: "Dennoch ist regelmäßige Bewegung ratsam. Dass Sport vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes  und vielen weiteren Krankheiten schützt, ist hinreichend belegt."

Selbstverständlich muss man sich nicht nur ausreichend bewegen, sondern auch die tägliche Kalorienzufuhr auf ein vernünftiges Maß begrenzen.
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Re: Wichtig: Epidemie Diabetes
« Antwort #13 am: 19. November 2014, 20:42:15 »

Übergewichtige Menschen müssen nicht unbedingt weniger gesund sein als schlanke oder dünne Menschen, ist folgendem Beitrag zu entnehmen:

3sat-Beitrag vom 23.10.2014: Dicke leben länger (43:17)
www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=46418

In diesem Zusammenhang erinnert man sich an die Aussage der dänischen Ärztin in dem 3sat-Beitrag "Das wichtigste Stoffwechselorgan" (Bizeps, Trizeps & Co.): "Besser fett und fit als dünn und faul".

Man muss nicht zwingend Sport treiben, aber Bewegung in das alltäglich Leben integrieren - andernfalls erfolgt ein Abbau von Muskelmasse mit den schädlichen Folgen für die Gesundheit. Bewegliche Muskeln produzieren dagegen Myokine, die für die Aufrechterhaltung der Gesundheit wichtig sind.
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Expat Charly

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Re: Wichtig: Epidemie Diabetes
« Antwort #14 am: 19. November 2014, 23:36:50 »

Ein ergänzender 3sat-Beitrag zur vorherigen 3sat-Sendung "Dicke leben länger":

3sat-Beitrag vom 23.10.2014: "scobel - Bewusst essen" (59:16)
www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=47021

Hoffentlich ist Euch mit diesen TV-Beiträgen nicht der Spaß an der Essenslust vergangen - schließlich ist Essen auch ein Teil unserer Kultur.
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