Das wird jetzt ein längerer Beitrag. Ich hoffe niemanden zu langweilen.
Es sind schon drei Monate her, seit wir unsere EOS in Chaeng Watthana gemacht haben. Nochmal zur Erklärung und Erinnerung: nach unserer Eheschließung in Bangkok im Jahre 1975 lebte meine Gattin mit mir 32 Jahre in Deutschland, sie erhielt auch einen deutschen Pass. Bei der Anmeldung in Bang Sao Thong infolge unserer Auswanderung vor 18 Jahren wurde festgestellt, dass sie weiterhin thailändische Staatsbürgerin ist und es wurde ihr sofort eine Thai ID ausgestellt. Sie moechte keinen Thai Pass, sie fühlt sich eher wie eine Deutsche. Da sie mit dem deutschen Pass eingereist ist, muss sie die EOS machen, welche sie aber ohne Umstände bekommt.
Ein Besuch in Chaeng Watthana geht nicht ohne unliebsame Überraschung von statten. So gab es letztes Mal auch einige Merkwürdigkeiten. Ebenso bei der letzten und der vorletzten 90-Tage-Meldung gab es Aufälligkeiten. Ich denke, dass es da einen gemeinsamen Hintergrund gibt. Die letzten Meldungen waren am 31.Oktober fällig. Ich schickte sie am 20.Oktober ab und erhielt auch sofort die Bestätigungen der Eingänge. Als nach einer Woche keine Rückmeldung kam und der Stand auf "pending" blieb, schrieb ich eine Email und zwei Tage später waren die Meldungen genehmigt.
Die Meldungen zuvor mussten wir ja persoenlich machen und auch da gab es eine Verzoegerung. Wir mussten zwar nicht warten, da ich im Rollstuhl sitzend gleich zum Priority Schalter durfte, doch da hängte sich der Computer auf, wie die Beamtin sagte. Alle waren aber recht freundlich.
Freundlich begrüßt wurden wir auch ein paar Wochen später am Empfang, sie erkannten uns wieder. Nach dem Ablichten wurde mir wieder ein Rollstuhl zur Verfügung gestellt. Zuerst ging es runter zur Kasikorn für den notwendigen Papierkram. Eine zweite Angestellte muss ja stets durch Abgleich mit dem Pass bestätigen, dass ich derjenige bin. Probleme gibt es immer mit der Unterschrift, da ich dummerweise beim Eroeffnen des Bankbuches, auf dem das Geld übrigens stets verbleibt, ein anderes Kürzel verwendet hatte. Meiner Bitte, die Papiere zu kopieren, da ich sie das nächste Mal auf einer anderen Filiale austellen lassen muss, wurde entsprochen. Später fragte ich die Immigration Beamtin, ob die Schriftstücke wirklich am Tage der EOS ausgestellt sein müssen. Sie sagte, dass dies auch 3 oder sogar 7 Tage zuvor gemacht werden kann, aber das Bankbuch am selben Tag upgedatet sein muss. Wie ich das bewerkstelligen kann, weiß ich noch nicht.
Wir holten uns oben die Wartenummern, keine Bevorzugng für Leute im Rollstuhl. Es gab keine Nummer für den ersten Schreibtisch, an dem zuvor die Vollständigkeit der Unterlagen geprüft wurde, er war auch nicht durchgehend besetzt. Als klar wurde, dass wir vor 12 Uhr nicht drankommen würden, gingen wir in einen der Food Courts zum Mittagessen. Wir sind übrigens um 9.15 Uhr zuhause abgefahren und waren um 16.15 Uhr wieder zuhause, nach jewils 1,5 Stunden Taxifahrt, unser Fahrer wartete auf uns.
Während wir wieder warteten, kamen aus dem hinteren Bereich schnurstracks zwei ältere Beamtinnen auf uns zu und begrüßten uns freundlich. Sie baten meine Frau mitzukommen und dabei alle Unterlagen, die Pässe und ihre ID Karte mitzunehmen, von der zuvor keine Rede war. Die Hoffnung, dass wir schneller drankommen würden, wurde enttäuscht. Während ich wartete ging eine Beamtin mit meiner Frau zum ersten Schreibtisch und als meine Gattin zurückkam, reichte sie mir einige Papiere, die wir unterschreiben mussten. Ich kam gar nicht dazu sie zu lesen. Dabei bemerkte ich, dass die Kopie ihrer ID Karte bei meinen Unterlagen war. Die beiden Beamtinnen waren ausgesprochen freundlich, die eine machte noch einen Witz, den ich nicht verstand, sie amüsierte sich darüber, dass der Australier, der im Rollstuhl neben mir wartete, 81 Jahre alt war ud ich die Wartenummer 81 hatte. Ich bekam den Eindruck, dass es irgendwo einen geheimen Raum gibt, in dem die Beamten genau informiert sind, wer das Gebäude betritt.
Wir mussten nicht lange warten und durften dann gemeinsam unsere Unterlagen vorlegen. Natürlich noch Unterschriften hier und die Telefonnummer da und ich musste zum ersten Mal extra unsere Adresse auf eines der Formulare schreiben. Diese unsere Adresse ist wohl auch der Knackpunkt, der für Verzoegerungen verantwortlich ist. Aber schließlich wird Nachsicht geübt mit den beiden Alten, der eine im Rollstuhl, die andere verunsichert und mit schiefen Zähnen. Immerhin sind wir schon lange im Land und lange zusammen und haben schon oft die EOS erhalten. Wir haben ja Kopien unserer Hausbücher (meines gelb) und unserer ID Karten (meine rosa) vorgelegt. Einmal wollte übrigens eine schnoeselige, junge Beamtin auf einem Schrank sitzend unsere Heiraturkunde sehen. Seitdem habe ich immer eine Kopie dabei. Ich denke, manchen Beamtinnen macht es Freude Macht auszuüben über ängstliche, bittstellende Ausländer.
Meine Frau erhielt 2 Formulare als überflüssig zurück und musste auch wie somst beim Fotomachen kein Blatt vor sich halten. Nach vielem Umschichten und Bekritzeln der zahlreichen Papiere durften wir draußen warten, aber es dauerte nicht lange bis wir unsere Pässe und mein Bankbuch gegen eine Unterschrift zurückbekamen. Wieder Ruhe für ein Jahr.