Ein bißchen TIP-Geschichte, bevor hier alles untergeht...
Die bis Anfang 2008 gültige TIP-URL finden sie hier:
https://web.archive.org/web/20260000000000*/http://www.tip-thailand.org/Default.asp
Und noch eine ältere URL fand ich eben hier:
https://web.archive.org/web/20260000000000*/http://www.tip-forum.de/contents1.asp?ID=13Ich hab dort tatsächlich einige Beiträge von mir selbst ausgegraben, an die ich mich gar nicht mehr erinnern konnte. Aus einer Zeit, als ich noch nicht mal im Forum angemeldet war. Hab heute auch das erste Mal überhaupt danach gesucht. Die Beiträge halte ich jetzt auch vor allem für mich selbst fest, damit ich die nicht morgen schon wieder vergessen habe. Der älteste hier ist vom 12. Mai 2006.
In meinem Alter sollte man sich ja bekanntlich sowieso alles aufschreiben...
https://web.archive.org/web/20071026040948/http://www.tip-forum.de/contents1.asp?ID=13https://web.archive.org/web/20060512034109/http://www.tip-forum.de/contents1.asp?ID=13https://web.archive.org/web/20060624144340/http://www.tip-forum.de/contents1.asp?ID=13Diese Beiträge aus dem gedruckten TIP hat
Roy damals ohne mein Zutun eingestellt. (Mein Redaktionskürzel
hmh als Forenname gleich dazu, allerdings ohne den Punkt, auf den ich doch großen Wert lege
![Lachtot :]](https://forum.thailandtip.info/Smileys/t3net/icon_lachtot.gif)
, weswegen ich mich selbstverständlich geweigert habe, unter "hmh" ohne Punkt auch eine einzige Zeile zu schreiben). Ich wollte damals überhaupt nichts mit dem Forum zu tun haben. Das habe ich Roy dann auch geschrieben. Worauf er es wiederum prompt im Druck-TIP im Original abdruckte und auch im Forum mitteilte:
https://web.archive.org/web/20060904025737/http://www.tip-forum.de/contents1.asp?ID=13Von da an hatte ich endgültig meinen Ruf als arroganter Pinkel weg, weil ich den geschätzten TIPianern meine Ergüsse nicht kostenlos überlassen wollte.
![Lachtot :]](https://forum.thailandtip.info/Smileys/t3net/icon_lachtot.gif)
Ein paar Beiträge hat Roy dann trotzdem noch ins Forum gesetzt, unter meiner eigens von ihm eingerichteten Rubrik, aber ohne Namensnennung,
zum Beispiel den über
Bangkoker Taxis:
https://web.archive.org/web/20070111123046/http://www.tip-forum.de/contents1.asp?ID=13Einige Zeit später habe ich dann nochmal einen draufgesetzt (im Druck-TIP), um meinem Ruf auch wirklich gerecht zu werden.

Der Beitrag brachte dann das Faß endgültig zum Überlaufen (im Forum).
(
Roy und ich sahen das damals allerdings so: Über keine Rubrik wurde mehr geschimpft als über meine, aber gelesen wurde sie garantiert
![]-[](https://forum.thailandtip.info/Smileys/t3net/icon_angel.gif)
)
Leider habe ich den Original-Threat im Forum, in dem fast alle Häuptlinge hier das Kriegsbeil ausgegraben hatten (noch) nicht gefunden. Auch meinen ersten Beitrag zu Weihnachten 2007 im Forum, in dem ich mich dann doch noch selbst angemeldet hatte (mit Punkt
![Lachtot :]](https://forum.thailandtip.info/Smileys/t3net/icon_lachtot.gif)
), um die Wogen zu glätten, habe ich noch nicht wiedergefunden (müßte genau zu Weihnachten oder ganz kurz davor gewesen sein). aber die Geschichte ist ungefähr hier beschrieben:
https://www.hmhensel.com/nokia-lumia-1020-handy-beste-bilder/Für die Ausgabe der TIP Zeitung für Thailand vom 5. August 2007 schrieb ich eine Kolumne, die im Leserforum des Blattes einen Indianeraufstand verursachte. Meine Schmähschrift E-Müller, Händi-Brüller und andere Kotzbrocken sorgte für Wogen der Empörung. Der monatelange Aufruhr am TIP-Lagerfeuer war der Auslöser , daß ich mich dort zu Weihnachten 2007 auf dringende Bitte des TIP-Chefs selbst anmeldete, um beizutragen, daß die Kriegsbeile begraben und die Friedenspfeifen wieder aus den TIPis geholt wurden.
Heute verstehe ich die rebellischen Krieger. Ich hatte meinen Vorurteilen gegen Leute, die mich mit schlampig geschriebenen Emails (Ergänzung 3. 10. 2026: und Forenbeiträgen) nerven oder sich öffentlich am Telefon über private und nichtige Dinge austauschen, freien Lauf gelassen. Der Artikel tat mir gut. Ich hatte ihn vor allem für mich geschrieben.
Der Abschnitt in der Kolumne fing so an:
E-Müller und Händi-Brüller
‹Elektronische Post ist ein gewaltiger Zeitfresser.› Das ergab eine Studie des Henley Management College über Führungskräfte in Skandinavien, Großbritannien und Deutschland. Das Ergebnis laut Frankfurter Allgemeine Zeitung: Zwei Stunden plagen sich hochbezahlte Chefs täglich mit E-Müll herum, während man früher die Post nach der kundigen Vorsortierung durch die Sekretärin bei einem Kaffee nebenbei gelesen und dann in einer halben Stunde alle Antworten erledigt hatte.
Ein Großteil der eingehenden Nachrichten sei vollkommen irrelevant, klagten die Manager. Fachleute nennen das Hydra-Effekt: ‹E-Post erzeugt neue E-Post und verzögert Prozesse.› In manchen Fällen gehen dieselben Texte drei-, vier- oder auch sechsmal hin und her. Anstatt Gedanken in Sätze zu kleiden, die auch für sich alleine einen Sinn ergeben (oder noch besser: die Antwort überhaupt erst mal zu überdenken), werden schon beim Lesen eilig ein paar Antwortbrocken zwischen die Zeilen gehackt. Dieser unausgegorene Brei wird dann insgesamt zurückgemüllt, was sich kurz darauf nicht selten in Gegenrichtung wiederholt: Krieg der Arbeitsspeicher im Server-Weltall. Wahrscheinlich sind Festplatten im eigenen Rechner bald so überflüssig wie große Bereiche im Hirn einiger E-Müller.
Effektiver Einsatz der elektronischen Post als interner Kommunikationsweg und Ersatz für direkte Gespräche sei, so das Ergebnis der Studie, überwiegend reines Wunschdenken. 43 Prozent der Führungskräfte stimmten darin überein, daß nur in jeder zehnten E-Post eine klare Botschaft formuliert werde. ‹Die E-Mail Nutzung ist außer Kontrolle geraten›, faßte Direktor Peter Thomson vom Henley Management College das Ergebnis der Studie zusammen. Meine Übersetzung: Oft wird gar nicht mehr kommuniziert. Man vermüllt sich Festplatten und Lebenszeit.
Mehr oder weniger erfolgreich versuche ich seit Jahren, dieser Gefahr für mich einen organisatorischen Riegel vorzuschieben: Wer schon bei der Anschrift versagte und zum Beispiel bloß unter irgendeinem Indianernamen mit mir verkehren will, war zum Beispiel noch nie ein Verlust, wenn er gleich an der ersten Hürde scheiterte und im Papierkorb landete.
Zur Ferienzeit arbeite ich ein- bis zweimal im Jahr vertretungsweise ‹fest› für eine meiner früheren Redaktionen. Dann komme ich nicht um gewisse, als E-Müll einlaufende Beiträge herum. Das stört mich auch nicht; im Gegenteil; ich redigiere ausgesprochen gern und meist zur Zufriedenheit der Redigierten. Was mich aber wohl stört, sind eine gewisse Sorte Vorsatz-Legastheniker, die sich auch noch darin gefallen, ihre schriftlichen Absonderungen in Leserbriefen, Mitteilungen und Anfragen ohne Rücksicht auf Groß- oder Kleinschreibung und ohne Interpunktion einzusenden.
Durchgehende Kleinschreibung und fast völlig fehlende Zeichensetzung, wie man sie auch in Leserbriefen im TIP gelegentlich sieht (natürlich unredigiert, denn es wird ja kein Schmerzensgeld mitgemüllt), sind im Deutschen, einer hochentwickelten Kultursprache mit langen Wörtern und noch längeren Schachtelsätzen, Folter des Lesers; reiner Terror. Durch grundsätzliche Kleinschreibung weisen sich Rüpel aus. Wer so schreibt, der hat auch sonst keine Manieren. Jeder Redakteur, der seine Berufsbezeichnung nicht im Lotto gewonnen hat, hat solche schriftlichen Zumutungen sofort nach dem Anlesen dorthin zu klicken, wo sie hingehören: In den Abfall. Jeder echte Legastheniker, der sich nur etwas Mühe gibt (und das tun fast alle, selten fallen sie als Erwachsene überhaupt jemals auf), ist ein Lichtblick dagegen.
TIP-Chefredakteur Roy [Dettmar] sagte mir zu diesem Thema, daß auch der Schriftmüll seinen Zweck habe, denn im Wettstreit mit der Finsternis würden ja die echten Sterne nur um so heller strahlen. Das war, obwohl mit einem Augenzwinkern gesagt, für mich ein ganz neuer Aspekt. Dennoch: deutsche Texte in durchgehender Kleinschreibung sind Ausdruck der Geringschätzung des Lesers durch den Schreiber.
Den Terror dieser Zeitgenossen tue ich mir nie länger als zwei, drei Zeilen an. Seit Jahren warte ich darauf, daß sich wegen meiner bestens funktionierenden Müllabfuhr per Mausklick mal einer beschwert — aber die Schreibterroristen scheinen sich gar nicht darum zu scheren, ob man ihre Absonderungen überhaupt liest. Ich jedenfalls lese sie nicht und fühle mich überhaupt dafür zuständig, dafür zu sorgen, daß zumindest die Leser meiner Druckseiten so eine Entscheidung gar nicht erst treffen müssen.
Es mag ein Recht existieren, auch Inhalte von Dummköpfen auszuleeren; aber deshalb gibt es noch lange keine Pflicht, seine Leser zum Müllschlucker der schlechten Manieren jener leider auch schreibenden Leute zu machen. Wer, obwohl er es könnte, auf seine Rechtschreibung nicht achtet, steht für mich auf dem gleichem Niveau wie einer, der sich die braunen Raucherzähne nie putzt, mit Klobürstenfrisur ’rumrennt, trotz Knoblauchessen die Wäsche nicht wechselt und seinen durch konsequentes Ignorieren kultureller Errungenschaften wie Bimsstein, Bürste und Vaseline angezüchteten Käsekranz um Ferse und Zehen nie schrubbt.
Weil ich gerade so schön beim Schimpfen auf die Alltagsterroristen bin, gleich auf an die nächste Front!
‹Kein Mobiltelephon zu haben, spart es einem, an der Fleischtheke Sätze sagen zu müssen wie «Ich liebe Dich auch, Mutti!» und mit dem untergeklemmten Ding so auszusehen wie Stephen Hawking am ersten Arbeitstag im Callcenter.› Schön geschrieben von York Pijahn in Myself. Sie befindet Sie sich in bester Gesellschaft: ‹Wer ständig erreichbar sein muß, gehört zum Personal›, verkündete ja auch schon einmal einer meiner Lieblingskollegen, Johannes Gross, in der F.A.Z.
Daß ich kein Funktelephon benötige, erkannte ich, als Harry eines anschaffte. Harry, müssen Sie wissen, kam im gleichen Jahr wie ich in die Volksschule und verließ sie im 14. Lebensjahr nach der zweiten Klasse, in der er ungefähr vier- oder fünfmal hängengeblieben war. So etwas kam in den 1960ern bei vorsätzlicher Dummheit in fränkischen Häckerdörfern mit Ober- und Hauptlehrern von altem Schrot und Korn an der Dorfschule schon mal vor.
Aber egal. Entweder wegen der Stütze oder vielleicht auch auf Wunsch seiner Freundin muß Harry inzwischen ständig erreichbar sein. Es wird ja heutzutage alles immer komplizierter.
Einmal erlebte ich ihn, wie er auf unserem Kirchplatz vor großem Publikum ins Mobiltelephon brüllte, als gäbe er Anweisungen für ein Limit über elf Millionen in Aktien-Verkäufen. Dabei verabredete er sich bloß mit seinem Kumpel Gerhard für den Abend an der Bier-Zapfsäule.
Seitdem ist das Thema Mobiltelephon für mich erledigt. Dinge, die Harry und Gerhard brauchen, waren noch nie was für mich.
Für alle Händibrüller in Zügen und Restaurants, in den Warteschlangen bei Aldi und Foodland sowie für die gemeingefährlichen Hohlköpfe, die man ständig beim Radeln und am Steuer lebhaft beim Fernquatschen sieht, schlage ich den sofortigen Entzug des Führerscheins vor, den man erst nach einem erfolgreich abgeschlossenen, ganz speziellen Idiotentest wieder erhält.
Quelle: E-Müller und Händi-Brüller (2/3 runter auf der Seite) https://thailandtip.info/2010/01/27/aus-meinem-papierkorb-neue-fundstuecke/
Tatsächlich glätteten die Wogen und Roy beförderte mich gleich am nächsten Tag ungefragt zum gefühlten Oberhäuptling. Plötzlich sah ich nach dem Einloggen im Forum irgendwelche neuen "Buttons", die ich erst mal lieber nicht anrührte...

Jedenfalls lag dann ein paar Wochen später ausgerechnet auf "meiner" Rubrik auch die offizielle Einladung zum TIP-Redaktionstreffen:
https://web.archive.org/web/20070302225246/http://www.tip-forum.de/contents1.asp?ID=13 Von dem treffen haben wir hier sogar noch ein schönes Bild (Bildbeschreibung mit Namen der Häuptlinge hier:
https://www.instagram.com/p/Cq8406tKMk2/):
Und tatsächlich, ab diesem Treffen wurden dann fast nur noch Friedenspfeifen geraucht, die Kriegsbeile waren begraben.
![]-[](https://forum.thailandtip.info/Smileys/t3net/icon_angel.gif)
