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Autor Thema: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier  (Gelesen 10288 mal)

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mfritz31

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Re: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier
« Antwort #15 am: 09. Mai 2010, 17:49:33 »

Fortsetzung...

Ich habe den Strassenverkehr in und um Phayao etwas genauer beobachtet.
In der Stadt Phayao selbst wird gefahren, wie in jeder anderen Provinzhauptstadt auch, insofern ist hier nichts Besonderes zu berichten.

Die Entdeckung der Langsamkeit erfährt man jedoch, wenn man aufs Land heraus fährt. Wie mir Verwandte berichteten, braucht der Linienbus für die 75km kerzengeradene Strecke von Phayao- Stadt über Chun bis Chiangkham geschlagene 2,5 - 3 Stunden. Dies liegt daran, daß der unklimatisierte Bus jeden Fahrgast am Strassenrand aufnimmt und mit sage und schreibe 35- 50 km/h durch die Lande tuckert. Für die 95km von Chiang Rai nach Chiangkham braucht derselbe Typ Bus ca. 4 Stunden, wobei hierbei ein kleineres Gebirge mit einigen engen Kurven zu überwinden ist. Dieses Gebirge, welches kurz hinter Amphoe Thoeng anfängt, ist sehr unfallträchtig, wie man an den durchbrochenen Leitplanken und den Bremsspuren unschwer feststellen kann. Manchmal sieht man auch die Laster und PKWs noch im Graben liegen.
Kleine Realsatire am Rande: Die lokalen Behörden haben dort einige Schilder aufgestellt: อุบัติเหตุ ? โทร 1669 (Bei Unfall 1669 anrufen)...ich sehe auf mein Handy- Display...kein Netz, da mitten im Wald.  :D

Überhaupt nehmen es die Behörden mir ihrer Arbeit nicht so sehr genau: Ein Schwager hatte vor 4 Tagen mitten in der Stadt an einer Ampel einen Zusammenstoß mit einem anderen Pick-up.
Warum ? Die Stadtverwaltung hatte die Ampeln so gestellt, daß alle auf gleichzeitig "grün" hatten. Die Schuldfrage war somit recht klar, jedoch sagte ein Vertreter der Verwaltung, daß man keine Verantwortung übernehmen werde. Falls jemand nicht damit zufrieden sei, so solle er die Stadtverwaltung verklagen...am Ende sind beide Unfallparteien nach Hause gegangen und jeder hat seinen Schaden selbst bezahlt.

Das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer ist öfter auch sehr besorgniserregend. Die Mopeds schiessen ohne zu gucken aus den Seitenstrassen heraus oder biegen einfach auf die Hauptstrasse auf. Manche bremsen an der Eingabelung an, drehen den Kopf zu mir, sehen mich auf der Hauptstrasse herannahen...und geben freudig Gas. Das sorgt dann immer für Adrenalinstöße bei mir.
Fussgänger sind auch nicht ohne, denn Viele überqueren nach Lust und Laune die Strasse in der Stadt, ohne Anzeichen von Eile und ohne auf den Verkehr zu achten.
Die Parkerei vor dem einzigen 7-11 in der Innenstadt (es gibt noch einen bei der PTT- Tankstelle schräg gegenüber vom Spital) ist am Abend chaotisch, mit Autos in der zweiten und dritten Reihe parkend, bis fast die ganze Fahrbahn zugestellt ist. Das Personal bei 7-11 ist legendär freundlich, ganz anders als in bkk. Beim Eintritt in den Laden wird man fast immer mit "Sawasdee Jao" begrüßt. Das hört sich so schön an, dass man geneigt ist, nochmal rauszugehen, um es beim erneuten Eintritt nochmals hören zu können.

Ach ja, die Helmquote liegt bei ungefähr 5%, die Fahrgeschwindigkeit von Mopeds liegt so bei 40- 50 km/h ausserorts. Wenn ich von hinten nahe, bremse ich öfter runter, weil ich vom Fahrstil des Vordermannes ableite, dass dieser sicher gleich auf der Strasse wenden wird. Aber nichts, er/sie schleicht immer weiter geradeaus.
Sehenswert auch die älteren Damen, die mit dem Fahrrad und Regenschirm durch die Stadt fahren. Sieht man heutzutage nur noch selten in LOS.

Etwas Besonderes ist die Kurvenschneiderei: Trotz der geringen Fahrgeschwindigkeit lassen es sich die Meisten nicht nehmen, in Kurven ein "Abkürzung", sprich die Gegenfahrbahn zu nehmen, was immer wieder zu gefährlichen Situationen führt. Wieder Stichwort Adrenalin.

Gastronomie auf dem Land: Die ganzen Gastro- Ketten glänzen durch Abwesenheit, also nix mit Hot Pot, Daidomon, Fuji, Shabushi, Sizzler oder Oishi. Der nächste McDonalds ist in CNX, ca 220km entfernt (vielleicht gibts einen in CEI, habs aber noch nie bemerkt). Jediglich KFC ist da, aber immer so leer, daß man Angst haben muss, daß der bald wieder zumacht. Kein Wunder, ไก่ทอด (Hähnchen) gibts vor dem Markt für 25 THB pro Schlegel, also knapp die Hälfte des Preises von KFC. Guat-dieauw kostet schlappe 15 THB und schmeckt ganz toll.  ;}
Was bleibt also für Dinner ? Richtig, หมูกะทะ, das Korean BBQ. Das Buffet kostet hier 89 THB, allerdings ist die Auswahl nicht so reichhaltig wie in bkk. So fehlen Shrimps, Krebse und Garnelen vollständig.

Gewöhnungsbedürftig sind auch die Stosszeiten: Während in bkk der Laden erst so ab 20.30 - 21.00 voll wird, ist in Phayao schon ab 18.00 guter Betrieb. Ab 20.00 gehen die Leutz dann schon langsam wieder nach Hause und es wird leer. Um 22.00 ist dann meistens Feierabend.
Die Atmosphäre im Lokal ist auch gewöhnungsbedürftig, denn es ist fast totenstill, denn es gibt keine Live- Musik wie in bkk. Die Gäste reden auch nicht nicht viel oder laut; man sitzt am Tisch und isst und geht hernach zugig nach Hause. Mir ist mal im Lokal der Schlüsselbund am Tisch runtergefallen und ich hab den Aufschlag deutlich gehört, so niedrig war der Geräuschpegel.
Die Zubereitung der Zutaten und die Würzerei unterscheidet sich natürlich auf von bkk: Es ist eher deftig, so ungefähr wie Hausmacher Art in DACH. Singha Bier ist fast immer nach der 2. Flasche aus oder nicht mehr kalt im Kühlschrank....überhaupt hört man auf dem Dorf sehr oft in Läden die Antwort บ่มี (ist alle, aus).

Zum Schluss die Leute und wie sie ticken:

Es ist so, wie @hmh schon im anderen Thread sagte, daß man als Mann alleine durch den Norden fahren kann, ohne ständig irgendwelche Töchter oder kleine Schwestern angeboten zu bekommen. Der "Norder" ist zurückhaltent und von Grund auf anständig, da lass ich nix auf die Leutz kommen.
Gestern war ich bei "Greenwing", ein großer Honda- Händler im Norden, meine Mopedreifen aufpumpen lassen...kein Geld wollten die haben, nix. Ich hab dann 10 Baht auf die Werkbank gelegt. Der Monteur hat es mir sofort wieder zurückgegeben....Dasselbe Spiel gabs vor 2 Wochen, als ich den Spiegel habe richten lassen.

Letzten März haben wir mit dem Wagen eine Tour in die Berge zur laotischen Grenze gemacht, welche nicht weit von unserem Haus entfernt liegt. Dabei geht es einen Geröllweg sehr hoch nach oben, insgesamt knapp 20km unbefestigte Piste, 3 Meter breit. Rechts ist dann der Hang, links der Abgrund, manchmal richtig haarig. Es gibt dort keine Tankstelle, keine Banken, keinen Arzt, kein gar nix.
Dort oben wohnen die Hilltribes in ihrer Abgeschiedenheit, wir sind auf dem Weg nach oben durch 2-3 Dörfer gekommen. Dort oben bauen die Leutz u.a. Mais an den Steilhängen an. Natürlich ist unser Wagen in ein übles Loch eingebrochen, wie es sich für einen ortsunkenntlichen Fahrer gehört.
Und dann ? Dann kamen ein paar Hiltribes heran und haben uns geholfen, unseren Wagen aus dem Loch wieder rauszubekommen, was gar nicht so einfach war...ich hab denen dann hinterher 100 THB geben wollen, aber die wollten ausser einem "Danke" gar nix haben...da kann man ganz beschämt dastehen ob dieser Bescheidenheit.


To be continued...

« Letzte Änderung: 10. Mai 2010, 06:30:03 von khon_jaidee »
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boehm

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Re: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier
« Antwort #16 am: 09. Mai 2010, 20:16:25 »

Coole Story, klingt so, als wäre es bei uns im Isaan....

Auf die Food Ketten kann man doch gerne verzichten....

Weiter machen..... ;] ;] ;]
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drwkempf

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Re: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier
« Antwort #17 am: 09. Mai 2010, 21:41:33 »

Lieber Fritz,

informativ und unterhaltend, einfach gut geschrieben!
Das macht Lust darauf, mal bei euch vorbeizuschauen. [-]

Wolfram
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dart

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Re: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier
« Antwort #18 am: 10. Mai 2010, 11:57:49 »

Schöne Fortsetzung, die spontane Hilfsbereitschaft bei Pannen habe ich genau so erfahren.
Ich bin früher, mit Mietmotorädern, des öfteren mal in der Pampa liegengeblieben, oft hat schon das erste vorbeikommende Auto angehalten um Hilfe anzubieten.

Zitat: Es ist so, wie @hmh schon im anderen Thread sagte, daß man als Mann alleine durch den Norden fahren kann, ohne ständig irgendwelche Töchter oder kleine Schwestern angeboten zu bekommen.

Man darf dabei eines nicht übersehen, die Mädels aus dem Norden landen viel mehr in den Clubs (Karaoke, Massage etc.) für Thaimänner und Besucher aus anderen asiatischen Staaten, als das sie in irgenwelchen Farangbars arbeiten, das gibt es naturlich auch, aber nur in sehr geringem Maße.
Interessante Lektüre...wenn auch schon etwas älter. => http://www.searo.who.int/LinkFiles/Initiatives_ii-8twtp.pdf
Gruss Reiner
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mfritz31

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Re: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier
« Antwort #19 am: 10. Mai 2010, 16:50:56 »

Ja, das hast Du recht:  Wir Farangs sind bei den Mädels aus dem Norden absolut nicht auf dem Radarschirm.
Die meisten Mädchen aus der Gegend hier, die Ausländer geheiratet haben, sind bei Singaporeanern, Japanern und Koreanern gelandet. Farangs sind da eher die Ausnahme.
Das liegt auch daran, daß die Nord- Girls sehr hellhäutig sind und somit nicht unbedingt in das Beuteschema eines Europäers passen (oke, ich bin da ne Ausnahme, ich find helle asiatische Haut absolut anziehend  ;]).


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angkor

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Re: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier
« Antwort #20 am: 16. Mai 2010, 16:45:37 »

Was denn Fritz Du wohnst in Phayao ? Himmel Herr Gott muß das spannend sein. Zumindest solltest Du immer genug Fisch zu essen haben.  ;} Ich komme da immer lang auf dem Weg nach Nan - Laos.

 Biege in Dok Kham Tai ( nach ner guten Nudelsuppe links an der Hauptstrasse ) rechts ab.  8)



Vermutlich komme ich am 01.11. da wieder lang. Kannst ja an der Ecke in Phayao ( wo die Saurier stehen ) mal warten und mit nem schwarz goldenen Fähnchen wedeln. Ich winke auch  100 % zurück.  }}
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Re: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier
« Antwort #21 am: 25. Mai 2010, 02:37:48 »

@mfritz31 , so aehnlich erging es mir vor zehn jahren, 80 km weiter westlich, fleckmatisch anmutende menschen, die aber dadurch sehr, sehr alt werden C--
                   aber sag mal, wenn es einen aus bkk in province treibt muss er schon die schna.. komplett voll haben von big city?
                   auf deinen tip an den typen mit der kaputten geldkarte: ich glaube der hat dich garnicht verstanden, wenn du bkk-sprichst.
                   ich habe dort oben leute "kennen gelernt" von  oben ufm berg, die sprechen teilweise kaum oder garnicht thai, haengt vieleicht von der hoehe des         berges ab den sie bewohnen  C-- , oder aber eine reine dialekt-frage, innerhalb "meiner familie" (das halbe dorf-ca 150 haeuser) verstehen fast alle das bissel was ich spreche, andere, so mein eindruck wollen scheinbar nicht verstehen, hatte ich auch schon. musst dich nicht aergern wird schon [-]
gruesse aus wiang papao an die nachbarn C--
                   
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Re: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier
« Antwort #22 am: 26. Mai 2010, 06:40:06 »

@mfritz , sorry aber da hast du dich getaeuscht(ihr),  du schreibst:

das @hmh schon im anderen Thread sagte, daß man als Mann alleine durch den Norden fahren kann, ohne ständig irgendwelche Töchter oder kleine Schwestern angeboten zu bekommen. Der "Norder" ist zurückhaltent und von Grund auf anständig, da lass ich nix auf die Leutz kommen.;

ich habe genau zwei mal das gegenteil erlebt!!! :o :o :o

einmal bei einer familien-internen hochzeitsfeier, da war ein mann, der nach dem dritten bier meinte: er muesste meine frau als alt und haesslich bezeichnen und ich sollte doch seine 12!!!  12 jahrige tochter "nehmen". {/ daraufhin kuemmerten sich dann mein schwager und der onkel meiner frau um ihn, aber nur damit ich keine probs mit der pol kriege.(der sah am naechsten tag nicht gut aus, wollte auch nichts mehr davon wissen {[ {[ {[

ein anderes mal fuhren wir nach wiang papao auf den markt, kurz vor feierabend, ich hatte keine lust mehr irgendwo was zu schleppen usw.
blieb also hinten auf´m pickup, und genoss die ruhe, die kippe und ein kuehles beer chang. kaum war meine sippe 50 meter weit weg vom auto, parkte direkt neben uns ein anderer pickup. auf und in ihm eine (optisch gepflegte) familie -papa-mama- sohn und mehere toechter. was denkt ihr fragte er mich? {{
ich die schnauze voll und sagte nur noch, "pom farang, mai luliang".(lautschrift)
soviel zum thema anstaendig. wenn die denken das du kohle hast, wollen sie dir alles verkaufen. --C
ich "treibe mich dort oben schon seit 10/11 jahren rum(natuerlich immer mit anstands wau wau) aber auch das schreckt sie nicht ab. erst wenn sie sehen das du mit einer thai´ein gemeinsames kind hast, lassen sie dich damit in ruhe. ]-[
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Re: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier
« Antwort #23 am: 27. Mai 2010, 15:30:39 »

 :'( auch hier wieder icke:  {[ phlegmatisch - fleckmatisch


desweiteren glaube ich nicht das die menschen sich in thailand durch ihren wohnort unterscheiden,
im norden(ausserhalb der staedte) sind sie einfach traditioneller(um nicht altmodisch zu sagen), wie zum beispiel: buddhistische veranstaltungen werden um einiges klassischer durchgefuehrt (so mein eindruck) als in denen, vom tourismus "verseuchten" :-X gebieten. dort gibt es eben mehr show...
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mfritz31

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Re: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier
« Antwort #24 am: 23. September 2010, 22:17:52 »

Inzwischen sind wieder einige Monate ins Land gegangen und es wurde neues Übel entdeckt: Das KKH Chiangkham.

Wie ich bereits hier am im anderen Thread am Rande berichtete http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=8148.0 passieren im besagten KKH die unglaublichsten ärtzlichen Behandlungs- und Diagnosefehler bis hin zur unterlassenen Hilfeleistung. Das KKH hat hier den Spitznamen "Schlachthof".

Heute habe ich in der Sache des misshandelten Neugeborenen mal nachgefragt und leider erfahren, dass dieses aufgrund des absichtlich herbeigeführten Armbruches während der Entbindung im nachhinein mit allerhand Medikamenten "behandelt" wurde und aufgrund dessen nun Herz- und Nierenbeschwerden hat...der Tot des Säuglings wird täglich erwartet.  {;

Auf der Suche nach den Ursachen für solch asozialem Verhalten der Krankenhausangestellten bin ich auf folgendes gestoßén:

Der "Norder" ist als liebenswert und gutherzig bekannt, wie kommt es dann zu solchen Mishandlungen ?
Planstellen im Gesundheitswesen werden im Norden (und womöglich in anderen Landesteilen auch) nicht nach Qualifikation der Bewerber vergeben, sondern nach dem "Verwandten- Prinzip". Neu zu vergebene Stellen gehen also i.d.R. immer an Verwandte und Freunde bisheriger Abteilungsleiter oder Direktoren der Institute...das dabei oftmals auch "falsche" Leute eingestellt werden, versteht sich von selbst.

Passieren nun z.B. in einem KKH kleinere Fehler, so wird dies verheimlicht und unter den Teppich gekehrt, denn ein Diziplinarverfahren könnte ja einen Verwandten treffen.
Unterdessen breiten sich die Missstände krebsartig in der gesamten Organisation aus...und keiner tut etwas dagegen. Der Patient ist der Leidtragende.

Da KKH in Chiangkham ist inzwischen technisch so schlecht ausgestattet, dass Patienten zur Untersuchung nach Phayao- Stadt oder Chiang Rai geschickt werden, weil die entsprechenden Geräte hier vor Ort nicht vorhanden sind.

Keine Chance, dass meine Frau unter solchen Bedingungen entbindet... {;

 
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Re: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier
« Antwort #25 am: 24. September 2010, 22:24:47 »

Zitat
Planstellen im Gesundheitswesen werden im Norden (und womöglich in anderen Landesteilen auch) nicht nach Qualifikation der Bewerber vergeben, sondern nach dem "Verwandten- Prinzip". Neu zu vergebene Stellen gehen also i.d.R. immer an Verwandte und Freunde bisheriger Abteilungsleiter oder Direktoren der Institute...das dabei oftmals auch "falsche" Leute eingestellt werden, versteht sich von selbst.
Passieren nun z.B. in einem KKH kleinere Fehler, so wird dies verheimlicht und unter den Teppich gekehrt, denn ein Diziplinarverfahren könnte ja einen Verwandten treffen.

@mfritz

…  liberté, égalité, fraternité, … ou la mort
(….Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit … oder der Tod)

An diesen harten Spruch aus den Zeiten der französischen Revolution muss ich denken, wenn ich deine Schilderung der erbärmlichen Zustände in KKH Chiangkham lese. Sowas Ähnliches haben die Roten ironischerweise auch in Bangkok lautstark gefordert und versucht zu realisieren. Chiangkham, da sind doch die Roten so richtig etabliert sind, oder ???.

Mir wird gerade durch deinen Bericht so richtig vor Augen geführt, wie wortgetreu  {{  sie dieses revolutionäre Motto  umsetzen, …. besonders dessen letzten Teil.

Nun werdet ihr leider selbst von roter Demokratie“  hier im Lande eingeholt. Das mal nur für die eifrigen Rotpropagandisten zur nachhaltigen Erinnerung. Du selbst hast bereits früher den Finger in die Wunde gelegt. Sinngemäß: das System ist verkommen, Farbe uninteressant.

Ich drücke Euch die Daumen für eine fachgerechte ärztliche Unterstützung  bei der Geburt eueres Kindes.

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« Letzte Änderung: 24. September 2010, 22:32:57 von ou1 »
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fred

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Re: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier
« Antwort #26 am: 25. September 2010, 20:00:12 »

@ mfritz31

Sehr schön geschriebenes Stimmungbild. ;} Es deckt sich mit meinen Erfahrungen aus  Phayao und Umgebung. Man muss es schon lieben, sich damit Abfinden das man immer ein Außenseiter ist und nicht all zu grosse Ansprüche haben wenn man dort glücklich leben will. Wenn ich Chiangmai verlasse und nach Phayao reise kommt es mir immer so vor als wenn man in eine andere Welt mit eigenen Gesetzen eintaucht. Wenn es dann weiter über die Dörfer geht kommt es einen so vor als wenn man einen Zeitsprung nach hinten macht und die Zeit dort einfach stehengeblieben ist und sich einfach nicht weiter bewegen will.
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mfritz31

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Re: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier
« Antwort #27 am: 25. September 2010, 22:23:56 »

Liebe ich es ?
Kann ich nicht sagen, aber ich lebe halt hier...nix zu ändern.

Sicher, CNX ist wie bkk und NAK ne andere Welt

Und natürlich ist unser bevorzugtes KKH das Phayao Ram in Phayao- Stadt.
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hmh.

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Re: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier
« Antwort #28 am: 25. September 2010, 22:59:48 »

Phayao ist klasse. Die Leute haben an zwei Tagen meine Vorurteile über den Norden glatt über den Haufen geworfen. (OK, anderswo wurden dann ein paar wieder aufgefrischt, tut hier aber nichts zur Sache.)


Wir waren 5 Tage in Chiangmai und dann in Payao mit einem Mietwagen; d. h. um die 50 km weg von Phayao, Amphoe Chun. Eine für mich ganz neue Erfahrung. Im Umkreis von 30 Kilometern kein Ausländer (jedenfalls kannte dort niemand einen).

Alle Leute freundlich bis "Du glaubst gar nicht wie freundlich"; keiner will einem was andrehen, auch keine der (hübschen) Nachbartöchter nach Bangkok mitschicken, wirklich einfach nur einfache freundliche und augenscheinlich grundanständige Leute.

Der Mann der Schwester der holden Gattin hat sich dort sein Haus aus Holz mit eigenen Händen gebaut und zwar vom Fundament bis zur Stromleitung... OK, die Stromleitung ist entsprechend, ein deutscher Elektriker bekäme den Herzkasper, aber eine reife Leistung insgesamt das Haus.

Sie wohnen am allerletzten Haus am Ende der Straße direkt vor einem Reisfeld; dann der Urwald. Ich bewundere die Schwester meiner Frau, daß sie als Stadtpflanze ihrem Mann aus Bangkok dort hin gefolgt ist und statt Stadtleben jetzt Hühner züchtet und Reis planzt, wenn die Familie des Mannes die Felder bestellt. Es ist ihre zweite Ehe, soweit man die übrliche "Common Law Marriage" so nennen kann. Sie hat schon zwei erwachsene Kinder und einen Nachkömmling, der noch studiert.

Einen guten Mann hat sie, einfach, nett, höflich, zockt nicht, trinkt nicht, fleißig, handwerklich begabt; abends sah ich ihn eine Zigarette rauchen, draußen vor der Türe.

Auch sowas gibt es also in der Provinz. Man sollte nicht nur in Bangkok öfter mal dorthin gehen, wo es keine Langnasen und das dazugehörige Geschäft mehr gibt. Und schön war die Gegend obendrein. Die Straße von Chiangmai nach Phayao führt zum Beispiel direkt an einem Wasserfall vorbei, den wir ganz für uns alleine hatten.
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fred

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Re: Zwischenbilanz Norden - Das Leben und die Leute hier
« Antwort #29 am: 25. September 2010, 23:40:13 »

@ mfritz31

Da hört sich aber nicht gerade optimistisch an. Alles Gute ist nie beisammen und das Landleben hat ja auch sein Vorteile. Ich hoffe das baut dich ein wenig auf.   ;)

Mir persönlich ist das Landleben in Thailand einfach zu Deprimierend und Aussichtslos in seinen ganzen eingefahrenen Schienen. Da muss man wohl aus anderem Holz geschnitzt sein. Die Leute leben da ihr karges Leben und das ist mir in sehr vielen Sache zu fremd. Meine deutsche Sichtweise kann ich halt nicht ganz abschütteln. Als Abendteuer ja für immer nein.
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