Zum Wat Lanbun วัดลานบุญ wád la:n bun
auf dem Khlong Song Ton Nun คลองสองต้นนุ่น klO:ng sOng? dtôn nûn
Der Khlong Sam Wa in Minburi. (http://u1.ipernity.com/4/01/30/4490130.ca35e90d.560.jpg)
Wer mitten in Bangkok das fast noch ländliche Thailand erleben will, ist im alten Müang Min, das heute Minburi heißt und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch eine selbständige Stadt war, genau richtig. Obwohl die Warteschleifen der Flugzeuge über dem Kobrasumpf von Samutprakan auch bis Minburi führen (allerdings schon in großer Höhe), ist es nicht nur einer der angenehmsten und saubersten Bezirke der Engelshauptstadt, auch die Umgebung hat einiges zu bieten, obwohl (oder weil) Minburi touristisch so gut wie unerschlossen ist. Und das, obwohl hier viel zu sehen ist, zum Beispiel das alte Rathaus, in Teakholz gebaut, eine ebensolche Polizeistation, blitzsaubere Märkte und interessante Tempel. Viele Seiten im TIP-Führer Bangkok beschäftigen sich nur mit diesem bei Touristen völlig unbekannten Stadtteil, der in anderen Reiseführern noch nicht einmal namentlich erwähnt wird.
Minburi hat nur ein Hotel und das ist nagelneu. Das Chana Hotel (ชนา tschá¿ na:), Mansion (ab 8000 Baht/Monat plus Nebenkosten) und Hotel (ab 890 Baht mit Frühstück, wenn man länger als nur eine Nach bleibt; nach "Promotion" fragen!) zugleich, ist meiner Meinung nach gerade für ankommende Reisende einer der besten Tips für Bangkok ( http://www.chanamansionhotel.com/ ). Es befindet sich in der Th. Sihaburanukit Soi 10/2 am Ufer des Khlong Saensaep und hat sogar ein eigenes Pier. Abgesehen von den direkt am neuen Flugplatz gelegenen überteuerten Absteigen, deren Umgebung absolut nichts bietet, ist man vom Kobrasumpf aus, wie Suwannaphum, das Großdenkmal der thailändischen Korruption früher hieß, nirgends in Bangkok schneller und preiswerter im Hotelbett als im ruhigen Minburi.
ม๊นบุรี mi:n bù¿ ri: Minburi (wichtig: zwei lange "i"!) macht seinem Namen, das "Fischburg" bzw. "Fischland" bedeutet, alle Ehre. Wenn man hier im Linienboot fährt (genaues im Bangkok-Führer) oder ein „Klongtaxi“ chartert, geht es fast ununterbrochen unter Fischnetzen hindurch, die von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang wegen des Verkehrs hochgezogen werden müssen.
Hier ist der Weg ist das Ziel
Nicht alle in Minburi möglichen Bootsausflüge reichen an die heran, die man in etwa Nonthaburi, Samut Songkram oder Ratchaburi unternehmen könnte; aber die 08/15-Touristentouren ab Sathon oder Tha Chang im Westen Bangkoks schlagen sie allemal. Und sie sind viel weniger aufwendig: Man läuft in ein paar Minuten vom Hotel an eines der beiden Piers am Khlong Saen Saep oder am Khlong Sam Wa und schon geht es los. Nervende Schlepper gibt es hier (noch) nicht, und ein recht komfortables Boot (zumindest wenn man zwei Sitzpolster übereinanderlegt und dann wie auf einem kleinen Hocker sitzt...) für den nachfolgend beschriebene Ausflug ans Wat Lanbun kostet für höflich auftretende Langnasen 1000 Baht. Der kommt einem Halbtagesausflug gleich und ist nach meiner bisherigen Kenntnis die schönste Fahrt, die man direkt vom Zentrum Minburi aus machen kann.
Kürzlich verbanden wir einen Kindergeburtstag mit einem Ausflug zum Wat Lanbun, das auch als Wat Pla (wád bpla: = „Fischtempel“) bekannt ist, weil hier natürlich unter anderem die berüchtigten Fischfütterungen eine große Attraktion für fast alle Besucher ist. Das beliebte Ausflugsziel liegt am landläufig oft noch so genannten Khlong Onnut (?O:n núd) im Bezirk Lat Krabang am neuen Flughafen Suwannaphum. Fast jeder fährt mit dem Auto hin. Der Tempel ist in der Th. Lat Krabang Soi 1 (gegenüber Soi 18).
Der Khlong Onnut wurde schon vor Jahrzehnten zum Khlong Prawet Burirom, kurz Khlong Prawet, hochbefördert (klO:ng bprà¿ wé:d bù¿ ri: rom). Es handelt sich um eine Abzweigung des großen Khlongs Phra Khanong, der ein echter Fluß ist und östlich des Hafens (südlich Sukhumvit 71) in den Chaopraya mündet. Der Khlong Prawet war wie der Khlong Saensaep weiter nördlich ein Kriegskanal, angelegt für den schnellen Nachschub für die Eroberungs- und Raubzüge im benachbarten Kambodscha. Er führt bis nach Chachoengsao, von wo man über die dort fließenden Flüsse in Windeseile ins Nachbarland einfiel.
Zum Wat Lanbun ist der Weg das Ziel. Am Minburi Markt laufen Sie unter der Brücke (über den Khlong Sam Wa) ans Pier (links halten) und erklären einen der dortigen Käpt'n, dass Sie ans Wat Lanbun wollen. Im Chana Hotel können Sie einen der Bootsherren auch ans Hotel-Pier bestellen. Der Zugang zum Hotelpier ist jedoch normalerweise zu und Sie müssen sich vergewissern, daß die Chefin da ist und aufsperrt, wenn Sie einsteigen wollen.
Eine fast unwirkliche Landschaft
Ab Minburi fährt man auf dem Khlong Song Ton Nun (= Klong der zwei Kapokbäume) der auf halbem Wege, am Wat Pak Büng, in den Khlong Song übergeht, durch eine fast unwirkliche Landschaft. Man schippert unter den Fischernetzen wie unter einem Baldachin. Fast überall winken Anwohner. Ausländer sind hier eine Rarität. Schließlich geht es in den Khlong Prawet. Der zweite Tempel in Richtung Innenstadt ist dann das Wat Lanbun, ein sehr gepflegter Tempel, in dem man vor allem am Wochenende bestimmt nicht einsam ist.
Wir besuchten auf dem Rückweg noch das auf halbem Weg gelegene, für die Umgebung bedeutsame, aber unscheinbare Wat Pak Büng (bpá:g büng), das man auf der Straße über die Th. Rom Klao Soi 20 erreicht; Hier können Sie - das alleine lohnt den Ausstieg - fast noch mitten in der Weltstadt Bangkok einen richtigen Dorftempel sehen, in dem unter anderen die Hühner und Schweine unter dem Sala am Khlong für ländliche Atmosphäre sorgen.
Zurück in Minburi ließen wir uns direkt an das Pier des winzigen Rim Khlong Restaurant am Ufer des Khlong Sam Wa schippern, speisten dort (der folgende Preis ist kein Druckfehler) um 200 Baht für vier Erwachsene und zwei Kinder (Suki Haeng, Kan Na Mu Krop, Pat Se-iu...), und ließen gleich noch den zwei Enkeln zur Feier des Tages im danebengelegenen Friseurladen neue Schülerhaarschnitte für je 20 Baht verpassen. Dann kauften wir für das verbleibende Wochenende in der Soi 22 des Minburi Markts alle 16 dort gerade noch greifbaren köstlichen Trinkkokosnüsse auf und fuhren im Taxi nach Hause. Das nenne ich einen gelungenen Familienausflug.
Nach Minburi in öffentlichen Verkehrsmitteln:
1.
Per Boot ab Phan Fa oder Pratunam zur Endstation Bangkapi (Wat Sri Bunrüang), dort quer durch den Tempel gen Süden zur Th. Ramkhamhaeng laufen (paar Kurven, Thai-Straßenplanung...) und ab in den nächsten Bus, der nach Minburi geht (113 u.v.a. siehe Karte im TIP-Führer Bangkok; da ist auch eine zweiseitige Karte mit sämtlichen Haltestellen der Bootslinie auf den Khlongs Mahanak und Saensaep drin).
2.
Man kann auch schon am Mall Bangkapi (drittletzte Station) raus, dort im 3. Stock gut und billig essen, und schliesslich im 1. Stock des Mall (Nordwesten) direkt hinüber in die Th. Happy Land laufen. Ca. 200 m in der Soi fahren Busse in alle Stadtteile ab, z. B. die Extrabusse der Linie 27, die eigentlich am Siegesdenkmal starten. Hier sinds meistens nur die kleinen grünen Schrottkübel, aber hier eben mit garantiertem Sitzplatz, und nur das zählt in Bangkok...
3.
Alternative: Am Hauptbahnhof (Westseite) startet der Bus 113. Endstation ist Minburi. Jeder dritte Bus der privat betriebenen Schrottbuslinie ist klimatisiert.
4. Meine Empfehlung:
Machen Sie es umgekehrt wie fast alle anderen und steigen gleich nach einem Einflug in Bangkok in Minburi ab, um erst nach den ohnehin nötigen zwei oder drei Tagen Akklimatisierung per Bus 113 gemütlich in die Stadt zu fahren. Ab Minburi Markt fahren direkte Busse nach Pratunam, zum Hauptbahnhof, in die Silom und sogar nach Thonburi und Pak Kret. Die große Busstation ist mittem im blitzsauberen "Muslim Markt", das ist der nördliche Teil des Marktes (ungerade Soi-Nummern). Hier hat man im Bus immer einen Fensterplatz sicher. Südlich der Straße und unter der Brücke befindet sich der „Thai Markt“ Nur der 113er startet direkt von der Th. Sihaburanukit aus und zwar in Richtung Osten. Nach einer Wende geht es an Rathaus und Polizeistation vorbei nach der Brücke in die Th. Pamkhamhaeng, durch die man in Richtung Hauptbahnhof über die Th. Phetburi fährt.
Das Taxi nach Minburi ab Suwannaphum kostet ca. 100 Baht im 4. Stock des Flughafens. Man sollte nach Minburi grundsätzlich nicht die Taxis nehmen, die in der Touristenschlange warten. Diese bedauernwerten Fahrer haben dort nämlich gegen 2 Stunden gewartet (und oft noch ein Schmiergeld für die korrupte AOT-Aufsicht bezahlt) und wollen in die lukrative Innenstadt zurück, nicht nur mal eben 10 Minuten Kurzstrecke nach Minburi fahren, obwohl Bangkoks Taxifahrer aus Tarifgründen grundsätzlich auf kurzen Strecken anteilig mehr verdienen als auf langen..
Vom Flugplatz nach Minburi bietet der städtische Bus 549 ab Suwannaphum Busstation die günstigste Möglichkeit (keine private Konzessionsline, kaum 20 Minuten Fahrt, 27 Baht, alle 10-15 Minuten). Nachdem meist alle Leute am Markt ausgestiegen sind (nach der Brücke über den Khlong Sam Wa, Soi 22-18), macht der Bus mitten in Minburi seine Wende (ca. Soi 12 oder 10), bevor er über den Muslim-Markt in die Busstation hineinfährt. Man ist bei der Wende in Sichtweite der Werbung des Chana Hotels.
Narrensicher.
Weiteres im: http://www.thailandtip.de/tip-shop/reise-fuehrer/bangkok/
Wo man ihn bekommt, steht hier: http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=482.0 ).
Alles über Minburi siehe Bangkok von Innen, 7. Aufl. bzw. TIP Führer Bangkok, 8. Auflage, jeweils Seiten 264-270, 280-281, 324.
Auf der Internetseite des Chana Hotels findet man auch eine Minburi-Karte: http://www.chanamansionhotel.com/contactus.html
© TIP Zeitung für Thailand, Hans Michael Hensel 2009.