Danke für all die destillierten und rumreichen Rückmeldungen.
Verstauchter Geschmack Ende September 2010
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich zur Zeit nicht in der Lage bin, schmerzlos einen gut gebrannten, hochkarätigen Malz zu geniessen.
Seit dem Angriff der Tigermücke leide ich an einer extremen Geschmacksverstauchung.
Hätte ich nach Kerns Erfahrungen einen Wunsch frei gehabt, hätte ich vier Wochen Durchfall, sogar vom Typ Föhnsturm, Scirocco oder Mistral,
der leichteren Erkrankung vorgezogen. (1)(2)
Der Whiskey brennt nicht nur höllisch im Mund, sondern löst wüste Hustenanfälle, beinahe Erbrechen aus. Sogar das früher obligatorisch
vorabendliche vitaminreiche Kokoswasser, hin und wieder von einer eigenen Zapfsäule, verdünnt mit etwas weissem und braunem Rum, macht
mir mit Desinfektionsmittel oder alkoholfrei zu schaffen.
Nach dem Trinken von reinem Kokoswasser wird mein rechtes Ohr für etwa eine Stunde geflutet. Es rauscht und knackt im Ohr, ähnlich wie bei
einer leicht pornophonischen Gespenstergeschichte.
Gewürze wie Chili, Galangal und deren Verwandte ertrage ich an gewissen Tagen sehr schlecht oder gar nicht. Sogar eigentlich bekömmliche
Weine lassen oft keine echte Freude aufkommen. Dieselbe himmeltraurige Erfahrung erlebe ich mit im Grunde mildem, gekühlten Sake mit und
ohne verführerische Geisha. (3)
Nun verstehe ich die Menschen, welche für solch zweifelhafte Genüsse keine Sympathien aufbringen. Mein “Leiden“ ist bei ihnen offenbar
Normalzustand.
Möglicherweise klage ich die Mücke zu unrecht an. Unter Umständen sind es ja die professionell aus frischen Hühner-, Enten- und Schweine-Kot
gemischten tropenschwülen Dampfschwaden vom Nachbargrundstück, welche meine überempfindlichen Geschmacksknospen negativ beeinflussen.
Glücklicherweise knospet zeitweise ein anderes Organ und lässt mich meinen malträtierten Mund vergessen.
Wäre ich Veganer, dürfte ich mich zu Recht über die wenig artgerechte Tierhaltung ärgern und weltweit die Tierschützer und gar den WWF
alarmieren. Da wir jedoch jederzeit sämtlichen fleischlichen Genüssen frönen, kann ich meine Magensäfte mit dem abenteuerlichen Geruch
freilebender Eber auf kommende Spezialitäten vorbereiten. Dabei dürfen wir den profilierten Halter, Herrn Kleptomanewitsch, als Fleischlieferanten
praktisch ausschliessen.
Spätestens am Ende der Regenzeit werden die balsamischen Fäkaliendämpfe mit Emissionen brennender Autoreifen und reichlich PVC Abfällen
angereichert.
Das ergibt dann gartengeräucherten Lanna Schinken mit den typischen Aromen Bridgestone, Continental, Dunlop, Michelin oder Pirelli.
Mit freundlichen Grüssen aus Stinkindien
Low
(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Sciroccohttp://de.wikipedia.org/wiki/Mistral_(Wind)
(2)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=7734.msg136439#msg136439(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Geisha