Hallo illuminati
In vielen Bereichen habe ich ähnliche Gedanken wie Du, wenn meine Gedanken und Worte auch oft sozusagen "menschenfreundlicher" und verbindlicher sind.
Hier aber ...
Die dortige Bevölkerung ist im Durchschnitt auch schon weit älter, als z.B hier in TH -- alles konzentriert sich auf die Rente
ruhig bleiben, stillhalten, warten, totschweigen - ein Konsens der offenbar bestens funktioniert.
... gehen unsere Gedanken etwas auseinander.
Dazu muss ich aber etwas ausholen.
1. Disziplin hat viele Vorteile (z.B. im Straßenverkehr), aber ... wir Deutschen sind leider in der Beziehung zu sehr diszipliniert, dass wir uns zuviel von diversen "Obrigkeiten" gefallen lassen.
Andererseits zeigt sich aber immer wieder seit Jahrzehnten, dass in unserer parlamentarischen Demokratie (Nicht nur in Deutschland. Jhonnie nennt das etwas überspitzt DIKTATORISCHE Demokratie) wesentliche "Herrschaftsstrukturen" durch Gesetze, Verordnungen usw. dermaßen gefestigt und zäh sind, dass der Wille des Bürgers kaum zählt. Er darf bei wenigen Gelegenheiten seine Stimme abgeben, hat aber in den Zwischenzeiten dann keine mehr, hat praktisch nichts zu sagen.
Ferner zeigt sich in D seit Jahrzehnten (zunehmend?), dass ein einzelner Mensch mit einer juristischen Klage oft viel mehr erreichen kann als Hunderttausende einzelner Menschen (Menschen, die wie Du und ich Träume, Ziele, Bedürfnisse nach Anerkennung, usw. haben), die wochenlang (oder länger) für oder gegen eine bestimmte Sache demonstrieren.
Dazu passend sagte mir vor Jahren ein Stammgast, Unternehmer und früherer Referent vom bayrischen Politiker Beckstein, dass Deutschland kein Rechtsstaat, sondern in Wirklichkeit ein "Rechtsmittel"-Staat sei.
Übrigens werden in unserem Biergarten auch solche Gespräche an unseren hölzernen "Steintischen" geführt.
Zwischengedanke zur leider oft wenig effektiven Demokratie:Ein übersetztes Zitat von Winston Churchill
"Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen - abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind."
Man hat als normaler Bürger immerhin die Chance, ungeliebte "Herr"schaften ohne blutige Revolution von ihren Macht- und sonstigen Pfründen zu verjagen.
2. Klarerweise gibt es in Deutschland nicht nur Rentner und Pensionäre. Aber auch die anderen erwachsenen Menschen können sich ihr Umfeld, ihren Wohnort (auch bezüglich des Landes) nur bedingt aussuchen. Dabei geht es nicht nur um gößere Freiheiten durch finanzielle Unabhängigkeit, nicht nur um familiäre und freundschaftliche Bindungen (deren persönliche Wertung /Wichtigkeit oft mit einer geografischen Bindung zusammen hängt), nicht nur um bürokratische und Sprach-Barrieren, nicht nur um geografische Bindungen durch Beruf etc. (z. B. ist ein Bauer definitiv ortsgebundener als ein Daytrader),sondern ingesamt um unsere begrenzten Freiheiten.
FreiheitFreiheit ist meiner Meinung nach eh zum großen Teil eine ideelle Illusion. Man hat in vielen Bereichen nur eine begrenzte Wahl unter diversen Zwängen.
Die Grundlage des Fundaments unserer Lebensbasis ist: Wer sich nicht die Freiheit nimmt, sich umzubringen, sondern leben will, muss atmen, trinken und essen und gewisse Dinge an zumeist stillen Örtchen entsorgen.

Zwar streben viele Menschen nur wenig nach Freiheit und begrenzen mögliche Freiheiten durch ihr eigenes Denken und Handeln selber.
Aber auch Freiheits-Streber und Freigeister sind in vielen Beziehungen nur ein Spielball der Naturgewalten, des stetigen Wandels der Zeiten und der Umstände usw. Ferner werden unsere theoretisch möglichen Freiheiten zusätzlich von vergangenen und zeitgenössischen Alpha-Tieren begrenzt (z.B. von durchsetzungsfähigen Bürokraten, Unternehmern, Politikern und Eroberern), die ihrem Umfeld teils kräftige Stempel aufdrücken.
Auch Du Freigeist , mit dem bescheidenen Forennamen „illuminati“, wohnst irgendwo, und musst Dich an Deinem Wohnsitz der Natur und auch anderen Zwängen gegenüber beugen, etwas anpassen.
Andererseits ist mir klar, dass Dir diese Umstände klar sind. Aber zuweilen tatest Du so (hoffentlich ändert sich das ein wenig), als wären Zwänge (selbstgewählte und unumgehbare) für Dich nur ein Wort.
Weiterhin ist es so, dass nicht jeder Mensch seine tiefgründigen Gedanken offenbaren will.
Man kann sich nämlich damit zum Teil sehr lächerlich machen (denn jeder hat etwas andere Ansichten), und nicht alle Ruhigen sind doof.
Stille Wasser sind oft tief.
3. Dass man sich in seinem Umfeld um Konsens bemüht, halte ich im Rahmen eines positiven Lebensstils (mit realistischen Zielen) für vernünftig.
Nicht jeder will Revolutionär sein und dabei seine Familie vernachlässigen.
Nun wird es etwas bodenständiger:
Auf meine Link regiert niemand - ist schon klar, die Wirklichkeit ist nicht gerade erbaulich.
Das sehe ich teilweise nicht so, sondern:
Da muss man selber innere Kompromisse eingehen. Kleinere Foren haben den Vorteil, dass fast jeder Pups kommentiert wird, weil wenig los ist.
Größere Foren haben wiederum für aktive Schreiber den Nachteil, dass viel Interessantes gepostet wird und vieles nicht kommentiert wird.
Einerseits sind die meisten Menschen in Foren sowieso mehr Konsumenten als Akteure.
(Besonders wegen des folgenden „anderseits“ bin ich hier schon einige Jahre Mitglied und mittlerweile zusätzlich Moderator.)
Andererseits gibt es hier viele Menschen mit wachen Hirnen (da ist das TIP Forum natürlich nicht das einzige weltweit

), deren Worte und Gedanken einem viel zu denken geben (wenn man sein eigenes Hirn nicht auf Durchzug stellt).
Das bedeutet nebenbei im Klartext, dass hier etliche sich auch Deine Links genau anschauen, sie aber nicht kommentieren.
Gruß Achim (der nicht nur über Bier nachdenkt)