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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449563 mal)

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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1200 am: 04. September 2010, 00:54:15 »

@farang
Richtig, vor allem nicht in Italien ;-)),
doch hier sollte das schon eindeutig als sehr positive Geste verstanden werden.

mfg kmr
« Letzte Änderung: 04. September 2010, 21:36:05 von Pedder »
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Low

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Mondscheinsonate
« Antwort #1201 am: 04. September 2010, 13:18:51 »

Für die zahlreichen Ermunterungen verneige ich mich gerührt vor dem Publikum –
mit Frack, Schlips und auf Hochglanz polierten schwarzen Schuhen.

Mondscheinsonate                                                                                                                      4. Sept. 2010

Meistens bin ich gegen Eingriffe der Moderatoren. In den letzten Tagen schrieb wieder einer schneller, als er denken konnte. Besten Dank den
Ordnungshütern.

Wie lesen solche Leute eigentlich, mit ausgeschaltetem Hirn oder hohem Schnapspegel?
Die Mathe Probleme wurden mit vielen denkbaren Einwänden klar geschildert.
Die Potenzrechnerei war eine reine dreitägige Alibiübung. Wenn dies zwei Schüler von fünfzig begreifen konnten, ist es ein Erfolgserlebnis.
Der Unterschied von Quadratmeter und Kubikmeter ist unbekannt.

Genauso wird Englisch gepaukt – erfolglos, reine Zeitverschwendung.
Niemand spricht! Sogar Mowgli muss ich täglich auffordern, beim Schreiben laut zu sprechen.


Bisweilen versuche ich eine Geschichte, bevor ich sie ins Forum stelle, irgend jemandem zu erzählen, um allfällige Reaktionen zu beobachten
oder Missverständnisse zu bereinigen.
Als zufälliges Opfer fand ich einen älteren, sehr schwerhörigen Herrn. Ein Dialog war fast aussichtslos.

Dennoch begann ich mit lauter Stimme:
„Die Mondscheinsonate.“
Um seine Aufmerksamkeit zu zeigen erwiderte er gleich:
„Die Mondscheintomaten. Das sind doch Nachtschattengewächse, Solanaceae, nicht wahr Khun Low?“


Als Entschädigung spielt Wilhelm Kempff  Beethoven's Mondschein Sonate mvt. 1



« Letzte Änderung: 04. September 2010, 13:22:55 von Low »
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Low

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Boote am Mae Ping
« Antwort #1202 am: 09. September 2010, 15:32:40 »

Boote am Mae Ping                                                       9. September 2010

Von Hang Dong aus fuhren wir auf der Strasse nach Ban Tawai. Die zahleichen Geschäfte und Holzhandwerker liessen wir unbeachtet rechts
liegen. Hinter einem Zickzack übenden Vehikel, der Fahrer hatte zu wenig Blut in seinem Alkoholkreislauf und führte bei der nächst gelegenen
Lao Khao Verkaufsstelle eine akrobatische Meisterlandung mit Notbremsung durch, fuhr Dick immer schön gerade aus, bis wir zu einer namenlosen
Siedlung gelangten. Anstatt die Brücke über den Mae Ping zu queren, bogen wir nach rechts ab und folgten dem Fluss Richtung Süden.
Die Strasse ist relativ gut und hatte wenig Verkehr. Wir begleiteten gemächlich den bildreichen Flusslauf. Unterwegs fanden wir idyllische Plätzchen,
geeignet zum Verweilen, zum Fischen und zum Vögel beobachten.
In der Gegend gibt es Fasane und zeitweise Eisvögel. Die besuchen uns ebenfalls im Garten. Der stahlblaue Kingfischer vergisst nie, sich bei der
Gelegenheit als Andenken ein Fischlein zu schnappen.

Selten dekorierte eine kleine Müllhalde das gegenseitige Ufer. Noch seltener sahen wir Verbauungen gegen das Hochwasser. Auf unserer Seite
war die Fahrbahn stellenweise von den letzten Fluten unterspült. Teile des Belags bröckelte in den gelbbraunen Fluss. Wir entdeckten mehrere
Fischfarmen. Zwei, drei kleinere Dämme stauten und beruhigten die ungestümen Gewässer.

Unser Ziel war Pa Sang. Etwa sechs Kilometer davor wechselten wir auf die andere Seite. Wir fragten uns, ob die Leute in der Gegend von
Hochwasser geplagt würden. Dick sah schöne, gut bewirtschaftete Felder und fand, nein, das ist nicht Flutgebiet. In Pa Sang selbst belehrten
uns die Sandsäcke entlang der Hauptstrasse eines Besseren.
Auf dem Rückweg, etwas ausserhalb der Stadt verzehrten wir in einer Kneipe am Fluss einen gebratenen frischen Fisch. Ich griff zur Kamera
und fotografierte farbige Boote am malerischen Ufer.
Wir suchen seit Jahren ein kurzes Holzboot. In unserer Gegend wird bloss Plastikschrott angeboten. Wir fragten die gesprächige Wirtin nach
einem Bootsbauer in der Nähe.
„Den gibt es,“ sagte sie.
„Fahrt weiter bis zum kleinen Krematorium, unmittelbar anschliessend ist die Longan-Trocknerei. Drei Häuser weiter lebt der Bootbauer.“

Es waren nicht nur drei Häuser und der Bootsbauer war abwesend.
Dick erzählte den anwesenden Menschen von unserem Wunsch nach einem kurzen Holzboot.
„Dieser Mann baute schöne Boote. Er war ein Künstler und immer wieder stolz, wenn er ein neues Schiff wässerte,“ erzählte eine alte Frau.
„Er versuchte vergeblich, seine Kinder von der Notwendigkeit seines geliebten Handwerkes zu überzeugen. Sein Sohn zeigte kein Interesse,
sondern war auf schnelles Geld aus.“
„Der erfahrene Alte baute auch zwei hübsch dekorierte kurze, sehr wendige Boote.“
„Na ja, vor zwei Tagen haben wir seinen Leichnahm im Krematorium gleich neben der Longan-Fabrik eingeäschert.“
„Weil die kleinen Boote während längerer Zeit keine Käufer fanden, verbrannten wir sie gleich mit.“

« Letzte Änderung: 09. September 2010, 15:55:26 von Low »
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1203 am: 09. September 2010, 17:09:50 »

Jammerschade, dass der Alte seine letzten beiden Holzboote mit auf die Reise genommen hat.
Du must also weitersuchen.
Vielleicht findet sich im weiteren Verlauf des Pingflusses doch noch jemand, der auch heute noch Holzboote baut?
Ihr müsst wohl noch mehr Ausflüge machen...

Wolfram
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Kern

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1204 am: 09. September 2010, 17:19:58 »

Hallo Low


Eine schöne Geschichte mit etwas traurigem, "die-sind-so" Ende.

Besonders geniesse ich Deine oft unkonventionellen und skurrilen Formulierungen.     :]


Gruss   Achim
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1205 am: 10. September 2010, 18:08:55 »


Lieber Low,
es geht leider so vieles unter, dass einem das "mai bpen rai" manchmal  im Halse stecken bleibt.
Was nicht untergeht und m.E.sogar immer noch besser wird, sind Deine Geschichten! Hab Dank.

mfg kmr
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franzi

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1206 am: 11. September 2010, 19:41:22 »

servus

dann hat in diesem fall der sohn die richtige entscheidung getroffen.

fr

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Low

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Fiat lux in Hinterindien
« Antwort #1207 am: 11. September 2010, 22:08:35 »

Fiat lux                                                                10. September 2010

Es werde Licht. Meine Beleuchtung eines technischen Hilfsmittels ohne sektiererische Ambitionen. (1)

(Vorsicht: Unverständliche Technik!)


Am achten September gegen zweiundzwanzig Uhr entlud sich über dem Dorf ein äusserst heftiges Gewitter. Fast sekündlich erhellten Blitze den
dunkeln, bewölkten Nachthimmel. Die Donnerschläge verstummten während einer Stunde kaum. Auf der Veranda hätte man ohne eingeschaltete
Beleuchtung mit etwas Mühe Zeitung lesen können, sofern extreme Windböen vermischt mit Sprühregen den Spass nicht verdorben hätten. Kein
Wunder, dass der elektrische Strom mehrmals ausfiel.

Unsere Neuerwerbung, eine Notbeleuchtung schaltete meist sofort ein. Nach der ersten Strompanne zündete ich als tropentauglicher Elektroniker
im Ruhestand vorsichtigerweise zusätzlich einige Kerzen an.
Vor wenigen Wochen arbeitete Dick des Nachts mit dem Staubsauger, als der Strom ausfiel. Eine Taschenlampe steht immer griffbereit auf der Bar,
allemal an der gleichen Stelle, so dass man im Dunkeln ohne Munkeln einfach zupacken kann.
In dieser Nacht blockierte der stillgelegte Sauger den Weg zur Bar und hätte fast einen Unfall verursacht. Am nächsten Tag kaufte ich anstatt
Schmerzmitteln die Notleuchte.

Unser durch einen Akku gespiesenes Gerät hat einen Nachteil. Sofern eine kleine Restspannung vorhanden ist, es genügen weniger als fünfzig
Volt, schaltet das Relais bei einem Spannungsausfall von annähernd achtzig Prozent die Leuchte nicht ein. Woher ich das weiss? An einer Steckdose
misst ein selbstgebasteltes Voltmeter dauernd die Spannung. Sie schwankt fast täglich zwischen Null und 240 Volt.
Mit anderen Worten: Die elektrische Beleuchtung kann jederzeit ausfallen, ohne dass die hinterindische Notbeleuchtung einschaltet.

Das ist ein gutes Beispiel für schlechte Entwicklungsarbeit im Labor. Vielleicht lernte der Herr Oberingenieur seinerzeit  mit Potenzen rechnen.
Bloss bei den milli-Ampere versagten seine Kenntnisse. Vermutlich las keiner der Untergebenen das Datenblatt des elektromechanischen Relais.
Einige davon benötigen einen kräftigen Stromstoss um den Anker anzuziehen, während der Haltestrom äusserst gering sein kann. Das ist beim
Homo sapiens kaum anders, wie eingehend erläutert in den Abteilungen Partnerschaft, Sex und Liebeskasper. (2)

Ich öffnete ohne Verwendung eines Kondoms das Gerät, ein stabiles, pulverbeschichtetes Metallgehäuse, und war positiv überrascht. Neben
einer sauberen Printplatte und dem Akku entdeckte ich einen richtigen Transformator, der mit 10 Volt / 500 mA beschriftet war.
Die Netzsicherung von einem Ampere (230 x 1 = 230 Watt) war für den sechs Watt Trafo reichlich bemessen. Vermutlich würde ein Zehntel davon,
100 mA,  genügen, um zu verhindern, dass der Trafo verbrennt und vermeidbaren Gestank entwickelt. In der Nähe des Relais war ein Regler
(Potentiometer). Der müsste eigentlich die Lampe bei niedrigem Batteriepegel ausschalten, um den Akku zu schützen.

Eventuell hilft ein zusätzlicher kleiner Lastwiderstand, dass die Gleichspannung am Print bei fünfzig Volt Wechselspannung am Eingang
zusammenbricht. Vielleicht nützt ein Widerstand parallel zur Erregerspule des Relais oder ich installiere vor dem Trafo ein zusätzliches
Wechselstromrelais, welches garantiert abfällt. Hat jemand Erfahrung und Empfehlungen?
Meine Frage betrifft vor allem die Beschaffung. Was haben die Läden am Lager, Widerstände oder Relais? Oder vor allem Widerstände bei der
Beschaffung der Teile!

Einen Notstromgenerator will ich nicht. Wie die Erfahrung zeigt, gelangen die Abgase garantiert ins Schlafzimmer, wo auch immer das Ding
aufgestellt wird oder ich habe ein kleineres Grundstück von der Grösse Liechtensteins.

Was mir sonst noch ins Auge stach: Der Blechstreifen, welcher den kleinen Akku, (4.5 Ah = Amperestunden) fest hielt, war so kräftig verschraubt,
dass sich der Metallstreifen zu einer Spirale verbog. Der Sieg geballter Kraft über wenig Vernunft, wie so oft in diesen Tagen.

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Fiat_Lux_(neureligi%C3%B6se_Bewegung)
(2)
http://www.evolution-mensch.de/thema/arten/sapiens.php
« Letzte Änderung: 11. September 2010, 22:34:56 von Low »
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Low

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Schlangenfrass mit Schädelbruch in Hinterindien
« Antwort #1208 am: 14. September 2010, 00:12:29 »

Herrn Dr. med. Wolfram Kempf zum Geburtstag gewidmet.
Eventuell hätte er als Arzt segensreich eingreifen und die Schlange retten können.



Schlangenfrass mit Schädelbruch                                           13. Sept. 2010

Die folgende Geschichte recherchierte ich nicht selbst. Sie stammt von unserer Raumpflegerin. Sie erzählt eigentlich nur selten Märchen und
Gutenachtgeschichten und ist wahrlich nicht das personifizierte Sandmännchen.

Diese Frau und ihre Familie lebt in einem ärmlichen Dorf nur wenige Minuten von uns entfernt. Nachdem ihr Bruder, ein global-gigantischer
Alkoholiker endlich verstarb, er versoff nicht nur sein Geld und Vermögen, sondern ebenso das bescheidene Einkommen sämtlicher Familienangehöriger,
schafften es die fleissigen Leute, sich eine bessere Lebensqualität zu erarbeiten.
Die einst triste, fensterlose Behausung ohne jeglichen Komfort, ist nun ein kleines, gepflegtes Schmuckstück. Wir sind nicht ganz unschuldig daran.

Unsere Haushalthilfe erschien letzthin wie angekündigt etwas später, dennoch wesentlich früher als erwartet. Sie besuchte ganz kurz eine
Kremation und schlich sich dann, wie die meisten Gäste vorzeitig und möglichst unauffällig davon.
In ihrem Dorf herrscht nach wie vor teilweise bittere Armut und Schmalhans ist oft Küchenmeister. Dort lebte eine ältere Wittfrau mit ihrer mündigen
Tochter. Letzte Woche arbeiteten die Frauen auf dem Acker, als eine unvorsichtige Schlange ihren Weg kreuzte. Problemlos fingen die Frauen
das Tier.
„Mae, das ist eine höchst willkommene Abwechslung zum Essen, anstelle von Reis mit scharfsaurer Gemüsepampe,“ meinte die Tochter.
Das Wasser lief ihr bereits im Gaumen zusammen.
 
Die Mutter erklärte, der Reis sei alle. Sie müsse leider die Hälfte der Schlange verkaufen und mit dem Erlös Reis und Grünzeug kaufen.
Die Tochter maulte, hatte aber ein Einsehen, dass die Schlange allein doch nicht längere Zeit satt machen würde.
Das Essen schmeckte hervorragend. Es war so gut, dass die Tochter Lust auf mehr entwickelte. Hungrig attackierte sie ihre Mutter:
„Es war dumm und gemein von dir, einen Teil der delikaten Schlange zu verkaufen. Nun sitze ich mit schmerzend knurrendem Magen da, nur weil
du mich, deine eigene Tochter, betrogen hast und rücksichtslos mehr als die Hälfte der Schlange weggabst!“

Das liess die Alte nicht unbeantwortet und die beiden Weiber begannen einen  lauten Streit, den einige Anrainer wie ein Hörspiel am Radio
mitverfolgten. Nach längerem Gezeter und gellendem Geschrei fielen Hiebe und derbe Schläge.
Offenbar erwischte die resolute Tochter in der Küche einen Stössel, den Stampfer zum Zubereiten des berühmt berüchtigten Papaya Salats
Som Tam. Sie liess das Ding unsanft auf Mutters Schädel krachen. Knochen splitterten, ein letzter Aufschrei und ein kraftloser Körper sackte
zuckend zusammen. Einige wenige Schritte, dann Ruhe, wie beim Radio nach einem Stromausfall.

Die junge Frau legte das leicht blutige Tatwerkzeug gedankenlos in den Mörser zurück, wusch sich etwas und eilte zum Dorfobmann. Sie erzählte
dort, ihre alte, leicht tattrige Mutter sei offenbar im WC ausgerutscht und habe sich am Keramiksitz den Schädel gebrochen. Möglicherweise sei
sie tot. Währenddessen sahen sich neugierige Nachbarn kurz im Haus um. ...
Der Dorfobmann, die Polizei und ein Arzt inspizierten ohne jeglichen Verdacht den Tatort. Die Hinweise der Anwohner auf den Streit fanden keine
Beachtung. In der Gegend gibt es eine Mörderin mehr, die unbehelligt herum läuft.

Manchmal möchte ich aus dem selbst gewählten, klimatisch angenehmen Gefängnis und Irrenhaus ausbrechen und mich von all den üblen
Schandtaten distanzieren. Es gibt niemanden hier, absolut niemanden, der nicht lügt und betrügt!
Das Drama könnte von Friedrich Dürrenmatt inszeniert sein und ich mache mehr oder weniger freiwillig auf der Bühne mit, bis der letzte Vorhang
fällt.


http://www.chefkoch.de/rezepte/1178281223973855/Gruener-Papaya-Salat.html


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farang

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1209 am: 14. September 2010, 00:34:35 »

Auch ich wünsche Wolfram alles gute zum Geburtstag.(TH-time)14.09

Für Low
es ist wieder einmal ein Superkrimi,genial geschrieben und mit Witz.
Freue mich auf dein Buch.
Walo

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Lui

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1210 am: 14. September 2010, 04:35:27 »

@ Low

ich weiß, unser erster Kontakt war nicht sehr Gut. Leider hatte ich nur einige Fetzen aus deinem Kompletten Werk gelesen und diese Fetzen vielleicht auch nicht genau genug gelesen.
Ich hoffe Du kannst mir verzeihen.
Mit sehr Großen Interesse habe ich in den letzten drei Tagen Deine Geschichten gelesen. Mit Unterbrechungen.
Du weißt, ganz genau wie ich, kein Mensch  macht  die selben Erfahrungen.
Ich freue mich wirklich sehr, das Du mit Dick, eine  tolle Frau gefunden hast.
Und das Ihr zusammen Mogli in Eure Obhut nahmt freut mich um so mehr.
Ich bin mir so sicher, er konnte es nicht besser treffen.

Auch Deine Ausführungen über die Elektrizität in Hinterinden fand ich gerade als Elektrotechniker sehr Aufschluss Reich.
Aber ---- wie gesagt. In einigen Punkten habe ich sehr andere Erfahrungen als Du.
Meine zukünftige Frau, ihr Vater ist  Lehrer, der nur ein Kredit hat für das Familienhaus, beherrscht alle Rechenarten.
Und auch Ihr englisch ist recht Gut.

Allerdings gebe ich Dir recht, Ihren Eltern war Bildung und Wissen immer sehr wichtig und dadurch können Kinder wachsen.
Oh, ich muss erwähnen, es sind eigentlich, die hier immer gern erwähnten Büffeltreiber, aus dem Issan.
Nongbualamphu, Nawang
Auch das dortige Hospital ist recht angenehm.
War öfters dort, um mit meiner Familie die Nachbarin zu besuchen, die schwer krank war.

Auch habe ich schon einige krematorische Verbrennungen miterlebt und den dazugehörigen Feierlichkeiten.
Es wurde viel gegessen und auch getrunken. Aber niemals ist es zu Ausschweifungen gekommen.
Hatte gesehen ein sehr hoher Polizei Offizier gab einer Witwe recht viel Geld, was hat das zu bedeuten?
Die Witwe tat mir echt leid, kurz nachdem ihr /Ehemann/ verstorben war, bekam Sie einige Anrufe auf dem Handy Ihres verstorbenes Mannes von einigen Mia noi`s, von denen Sie vorher nichts gehant hat.

Das ist Schicksal oder Karma?
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1211 am: 15. September 2010, 20:15:00 »

zu Fiat Lux: Uriella ist nicht mehr, das kann man noch verschmerzen.

Was Du aber in der Schlangenfraß-Geschichte schreibst, kann man nicht mit einem
Achselzucken abtun. Wenn um Dich herum außer Dick und Mowgli nichts mehr gut ist,
wie kann man das auf Dauer ertragen? Ich hätte diese Kraft nicht und würde wohl der
Resignation und dem Alk ver - und vielleicht eines Tages aus´nem Fenster fallen..

Low, Dir wünsche ich, dass Du in diesem Sumpf doch noch gelegentlich festen Boden
unter den Füßen findest. Die Geschichten zu schreiben ist vielleicht auch eine Hilfe,
diese Dinge zu verarbeiten.

mfg kmr


Lieber Dr. Kempf, auch von mir herzlichen Glückwunsch!
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Low

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Überleben in Hinterindien
« Antwort #1212 am: 17. September 2010, 14:41:24 »

Überleben

Geschätzte Leser-innen,
hallo Lui, Farang,  hellmut und kmr.

Danke für die Kommentare.
Dreissig Jahre lang hatte ich einen anderen Eindruck von Thailand. Die Bilder der Reiseanbieter vernebelten meine bescheidene Denkfähigkeit
oder zumindest Ansätze davon. Vor allem bei kurzen Urlauben war die Flut positiver Eindrücke enorm und nicht leicht zu verarbeiten.

Hier im Dorf waren die allgemeinen Wahrnehmungen der ersten drei Monate relativ gut. Sonst hätte ich mich kaum dazu hinreissen lassen, an
Stelle der günstigen Mietwohnung etwas Geld in ein kleines Häuschen, abseits vom Verkehrslärm und üblem Dieselgestank zu investieren.

Spätestens seit dem zweiten physischen Mordanschlag, beim ersten Mal hatte ich noch Angst und nässte spontan meine Beinkleider, fühlte ich
mich hier heimisch. Unter Umständen fanden zusätzliche Versuche mit Gift statt. Auf Ferien in einem Hochhaus in Bad Thaya verzichte ich seither
vorsichtigerweise. Wieviel Kalkül dahinter steckt, kann und will ich nicht beurteilen. (1)
Wer nicht Mathe und Psychologie studierte, kann über diese Qualifikationen kaum ein Urteil abgeben.

Zur allgemeinen Belustigung darf ich anfügen, dass zuweilen sogar Mowgli mit über zehnjähriger einschlägiger Erfahrung meist unbedeutende
Betrugsversuche begeht. Wie seine Schulkollegen kann er ohne jegliche Überlegung in kürzester Zeit den grössten Mist produzieren. Wenn ich
ihn dabei erwische, frage ich ihn, was er wohl mit solch einem Knaben machen und wie er ihn bestrafen würde.

Wenn es für sein Überleben in seiner Umgebung notwendig ist, bitte.
Er hat seinen beinahe täglichen Kampf mit Taxifahrern. Bei starkem Regen verfünffacht sich der Fahrpreis. Beim Schulmaterial zahlen die Kinder
oft doppelt soviel wie die Eltern. Sogar Dick ist entsetzt und musste immer wieder feststellen, dass praktisch jeder jeden zu übervorteilen versucht.


(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Kalk%C3%BCl

Fiat Lux  #1207
In der Thanon Wua Lai in Chiang Mai, in der Nähe der Bangkok Bank, Pratu Branch, gibt es einen kleinen, total überladenen Elektroshop.
Ausser Parkplatz haben die fast alles im Angebot. Dort fand ich ein kleines Wechselstrom-Relais von Omron.
Der zusätzliche Sockel hatte das doppelte Volumen des Relais und fand im Original-Gehäuse leider keinen Platz. Ich verlötete das Relais direkt
und klebte es danach innen an die Wand. Gleichzeitig ersetzte ich die überdimensionierte Feinsicherung.
Den wahren Wert der abgeänderten Schaltung erfahre ich erst beim nächsten grösseren Spannungsabfall, denn leider habe ich keinen variablen
Transformator zum Testen.
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Cee

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1213 am: 17. September 2010, 17:56:10 »

@ Low am 11. September 2010, 22:08:35

Zitat
"(Vorsicht: Unverständliche Technik!)"

Ich reihe mich in den Kreis derjenigen ein, die von Deinen Geschichten begeistert sind.
Du bereicherst das TIP- Forum in einer literarischen Qualität erster Güte- und:
Ich lerne von Dir, indem ich versuche, mir die Qualität Deiner Sprache und Deine Voraussicht
zu den Reaktionen im Publikum hinter meine Ohren zu schreiben.

Auch Dein oben erwänter Hinweis ist für mich wegweisend, besonders dann, wenn zu einer
Sache geschrieben wird die techniklastig ist, in meinem Fall der Häuslebauer- Thread.

Unverständlich sind mir Deine Hinweise zwischen den Zeilen, wonach Du offenbar aus
demselben Stall "entsprungen" bist, in dem ich immer noch verweile. Woher hat der Low
die Gewandtheit seiner Sprache, wo ich mich selber doch von Wort zu Wort quälen muss.

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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1214 am: 17. September 2010, 18:36:22 »

Vielleicht muss man einfach sehr viel durchgemacht haben, um zu einer Sichtweise der Dinge zu gelangen, wie sie unseren Low auszeichnet.
Ich denke oft, dass er jedes Wort ganz bewusst an die genau passende Stelle setzt.

Aber der Charme in seinen geschichten kommt aus einem weiten Herzen und einem lebendigen Gehirn!

Wolfram
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