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Autor Thema: Ist Kambodscha eine Alternative?  (Gelesen 106443 mal)

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namtok

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #30 am: 14. August 2009, 21:51:44 »

Also für ein Land, bei dem schon an den wenigen Grenzposten bei Visa und Einreisestemel über Gebühr abgezockt wird bin ich nicht so schnell zu begeistern.


Wartet der Polizist mit dem Prügel in der Hand an der Kreuzung auf den Obulus von passierenden Vehikeln, kommt das auch nicht so toll  --C, in Thailand bemühn sie sich wenigstens, ein Verkehrsvergehen mit dem Kassemachen in Einklang zu bringen  :-X


Die "nette" Führung von "Schülern und Studenten" an Touristenorten kostet auch nicht schlecht, die "Tourivergabe" scheint mafiamässig aufgeteilt, des weiteren haben die Thais immer noch den grossen Vorteil, dass sie trotz aller ihrer vielfach lang und breitgetretenen Fehler und Schwächen  ;) ungefragt nicht zu aufdringlich sind  8) und  nach ein oder 2 NEINs in Ruhe geben und nicht im Pulk nachlaufen   >: was in Kambodscha ziemlich nervig werden kann  --C
« Letzte Änderung: 14. August 2009, 21:56:30 von namtok »
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drwkempf

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #31 am: 15. August 2009, 03:31:25 »

@namtok

Über die Probleme bei der Einreise über Land habe ich mich bereits ausgelassen, es ist eh' nicht meine Einreiseart der ersten Wahl! Ich bin selbst wiederholt über Poipet und über Koh kong eingereist, kenne also wirklich beides. Der Versuch, auf die Einreisegebühr von 1000Baht noch einmal 200Baht aufzuschlagen, stößt mich auch ab, ich reise daher mit dem Flugzeug ein. Das ist nicht nur sehr viel billiger(20$), sondern geht ja auch viel schneller. Bei der Ausreise über Land gibt es gar keine Probleme, weder auf kambodschanischer noch auf Thai-Seite der Grenze.
Deine Ausführungen zu aufdringlichen Studenten  an Touriorten kann ich gar nicht teilen. So etwas oder auch nur etwas ähnliches ist mir in vielen Jahren nie passiert, ich musste mir meine privaten Führer immer suchen, meine Erfahrungen mit den "private guides" waren nie anders als einfach toll. Manchmal war mein Detailwissen besser als ihres, aber das hat nicht nur nicht gestört, sondern vielmehr zu tollen Unterhaltungen geführt, in deren Verlauf ich Sachen erfahren habe, die garantiert in keinem Reiseführer nachzulesen waren.
Ich musste auch nie öfter als einmal einen angebotenen Deal ablehnen, mein "Nein" scheint immer deutlich genug gewesen sein!
Wenn ich mich an meine ersten Thailandbesuche vor mehr als 20 Jahren erinnere - da hättest Du erleben können, wie aufdringlich Thais sein können. Das hat sich inzwischengeändert, hat aber auch Jahrzehnte gedauert.
Meine ersten Probleme mit der kambodschanischen Polizei hätte ich heute noch vor mir...
Schweinehunde gibts überall, also sicher auch in Kambodscha. Dass sie ein typisch kambodschanisches Problem wären? Da reise ich wohl schon seit vielen Jahren unsichtbar oder blind durch Kambodscha.
Am Schluß also die Frage: Wie oft warst Du denn schon in Kambodscha und wo hast Du Dich da aufgehalten? Poipet ist nicht Kambodscha, sowenig wie Pattaya South repräsentativ für ganz Thailand ist!
Etwas detailiertere Berichte Deinerseits wären da hilfreich.
Wolfram

Auf die Gefahr, dass ich Dir persönlich Unrecht tue, Kambodscha hat nicht weniger unter Vorurteilen zu leiden als Thailand, für Myanmar gilt übrigens dasselbe.
Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob die Kritiker mancher Länder wirklich selbst für einige Zeit in den betreffenden Ländern unterwegs waren...
Haben wir Vorurteile nötig? Doch wohl nicht - und Du sicher auch nicht.
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namtok

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #32 am: 15. August 2009, 03:57:34 »

Hallo Doc  8)

Für Poipet brauche ich keinen Guide, und da war ab dem ersten Markt etwa 200 m hinter der Grenze rechts rein Ruhe, wenn man sich unters Volk mischt, aber entlang der Schlamm- und Schlaglochpiste Hauptstrasse nerven die Motorradtaxler, ich kann auch ein paar Meter zu Fuss gehen.

Das war einmal  Angkor Wat und einmal Sihanoukville, und um ein paar wenige hundert Baht beim Visum zu sparen schiebe ich der Bangkokair keine vielen Tausender für den kurzen Hüpfer in den Rachen.

Zitat
Meine ersten Probleme mit der kambodschanischen Polizei hätte ich heute noch vor mir...

die hatte ich auch nicht, nur der Taxifaher der wie alle Vehikel an der Strassengabelung in Sisophon- Battambang ( wo die Siem Reap Strasse von der Hauptroute nach Phnom Penh abzweigt) kommentarlos abkassiert wurde. aber indirekt gezahlt hab ichs trotzdem (da halt einfach in der Kalkulation für den fahrpreis inbegriffen...)
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drwkempf

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #33 am: 15. August 2009, 13:30:00 »

@ namtok

Du hast recht, Bangkok Airways (BKK - Siemreap) ist sehr teuer. Daher fliege ich nach Phnom Penh und reise von da aus weiter.

Schönes Wochenende
Wolfram
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artes

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #34 am: 15. August 2009, 13:32:51 »

Ich möchte, zu diesem Thema passend, hier eine sehr gut gemachte Dokumentation der ARD beisteuern, in Form eines Links:

http://web.ard.de/kambodscha/ Kambodscha - ein Land erwacht aus bösen Träumen. Diese Dokumentation ist nicht mehr ganz neu, beschreibt aber das Land sehr schön.
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theworldismyhome

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #35 am: 16. August 2009, 03:03:41 »

Ich war insgesamt 2x für insgesamt 6Wochen da (2006/7), kann den Ausführungen von Drwkempf und Changbeer weitgehend zustimmen, sofern das in der kurzen Zeit überhaupt möglich ist, isbesondere auch das destruktive Wirken der NGOs blieb mir nicht verborgen, aber da bin ich aufgrund intensiver negativer Erfahrungen in anderen Ländern schon sowieso vorgeschädigt.

Mal eine praktische Frage bzgl. Internet: Gibt es Condos oder Guesthouses bis mittleres Preisniveau, mit Internet/WLan für max 3Monate? Wie sieht es mit Mobilfunk-Internet aus? Schwerpunktmässig Pnom Penh
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StrangeFruit

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #36 am: 16. August 2009, 12:16:30 »

Mal eine praktische Frage bzgl. Internet: Gibt es Condos oder Guesthouses bis mittleres Preisniveau, mit Internet/WLan für max 3Monate? Wie sieht es mit Mobilfunk-Internet aus? Schwerpunktmässig Pnom Penh

Das würde mich auch sehr interessieren. Ich die Frage auch noch auf Sianoukville erweitern...
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namtok

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #37 am: 16. August 2009, 13:39:04 »

@ namtok

Du hast recht, Bangkok Airways (BKK - Siemreap) ist sehr teuer. Daher fliege ich nach Phnom Penh und reise von da aus weiter.

Schönes Wochenende
Wolfram


Ist die Strassenverbindung von dort besser als die bei direkter Anfahrt von der Thai - Grenze wenn mann nach Angkor will, kürzer ist es nicht...   ???


Aber es ist sicher ein interessanter Trip und mal was anderes , die Strecke evtl. per Boot zu machen...
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quaychang

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #38 am: 16. August 2009, 14:07:15 »

@drwkempf
Sehr guter Bericht, kurz und praegnant. Alles was man wissen muss. Das mach Spass auf mehr! Ich bin mal gespannt!

@changbier
Genau so interessant. Man merkt Du bist hellauf begeistert von dem Land.

@theworldismyhome
Condos, Haeuser und auch Appartments gibt es ...von bis... Guesthaeuser selbstverstaendlich auch!!! Man musste wissen was das mittlere Preissniveau fuer Dich ist. Es lag frueher mal bei 1000-1400 $  :o (dank NGO Spinner...uebrigens viele NGOs von frueher sind jetzt Businessbesitzer von heute, z.B. 1 Zimmer-Appartment 1750 US$ pro Monat  --C) Aber das Land wacht langsam auf  :) Einige Guesthaeuser bieten ab 80-100 $ pro Monat Unterkunft. Condos/Appartments von 150 $ an, Haeuser ab 250 $ Kommt natuerlich immer drauf an, welche Ansprueche Du stellst und welche Stadt (und da dann Stadtteil).
Preisgefuege fuer Lebenshaltungskosten ist,

1. Siem Reap
2. Phnom Penh
3. Poipet
4. Sihanoukville
5. Battambang

Mobilfunk Internet geht, ist aber teuer (da es kaum einer benutzt, ist neu, aber schon 3g!). Es gibt ueberall in der Stadt WLAN (da muss Thailand noch lange fuer arbeiten). Einfach Prepaid-Karte kaufen, freirubbeln und los gehts. Unlimit gibt es nicht, aber der Stundenpreis sind je nach Karte und Anbieter ein paar cent.

Viele Guesthaeuser bieten ihren Kunden KOSTENLOS Internetzugang an.

@Namtok
Nein, die Strassenverbindung von Poipet nach Siem Reap ist mittlerweile 98% ausgezeichnet. Nach Phnom Penh kann man dasselbe sagen. Lediglich die letzten 30-40 km haben das Problem das die Strasse zu eng wird fuer das Verkehrsaufkommen. Aber man arbeitet gerade daran die Strasse breiter zu machen!

Sihanoukville ist auch nicht direkt Kambodscha  ;D
« Letzte Änderung: 16. August 2009, 14:27:09 von quaychang »
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Frueher dachte ich immer die Geschichten ueber Schilda und die "Streiche" ihrer Buerger sind erfunden... heute weiss ich: Schilda = Thailand

drwkempf

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #39 am: 16. August 2009, 15:01:11 »

Lieber quaychang,

besten Dank für Deine Mitarbeit! So habe ich mir das vorgestellt. Wenn alle, die sich in Kambodscha ein wenig auskennen, hier mitschreiben, dann sollte es uns doch gelingen, ein recht gutes Gesamtbild von Kambodscha zu erstellen.

@namtok
Da ich in Thailand (noch) kein Auto habe, bin ich der Frage, wie lange man derzeit von Poipet nach siem Reap braucht, nicht mehr selbst nachgegangen. Aber seit die Straße un ter der Regie von Thai Engeneering ausgebaut wird, ist damit zu rechnen, daß man in absehbarer Zeit nur noch drei Stunden für die 180km brauchen wird.
Einen auch preislich interessanten Bootstrip werde ich später noch vorstellen.

@ strange fruit
ein Bekannter hat letztes Jahr in Sihanoukville für eine Zweizimmerwohnung (eingerichtet) im Monat 100$ bezahlt, was als günstig galt.
Es gibt schnelles Internet in Sihanoukville, in vielen Guesthouses als WIFI kostenlos.
Preise und Ausstattung der Guesthouses findet man unter www.canbypublications.com (Sehr gute Cambodia-Website)

Wolfram
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drwkempf

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #40 am: 16. August 2009, 15:18:23 »

und weiter geht's :D ;)

Ein wichtiges Kapitel hätte ich doch beinahe vergessen: Phnom Penh und sein Märkte.
Nirgendwo in Kambodscha ist das Angebot so groß, nirgendwo kauft man günstiger ein. Die Märkte sind aber selbst dann ein Erlebnis, wenn man sie nur besucht, um sich an der Farbenpracht zu erfreuen, für Photoenthusiasten sind sie ein „must have seen“. Im Psar Thmei, dem „Neuen Markt“, gibt es ein großes Angebot an Schmuck und Textilien, im Psar Tom Poung, auch „Russian Market“ genannt, gibt es schlichtweg alles, von der Copy-CD bis zum gebrauchten Mopedauspuff, aber auch Textilien findet man hier wieder – und eine Menge Schneider, die nicht passende Klamotten ohne zu zögern passend machen. Dieser Markt ist mein Lieblingsmarkt, Er liegt nicht zu abgelegen, ist sehr preisgünstig und doch gerade noch übersichtlich.
Natürlich gibt es noch viel mehr Märkte in Phnom Penh, aber wer  einmal zwei oder drei Märkte besucht hat, ist von dem Riesenangebot so erschlagen, dass er erst einmal eine Marktpause braucht.

Das Gegenstück zu den klassischen Märkten ist das Soriya Center mitten in der Stadt, ein modernes Kaufhaus westlichen Zuschnitts, das als eines der Highlights eine Inlineskaterbahn auf dem Dach hat. Und noch etwas hat dieses Kaufhaus: Rolltreppen! Besonders am Wochenende sieht man immer noch Gruppen von „Landeiern“, die staunend und ängstlich vor diesem Wunderwerk der Technik zögern, bis sich einer aus der Gruppe ein Herz fasst, und mutig auf dieses Teufelsding aufspringt. Die Bewunderung der mitgereisten Dorfbevölkerung ist ihm gewiss!
Natürlich gibt es aber noch jede Menge kleinerer und größerer Supermärkte, auch verwöhnte Ausländer müssen auf nichts verzichten, Weinliebhaber kommen in Phnom Penh preiswert auf ihre Kosten.
Die Ladies werden die Boutiquen lieben, die überall aus dem Boden schießen. Einige der kambodschanischen Designermodelle fand ich ausgesprochen gelungen.






Wir verlassen heute Phnom Penh, obwohl es natürlich noch viel mehr über diese wieder aufblühende Stadt zu erzählen gäbe, aber vielleicht findet sich im Forum ja noch der eine oder andere, der die von mir gelassenen Lücken auffüllt. Auf spezifische Fragen kann ich aber jederzeit gern eingehen.



Wir machen uns auf den Weg nach Siem Reap, der Stadt neben den Tempeln Angkors, die zum Pflichtprogramm eines jeden Asienreisenden gehört.

Wie kommt man von Phnom Penh nach Siem Reap?
Zum Beispiel mit dem Flugzeug – für die ganz eiligen. Die Flugzeit beträgt kaum 45 Minuten. Die Zeitersparnis muss man sich natürlich etwas kosten lassen. Zusätzlich zu den Ticketkosten fallen übrigens 6$ Flughafensteuer an.

Man kann auch mit dem Boot fahren, allerdings haben sich in den letzten Jahren die Preise fast verdoppelt, ein Ticket kostet jetzt 35 Dollar und kann meines Erachtens eigentlich nicht mehr empfohlen werden. In der Vergangenheit, als der Preis noch 20$ betrug und die Nationalstraße Nr. 6 noch nicht fertig ausgebaut war, war der Bootstrip eine Empfehlung wert. Man setzte sich am besten auf das Dach der Flussboote, weil man von dort die beste Aussicht auf den Tonle Sap und seine Umgebung hatte und weil der Fahrtwind eine angenehme Kühlung verschaffte. Das Sonnenbrandrisiko war allerdings immens! Manches „Bleichgesicht“ kam nach fünfstündiger Fahrt als „Graf Lobster“ in Siem Reap an.

Die meisten Traveller nehmen den Bus.
Das one-way-ticket kostet nur 4 bis 5 Dollar, die Fahrtzeit beträgt etwa 6Stunden. Die Qualität der Busse ist inzwischen recht gut geworden, die Seelenverkäufer früherer Zeiten gehören der Vergangenheit an. Mit Thailands Luxusbussen können sich kambodschanischen Busse allerdings noch lange nicht messen.

Man kann natürlich auch mit dem Mietwagen oder dem Taxi reisen. Lohnen tut sich das m.E. nicht, es sei denn, dass man eh’ für längere Zeit ein Auto gemietet hat oder dass man mit seinem eigenen Auto (aus Thailand) unterwegs ist.

Fazit: Am günstigsten reist man mit dem Bus!


Wer ein wenig mehr Zeit zur Verfügung hat, legt unterwegs in Kampong Thom einen Zwischenstop ein.
Diese Stadt liegt etwa auf der Hälfte der Distanz zwischen Phnom Penh und Siem Reap. Dieses Städtchen verschafft einem einen recht guten Überblick über das Leben abseits der Haupttouristenstädte. Es besitzt aber immerhin schon so viel touristische Infrastruktur, dass man auf nichts Wesentliches verzichten muss.
Das Städtchen erstreckt sich entlang der Nationalstrasse N6, in seiner näheren Umgebung findet man einige präangkorianische Tempelanlagen, die einen Besuch lohnen. Im Gegensatz zu den Hauptsehenswürdigkeiten in Angkor Wat sind sie von den Touristenmassen noch nicht entdeckt und daher ohne den angkorüblichen Umtrieb zu besuchen. Jeder Kulturreiseführer sollte über „Sambor Prei Kuk“  Auskunft geben können, wer gut englisch spricht, dem empfehle ich, sich bei www.tourismcambodia:com/Attractions/Kampong Thom/ zu belesen.
Wer hier vorbeischaut, wundert sich später, an welch tollen Sehenswürdigkeiten die Touristenherde mal wieder vorbeigezogen ist. --C

Man kann in Kampong Thom auch sehr preiswert und doch recht luxuriös wohnen und speisen, Provinzpreise eben.
Nicht nur das Arunas Hotel in der Stadtmitte, auch das Sambor Prei Kuh Hotel und das Stung Sen Royal Garden Hotel bieten viel für den geforderten Preis. Im Hotel, aber auch in der Tourist Information nahe der Bushaltestelle „werden Sie geholfen“.

Hier in der Provinz ist das Leben total entspannt, wer einmal hier gewesen ist und nicht auf großen Trubel aus ist, der fühlt sich hier wohl, das Risiko, wieder hierher zurückzukehren, wird allgemein als ziemlich hoch angesehen.


 
Siem Reap – Angkor Wat

Ein Besuch der Tempel von Angkor Wat gehört mit zu den beeindruckendsten Erlebnissen einer Südostasienreise. Zusammen mit den Tempeln Bagans in Burma, dem Borobudur auf Java und den großen Monumenten Chinas und Indiens zählt er zu den Weltwundern, die man einmal in seinem Leben gesehen haben sollte, ganz bestimmt aber, wenn man seit Jahren in unmittelbarer Nähe lebt. Dabei wird von niemandem verlangt, dass er sich alle Einzelheiten bis ins Detail betrachtet und einprägt, ein Besuch Angkors soll ja Spaß machen und nicht mehr anstrengend sein als das Klettern in den Ruinen in der tropischen Hitze Kambodschas.
Dass Angkor auch Spaß machen kann, wenn man nicht überdurchschnittlich archäologisch interessiert und bewandert ist, hat ein Berliner Tourist einmal ganz treffend so formuliert:
„Wennde Angkor ma gesehen hast, kannste die Pyramiden eindosen!“

Wir fahren also mit dem Bus weiter nach Siem Reap, der inzwischen ganz schön ins Kraut geschossenen Stadt, die sich selbst als „Gateway to Angkor – Tor nach Angkor)“ versteht.

Von Kampong Thom erreicht man nach dreistündiger Fahrt (ca.180km) die Stadtgrenzen Siem Reaps. Die ganze Stadt scheint auf den ersten Blick aus unzähligen Guesthouses, Hotels und Restaurants zu bestehen, und dieser Eindruck ist gar nicht so falsch. Ohne Angkor wäre Siem Reap heute gar nicht mehr lebensfähig.

Die große Anzahl an Guesthouses und Hotels macht es leicht, eine geeignete Unterkunft für die nächsten Tage und Nächte zu finden, man braucht nämlich tatsächlich einige Tage, wenn man Angkor Wat nicht im Schweinsgalopp durchrasen will. --C

Der Entschluss, die von mir empfohlenen vier Nächte in Siem Reap zu bleiben, kommt einen dank der großen Konkurrenz unter den Hoteliers und Guesthouse –Besitzern nicht teuer zu stehen, außer man will das so!

Im Phnom Bok Hotel gibt es Zimmer mit AC/Fan incl. Frühstück ab 10$, die Abholung vom Busbahnhof, Flugplatz oder Bootsanlegestelle ist im Preis inbegriffen, das Hotelchen hat einen schönen Garten mit einem Swimmingpool, ein willkommenes Extra, auf das ich noch näher eingehen werde. Um das Maß des Guten voll zu machen, spricht der Chef auch noch deutsch und hilft bei allen Problemen nach Kräften. WIFI und PCs runden das tolle Angebot ab.

Auch nicht schlecht ist das Noria Hotel im Bungalowstil, das auch über einen schönen Garten mit Pool verfügt. Der Preis pro Bungalow liegt zwischen 15$ und 25$.

Darfs etwas luxuriöser sein?
Dann ist vielleicht das Queen Villa Angkor Hotel das richtige. Hier bezahlt man pro Nacht immerhin schon bis zu 35$, auch hier gibt’s Pool und Garten.

An dieser Stelle  alle empfehlenswerten Guesthouses und Hotels aufzuzählen und zu beschreiben, würde den Rahmen diese Threads entgültig sprengen.
Wen der Hafer sticht, findet auch Unterkünfte für zwei Dollar oder für über Tausend Dollar pro Nacht.
Wo die gewählte Unterkunft innerhalb Siem Reaps liegt, ist relativ nebensächlich. Wer nach Angkor will, muss sowieso fahren, sei es mit dem Motodop, der Mopedrikscha oder der gemieteten Limousine. Wichtig er ist, dass man sich in der gewählten Unterkunft wohl fühlt, dass man sich von der doch etwas anstrengenden Besichtigungstour durch Angkor immer wieder zu einer ausgedehnten Pause zurückziehen kann, daher der Garten mit Pool!

Man erwirbt am besten ein sog. Dreitagesbesichtigungsticket für 40$. Das Ticket ist sauteuer, wenn man das übliche Preisniveau in Kambodscha bedenkt, erträglich im Preis, wenn man sich vor Augen hält, was wir in DACH für einen einzigen Kino- oder Konzertbesuch bezahlen müssen.
Es gibt natürlich auch Tagestickets, aber wer sich Angkor in einem einzigen Tag reinziehen will, der hat sie nicht alle  - oder er ist Koreaner oder Japaner.

Eine Angkorbesichtigung teilt man sich ein, und zwar in Vormittags- und Nachmittagstrips. Der Vormittagstrip startet in der Frühe, wen es noch kühler ist und viele Touristen noch pennen oder frühstücken und einem so aus den Beinen sind. Man fährt also etwa von 7.00Uhr bis 10.30Uhr aufs Tempelgelände, danach legt man in seinem Guesthouse/Hotel eine ausgedehnte Mittagspause bis etwa drei Uhr ein, während der man sich am Pool entspannt, etwas isst, sein Mittagsschläfchen einlegt, seine bisher geschossenen Photos durchmustert. Danach fährt man zur zweiten Session, nach Sonnenuntergang ist man in seinem Quartier zurück, um ein weiters Päuschen einzulegen, ehe man sich abends auf die Piste begibt, um Siem Reaps Restaurant- und Nachtleben zu erkunden.
Auf diese Weise kann man sich alle Herrlichkeiten Angkors genussvoll und stressfrei anschauen und man hat deutlich bessere Chancen, sich später einmal auch an Details zu erinnern und nicht alle Tempel durcheinander zuwerfen.

Es liegt mir fern, jetzt zu einer auch nur annähernd ausführlichen Schilderung der Großartigkeiten Angkors durchzustarten, gute und ausführliche Beschreibungen der Geschichte und der einzelnen Bauwerke gibt es in jeder Weltsprache. Wer sich etwas Besonderes gönnen will, der mietet sich wenigstens für einen Tag einen der deutschsprechenden Tourguides für die Hauptmonumente, ansonsten tut’s auch ein guter Reiseführer, selbst die überall ausliegenden kostenlosen Broschüren über Siem Reap und Angkor Wat sind erstaunlich detailliert und enthalten Tourenvorschläge.

Wie schaut man sich Angkor Wat an?
Über die Zeiteinteilung habe ich ja schon gesprochen, jetzt noch ein paar Worte über die Verkehrsmittel:

Das Mopedtaxi: fährt einen dahin, wo man hin will. Der Vorteil liegt im geringen Preis für einen Tag, etwa 7$ oder 200Baht, der Nachteil ist, dass man durch den ganzen Staub und durch die Hitze muss und dass man sein Gepäck beschränken muss.

Die Mopedrikscha: Bietet Platz für mehrere Passagiere, kostet etwa 10$ bis 15$, alles andere ist wie oben schon beschrieben.

Die Limousine: Kostet pro Tag incl. Sprit 20$, besteht meist aus einer klimatisierten älteren Toyota Camry Limousine samt Fahrer (Englisch sprechend). In der klimatisierten Limousine kann man sich zwischen den einzelnen Besichtigungspunkten abkühlen, man kann seine mitgebrachten Getränke gekühlt halten, das obligate Handtuch zum Abtrocknen des Gesichts bleibt sauber, der Fahrer passt auf alles auf, was man nicht überall mit sich herumschleppen will. Wer nicht dramatisch sparen muss, sollte sich diese Verkehrsmittel leisten. Für längere Fahrten zu den entlegeneren Tempeln wie Banteay Srei bittet der Fahrer um ein paar Extradollars. Die sollt man ihm geben, denn Sprit gehört zu den teuren Artikeln in diesem Land.
Der Fahrer steht 24 Stunden zur Verfügung, also auch abends, um einen in ein Restaurant oder in eine der vielen Kneipen und Bars und natürlich auch wieder zurück zum Guesthouse oder Hotel zu bringen! Ob er sich über ein kleines Extratrinkgeld freut? Wahrscheinlich!

Zu den Sehenswürdigkeiten Siem Reaps gehört auch ein Ausflug auf den Tonle Sap, der sich bei Siem Reap zu einem breiten See gemausert hat, dessen gegenüberliegendes Ufer nicht mehr zu sehen ist.
Natürlich gibt es auch noch Museen und Khmerdance-Shows, über die man reden könnte, aber nach drei Tagen Tempelbesichtigung ist nicht jedem nach einem Extraschluck Kultur.
 
Ein paar Worte möchte ich zu einem der ganz besonderen Menschen auf unserer Erde sagen.
Der Mann heißt Dr.Beat Richner.  Der Doktor ist schweizer Staatsbürger, hat allerdings längst auch einen kambodschanischen Diplomatenpass. Beat Richner hat vor vielen Jahren das Elend der kambodschanischen Kinder erlebt und beschlossen, hier zu helfen. Das hat er in der Vergangenheit zunächst als Kinderarzt gemacht, bald aber mehr und mehr dadurch, dass er sich seine Virtuosität als Cellospieler (mit einer ausgesprochenen Vorliebe für die Werke J.S.Bachs) zunutze gemacht hat, um Geld für den Bau und die Ausrüstung von Kinderkrankenhäusern in Kambodscha zu machen. Heute lebt B.R. den Großteil des Jahres in Siem Reap, freitags und samstags kann man ihm zuhören, wenn er auf seinem Cello spielt und über sein Hilfsprogramm spricht. Spenden in jeder Höhe sind willkommen und landen schließlich auch da, wo sie hingehören, nämlich nicht in den Taschen korrupter Beamter oder raffgieriger NGO-Mitarbeiter, sondern bei den armen Menschen Kambodschas.
Aus der mittlerweile jahrzehntelangen Arbeit B.R.s sind mehrere Kinderkrankenhäuser in Siem Reap und Phnom Penh entstanden, in denen arme kleine Patienten auf hohem internationalem Niveau gratis behandelt werden, wohlhabendere Kunden müssen für die Behandlung bezahlen, wobei sich der Preis nach der wirtschaftlichen Potenz der Familie der kleinen Patienten richtet.
Ein Blick in eines der Krankenhäuser, also z.B. in das „Jayavarman VII Hospital wird interessierten Besuchern nicht verwehrt.
Ob Schweizer in Kambodscha beliebt sind? Darauf kannst Du wetten!!!


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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #41 am: 17. August 2009, 07:13:46 »

Kambodscha bezogen verfüge ich über keinerlei Kenntnis.
Da es jedoch anno 1981 Thematik war und umgesetzt wurde, dürften englischkundige ein paar Infos aus meinem Beitrag "erhören" können, ich kenns bloss vom "hörensingen":


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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #42 am: 17. August 2009, 18:30:32 »

@drwkempf   
         
Danke für die Erinnerungen, die du mit Deinem Bericht in mir wach rufst. Mit deinem Gesamturteil zu dem Komplex Angkor nahe Sim Reap kann ich nur übereinstimmen. Ich mag zwar die abgetretenen Pfade der Pauschaltouristen überhaupt nicht, aber es gibt halt Ausnahmen, wenn es sich um Wege zu absolutem Weltkulturerbe handelt. Da hab ich meine eignen Tricks, um nicht mit der Masse  schwimmen zu müssen.

“40”
Wir verlassen heute Phnom Penh, obwohl es natürlich noch viel mehr über diese wieder aufblühende Stadt zu erzählen gäbe, aber vielleicht findet sich im Forum ja noch der eine oder andere, der die von mir gelassenen Lücken auffüllt.

Das bezieh ich auch auf Angkor.
Angkor, das ist perfekte Tempel-Architektur der Khmer vor und nach der  1.Jahrtausendwende. Thailand hat davon profitiert. Phimai, selbst Wat Phra Keo’s steinerner Tempel wären beispielsweise ohne die alten Khmer nicht denkbar.

Für die nicht so Kundigen sollte der Hinweis gegeben werden, dass man unter “Tempel von Angkor” eine beträchtliche Anzahl von Tempeln bzw. deren Ruinen versteht, die alle in der Umgebung von Sim Reap verstreut liegen, in einem ziemlich großes Areal. Man erwarte nicht Königspaläste o.ä., sondern TEMPEL. Die (hölzernen) Königspaläste haben wohl nicht überdauert.

Angkor Wat selbst ist herausragend unter all den vielen anderen der einstigen Hochkultur. Fast genau so bekannt sind Angkor Thom mit den riesigen (dämonischen) Steingesichtern und der spektakuläre Ta Prohm. Letzterer ist zwar nach der Wiederentdeckung Angkors durch die Franzosen im 19.Jahrhundert nur unwesentlich restauriert worden. Das allerdings absichtlich. Man wollte an diesen mit riesigen Baumwurzeln überwucherten Ruinen zeigen, wie sich die Natur der vergessenen Tempel bemächtigt hat. Das war nämlich mit den Khmer-Tempeln passiert. Im Laufe der Jahrhunderte vergessen, überwuchert durch den Dschungel. Sehr beeindruckend, sehr fotografisch: Natur gegen Kultur. Mancher kennt dieses Bild, wie die Baumwurzeln, einer riesigen übermächtigen Hand gleich, sich des nicht gerade kleinen und schwachen Mauerwerks des Ta Prohm Tempels bemächtigt haben und die langsame, aber zerstörerische kraft der Natur symbolisieren. Schauderhaft schön.  

Diese 3 zuvor genannten Tempel liegen (ausnahmsweise) so nahe bei einander, dass man sie zu Fuß bequem an einem Tag erwandern könnte. Jedoch teile ich die Meinung unseres Doktors, dafür sollte man sich mehr Zeit nehmen 1 Woche wäre schon angebracht und auch lohnenswert. Die Hektik der Japaner und Koreaner kann ich allerdings verstehen. Die haben halt nur 7 bis 10 Tage Urlaub, wie ich aus berufenem Munde eines mir bekannten jungen japanischen Ehepaares weiß.

In einem Punkte teile ich nicht Deine Meinung. Der Tonlé Sap See ist an sich keine Sehenswürdigkeit. Interessant ist er schon. Er wechselt seine Größe während der Dauer eines Jahres in einem beachtlichen Umfang, nämlich um das 3- bis 4-fache, abhängig von der Regenzeit. Deshalb wandern die Anlegestellen der Schiffe von oder nach Phnom Penh landeinwärts oder umgekehrt.

Das kurioseste ist jedoch der den See speisende Fluss selbst. Wenn jemand einen Standpunkt für so irreal hält, indem er bekräftigt: dann müsste das Wasser im Fluss bergauf fließen, der hat der noch nie vom Tonlé Sap gehört. Der fließt tatsächlich im Laufe des Jahres gegen die normale Richtung. Nämlich immer dann, wenn sich in dieser flachen Ebene Kambodschas soviel Druck im Mekong aufstaut, dass das Wasser über den Tonle Sap Fluss in Richtung See zurück gedrängt wird, also “bergauf” fließt! Daher auch die gewaltige Größenänderung des Sees. Die Flusstiefe ändert sich in einem ähnlichen Verhältnis.

Ich war im Februar 2001 dort in Sim Reap, Phnom Penh, Sianoukville, Kampot und Kep. Zu der Zeit hatte ich noch eine analoge Canon Spiegelreflex Kamera. Die damit geschossenen Fotos kleben all in einem Album. Ich hätte sonst gerne Bilder eingefügt, ergänzend zu deinen Ausführungen.
Momentan möchte ich deinen weiteren Berichten nicht vorgreifen.

ou1
« Letzte Änderung: 17. August 2009, 18:45:54 von ou1 »
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drwkempf

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #43 am: 17. August 2009, 21:11:00 »

Nachdem wir Phnom Penh und Siem Reap mit dem großartigen Angkor gesehen haben, könnten wir eigentlich direkt in den Süden an die Küste fahren und uns Sihanoukville anschauen. Aber da wir ja Kambodscha ein wenig näher kennen lernen wollen, entschließen wir uns zu einem Besuch der Provinz Battambang mit der gleichnamigen Verwaltungshauptstadt. Die Provinz Battambang gilt als die „Reisschüssel Kambodschas“, die Stadt Battambang ist die zweitgrößte Stadt des Landes und Heimat von etwa 180 000 Einwohnern.

Wie kommt man nach Battambang? Da wir ja schon in Siem Reap sind, also sozusagen am Ostufer des Tonle Sap, entschließen wir uns, nach Battambang, das westlich des Tonle Sap liegt, mit dem Boot zu reisen. Natürlich hätten wir auch mit dem Bus fahren können, aber ich hatte ja einen interessanten Bootstrip versprochen.

Man bucht also ein Bootsticket nach Battambang für aktuell 18$ - das Busticket hätte mal eben ein Drittel gekostet – und wird, wie versprochen, am Morgen des Reisetages von seinem Hotel oder Guesthouse abgeholt und zur Bootsanlegestelle gebracht. Das Boot legt pünktlich um 07.00Uhr morgens ab und überquert zunächst in etwa drei Stunden den an diese Stelle recht breiten Tonle Sap. Danach biegt das Boot in das Flüsschen Stung Treng ein, dem es flussaufwärts während der nächsten drei bis vier Stunden folgt.
Während der Regenzeit und zu Beginn der Trockenzeit dauert die Reise also etwa sieben Stunden, je tiefer der Wasserstand im Stung Treng während der Trockenzeit fällt, desto länger dauert die Reise. Die beste Reisezeit für den Bootstrip ist also von Ende Oktober bis Mitte Dezember.
Auf dem Stung Treng fährt man an endlosen Reisfeldern vorbei, passiert kleine Dörfer und Gehöfte, man kommt sich wie in längst zurückliegenden Zeiten vor, wären nicht  immer wieder Fernsehantennen und Mopeds zu sehen, die einen in die Jetztzeit zurückbringen. Wieder einmal bekommt man einen ausgezeichneten Eindruck vom ländlichen Kambodscha.

Nach vielen Stunden erreicht man also dann Battambang.
Battambang gehörte bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts zu Thailand, das die Provinz Battambang für etliche Jahrhunderte annektiert hatte. Im Jahre 1907 kehrte Battambang auf massiven französischen Druck hin in das Königreich Kambodscha und damit nach französisch Indochina zurück. Die Geschichte der Stadt blieb wechselvoll, 1975 wurde Battambang wie alle größeren Städte von den Khmer Rouge evakuiert.

Neben seiner Bedeutung als Kornkammer des Landes – „Rice Bowl of Cambodia“ – tragen auch der Gemüse- und Obstanbau zum Einkommen der Bevölkerung bei, Industrie gibt es kaum. Die Holzindustrie spielt keine bedeutende Rolle mehr, zu viele Wälder waren planlos abgeholzt worden.

Die zweitgrößte Stadt Kambodschas macht einen eher verschlafenen Eindruck, von der Internationalität Phnom Penhs verspürt man hier nichts. Ist man in der Stadt unterwegs, dann kommt zu keinem Zeitpunkt so etwas wie ein Großstadtgefühl auf. Die Stadt wirkt an vielen Stellen schmutzig und ungepflegt, ja, auch arm.
Es gibt aber natürlich auch schöne Ecken in dieser Stadt. Entlang des Sangker Flusses finden sich immer noch viele Häuser  aus der französischen Kolonialzeit, dort liegen auch einige der besten Restaurants und Bars und nicht zuletzt der große Psar Nat, der Zentralmarkt.
Den Namen verdankt die Stadt übrigens einem „Bat Dambong – Zauberstab“, der einem Khmerkönig in grauer Vorzeit Zauberkräfte verliehen haben soll, ein Standbild in einem Kreisverkehr erinnert an diese alte Sage.
 Die Sehenswürdigkeiten der Stadt hat man mühelos an einem halben Tag gesehen, dafür gibt es in der näheren Umgebung der Stadt ein paar Sehenswürdigkeiten, die man an einem Tag am besten mit einem Moped besichtigen kann. Dabei ist oft schon der Weg zu den Sehenswürdigkeiten eine Sehenswürdigkeit für sich, pures kambodschanisches Landleben.

Einige Berühmtheit hat der „Bamboo Train“ unter den Travellern erlangt. Es handelt sich dabei um ein flaches Gefährt, das das lokale Schienennetz nutzt und von einem Mopedmotor getrieben zahlungswillige Touristen durch die reizvolle Gegend karrt. Kommt Gegenverkehr, so muss das Gefährt die Schienen räumen, hat sich der im besseren Schritt-Tempo fahrende Zug entfernt, geht die Reise mit dem abenteuerlichen Vehikel weiter.

Besuchenswert ist der Wat Ek, der etwa 10km vom Stadtzentrum entfernt ist. Neben diesem Kloster findet man einen alten Tempel aus dem 11.Jahrhundert, der dem Khmerkönig Suryavarman zugeschrieben wird. Das Kloster nutzten die Khmer Rouge als Gefängnis.

Dann gibt es den auf einer Anhöhe gelegenen Phnom Banan, zu dessen Khmertempel man viele Stufen erklettern muss. Diese Tempelanlage ist von allen Khmerdenkmälern die am besten erhaltene in der Region.
All die übrigen mehr oder weniger bedeutenden Sehenswürdigkeiten aufzuführen und zu beschreiben, will ich den Reisehandbüchern überlassen, für mich ist Battambang in erster Linie eine ganz typische durch internationale Einflüsse noch wenig verfälschte kambodschanische Stadt.

Der internationale Einfluss hat sich aber doch wenigstens so weit ausgewirkt, dass es reichlich gute Unterkunftsmöglichkeiten mit dem nötigen Komfort gibt, die meisten sind ausgesprochen erschwinglich.
Da ist zum Beispiel das „Bus Stop Guesthouse“, das neben dem schnellsten Internet der Stadt auch einen kostenlosen Laundry Service anbietet. Die Zimmerpreise liegen zwischen 10$ und 20$.
Ebenfalls empfehlenswert ist das Khemara Hotel, da seinen Bezeichnung als Hotel schon voll verdient. Auch hier gibt’s kostenloses WIFI, aber auch einen schönen großen Swimming Pool.
Wer es sehr stilvoll und auch teurer mag, dem kann man ohne Bedenken das „La Villa“ empfehlen, auch hier gibt’s einen Pool, alles für etwa70$.
Eine gute umfangreiche Auflistung der meisten Hotels und Guesthouses findet man einmal mehr bei www.canbypublications.com.
Unter dieser Internetadresse kann man sich auch über die Restaurant- und Barszene der Stadt informieren. Ein Nachtleben wie in Phnom Penh wird man nicht finden, dass aber gar nichts los ist, ist auch mal wieder falsch. Es ist einfach alles viel ruhiger als in Phnom Penh oder Sihanoukville, aber wer sucht, der findet!

Von Battambang aus führt uns der Weg zunächst über die Nationalstraße Nr. 5 zurück nach Phnom Penh, der Bus braucht auf der inzwischen ausgezeichneten Straße etwa 5 Stunden für die knapp 300 Kilometer.
Gelegentlich verkehrt auch ein Personenzug zwischen der Hauptstadt und Battambang, er benötigt für die Strecke allerdings leicht einmal mehr als zwölf Stunden, sodass diese Art des Reisens einigen Freaks oder ausgemachten Eisenbahnfanatikern vorbehalten bleiben wird.
One more night in Phnom Penh mit seinen tollen Restaurants und seinem prickelnden Nachtleben? No problem!

Einschub:
Man hätte seine Reise natürlich prinzipiell auch in Siem Reap beginnen können, entweder über Aranjaprateth/Poipet auf dem Landweg mit dem nahezu unvermeidlichen Visatrouble an der Grenze oder nicht ganz billig mit Bangkok Airways auf dem Luftweg. Der Landweg hätte zunächst nach Battambang geführt, dann z.B. mit dem Boot nach Siem Reap und von dort weiter nach Phnom Penh. Die Luftikusse wären nach der Landung in Siem Reap erst einmal nach Battambang gefahren, dann wieder mit dem Boot zurück nach Siem Reap usw. Für viele Kambodschabesucher ist Battambang schon zu abgelegen und wird daher gar nicht besucht. Schade irgendwie.

Morgen – oder übermorgen? – geht’s aber nun endlich an die Küste!


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astronaut007

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #44 am: 17. August 2009, 21:55:26 »

ou1, die Bilder, die du damals geschossen hast, wären sicherlich hochinteressant zu sehen.
Technisch wäre das auch kein Problem. Besitzt du die Negative noch, lassen sich diese ohne grossen Aufwand digitalisieren.
Im andern Falle wäre eine Ablichtung mit einer Digitalkamera sicher auch denkbar.

Gruss  astronaut007
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